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Erfolgsregeln für Redner

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Rede-Praxis: Die wichtigsten Erfolgsregeln für Redner

Vor fast 80 Jahren schrieb Herbert Newton Casson sein Standardwerk „Kraftvoll sprechen, wirksam vortragen – Die Praxis des erfolgreichen Redners“. Casson stellte seinem Werk ein Wort von Lord Salisbury voran: „In unserer Zeit hat der die Macht, der reden kann.“
Und das gilt auch heute noch. Viele Millionen Menschen werden, wie Casson schreibt, in ihrem Leben dadurch gehindert, dass sie nicht ordentlich reden können.
Dieser Fehler macht sie bei öffentlichen Versammlungen unwillkommen und ihr Auftreten bei Zusammenkünften von Aktionären und Verwaltungsräten unwirksam.
Nicht gut reden zu können „beraubt sie der Macht, die sie sonst unschwer besitzen könnten. Darum ist die Redekunst eine der nützlichsten und einträglichsten Fähigkeiten.
Ein guter Redner wird in seiner Gemeinde und in seinem Beruf unweigerlich eine Führungspersönlichkeit. Jede öffentliche Versammlung bietet ihm die Gelegenheit, hervorzutreten. Auch besitzt ein guter Redner die größte Macht, die es gibt – die Macht, die öffentliche Meinung zu bilden und zu beeinflussen.“
Herbert Newton Casson hat in seinem Klassiker schon vor 80 Jahren hilfreiche Empfehlungen gegeben und Übungen für Rednerinnen und Redner angeregt. Seine Tipps sind noch immer aktuell. Wir haben hier die nützlichsten Empfehlungen Cassons für Sie zusammengestellt:
Rede-Tipp Nr.1: Der Anfang
Die Hauptsache am Anfang ist, einen Misserfolg nicht als endgültig anzusehen. Sie müssen fest davon überzeugt sein, dass Sie Ihre Fähigkeiten als Redner immer weiter verbessern können.

Rede-Tipp Nr.2: Lampenfieber
Lampenfieber ist nichts anderes als Furcht. Das Positive am Lampenfieber ist, dass es die Zuhörer schützt. Denn Lampenfieber hindert Redner daran, Reden zu halten, zu denen sie nicht wirklich stehen und von denen die Zuhörer nichts haben.
Casson empfiehlt gegen das Lampenfieber: „Lesen Sie sich vor dem Auftritt Ihre Rede laut vor! Durch lautes Vorlesen gewöhnen Sie sich an den Klang Ihrer eigenen Stimme und Sie überwinden gleichzeitig Ihre nervöse Furcht vor dem Schweigen.“

Rede-Tipp Nr.3: Geläufigkeit (flüssige Rede und Aussprache)
Zuhörer mögen keine vorgelesenen Reden in Schriftsprache. Für Redner ist es besser, drei Sätze frei zu sprechen, als eine kompliziert durchformulierte Rede vorzulesen.
Casson rät: „Flüssiges Reden verlangt, dass man angenehm spricht. Ist Ihre Stimme für gewöhnlich heiser, so tragen Sie immer ein bisschen Salz in der Tasche und nehmen Sie eine Prise davon, bevor Sie sich zum Sprechen erheben. Das regt die Speichelbildung an; ein Bonbon hat denselben Effekt, und falls beides nicht zur Hand ist, können Sie sich auch leicht auf die Zungenspitze beißen.“
Sprechen Sie einfach: Je einfacher Ihre Sprache ist, desto besser ist sie. Verwenden Sie keine langen Wörter. Verwenden Sie nie ein Wort, das Sie gestern erst gelernt haben, denn Sie werden es dann wahrscheinlich falsch verwenden. Sprechen Sie niemals zu lange.
Casson empfiehlt: „Hören Sie stets auf, bevor die Zuhörer den Wunsch bekommen, dass Sie aufhören mögen. Studieren Sie die Kunst der Aussprache, bis Sie deutlich, bestimmt und fließend sprechen können. Eine schlechte Aussprache ist schon im Gespräch unangenehm; bei öffentlichen Reden ist sie unverzeihlich.
Wenn Sie dazu neigen, undeutlich zu sprechen, sprechen Sie langsamer. Die Aussprache wird dann von allein deutlich. Übung: Versuchen Sie es mit den Zungenbrechern Ihrer Kindheit. Zum Beispiel: Der Cottbuser Postkutscher putzt den Cottbuser Postkutschkasten.“
Rede-Tipp Nr.4: Gesten
Ihre Gesten, die den Worten angepasst und richtig ausgeführt sind, verdoppeln Ihre Wirkung als Redner. Gesten sind die ursprüngliche Zeichensprache. Zum Ausdruck bestimmter Ideen und Gefühle sind sie viel geeigneter als Worte.
Casson rät: „Die Zuhörer lieben es, einen Redner nicht nur zu hören, sondern ihn auch sprechen zu sehen.“
Rede-Tipp Nr.5: Vorbereitung
Egal, wie bewandert Sie in einem Thema sind: Lassen Sie sich niemals darauf ein, öffentlich eine Rede zu halten, wenn Sie Ihre Rede nicht zuvor gut vorbereitet, strukturiert und einen Leitgedanken formuliert haben. Genauso wenig, wie Ihnen ein Architekt aus dem Stand einen Plan für ein Gebäude zeichnen wird, sollten Sie Ihrem Publikum eine improvisierte Rede liefern.

Cassons Empfehlung: „Daher muss diese Warnung sein: Lassen Sie sich niemals dazu drängen, eine Rede zu halten, wenn Sie nicht genügend Zeit zur Vorbereitung gehabt haben.
Erinnern Sie sich daran, dass kein Redner seine Zuhörer überreden und sie mitreißen kann, wenn er sich seine eigenen Gedanken nicht zunächst klargemacht hat. Tun Sie das nur im Kopf, so werden Sie sehr leicht vage; wenn Sie Ihre Gedanken aufschreiben, dann bleiben Sie klar, und so bekommen Sie zugleich eine wertvolle Erfahrung in der Technik des Ausdrucks.
Um der Meister Ihrer Zuhörer zu werden, müssen Sie zunächst der Meister Ihres Gegenstands sein. Das ist ein ehernes Gesetz.“
Rede-Tipp Nr.6: Wie man eine Rede anfängt
Treten Sie so natürlich wie möglich auf; vermeiden Sie Arroganz und Schauspielerei.
Casson schreibt: „Es ist weit besser, nervös und erschrocken auszusehen und ein paar Sätze in ehrlicher, ernster Überzeugung zu stammeln, als aufzutreten und deklamierend Gefühle zu verkünden, die man nicht empfindet.
Fangen Sie so ruhig und so langsam wie möglich an. Halten Sie sich vor Augen, dass man um seine Zuhörer werben und sie nicht gewaltsam überrennen soll.
Erwähnen Sie, dass Sie den Anlass zu reden schätzen. Den Anlass zu würdigen ist ein Kompliment für die Zuhörerschaft.
Es war klug, dass die Hörer gekommen sind. Sie sollen Freude darüber empfinden, dass sie an dieser Versammlung teilnehmen. Eine Rede muss frisch sein. Sie muss aktuell sein.“
Strukturieren Sie Ihre Rede so, dass Sie das gewünschte Ziel erreichen: „Eine Rede gleicht einem Verkauf oder einer Anzeige. Sie zerfällt naturgemäß in drei Teile: 1. wohlwollende Aufmerksamkeit wecken, 2. Interesse wecken, 3. Wunsch wecken, der zur Handlung führt.“
Verweisen Sie in Ihrer Rede auf Gemeinsamkeiten mit Ihren Zuhörern: „Sie können mit einer lokalen Anspielung oder mit einem Scherz beginnen, den jeder leicht versteht, mit einem Kompliment oder mit einem Hinweis auf die Tagesneuigkeiten.“
Rede-Tipp Nr.7: Wie man überzeugt und wie man schließt
Der Kern jeder Rede sind die Fakten:
„Eine wirkliche Rede muss Substanz haben. Sie muss ein Gerüst haben, sie muss aus Tatsachen so aufgebaut sein wie ein Haus aus Steinen. Gruppieren Sie die Tatsachen so, dass sie zu einem Höhepunkt aufsteigen.“
Der Höhepunkt jeder Rede muss dem Gegenstand, dem Thema angemessen sein. Der Höhepunkt einer Rede kann ein Scherz, eine pathetische Erklärung, ein Gedicht, eine Entscheidung oder eine Forderung sein.
Casson empfiehlt: „Eine Rede kann erschüttern oder unterhalten, überzeugen, erfreuen oder zu neuen Höhen der Erkenntnis führen. Um erfolgreich zu sein, muss sie harmonisch sein. Sie darf unter keinen Umständen ein Durcheinander von allen möglichen Kleinigkeiten sein.
Wenn Sie den Höhepunkt erreicht haben, so lassen Sie sich nicht durch den Beifall verlocken, das, was Sie geleistet haben, wieder zu zerstören.
In jedem Fall müssen Sie zu einem Zeitpunkt aufhören zu sprechen, in dem die Hörer noch den Wunsch haben, dass Sie weiterreden sollen. Sie müssen daher jederzeit bereit sein, die Länge Ihrer Rede auf dem Altar der Ergebnisse zu opfern.“
Rede-Tipp Nr.8: Humor
Seien Sie nicht langweilig:
„Tatsachen an sich sind nur Rohstoff. Tatsachen dürfen dem Publikum nicht als bloße Tatsachen hingeworfen werden. Sie müssen entwickelt, ausgeschmückt, verziert, gemalt und illustriert werden.
Den Goldklumpen einer Tatsache zu entdecken genügt nicht. Sie müssen den Goldklumpen schmelzen und ihn zu einer Brosche oder einer Münze verarbeiten, bevor Sie ihn Ihrer Zuhörerschaft darbieten.
Die ganze Welt liebt es zu lachen. Humor ist wie ein Schmiermittel: Er verhindert Reibung, er ermöglicht den Rädern der Gedanken, sich schneller und leichter zu drehen. Er ist so nützlich wie das Öl für die Maschine.“
Humor in Ihrer Rede schweißt Ihre Zuhörer zusammen. Sie werden eine Einheit, denn sie tun etwas gemeinsam: Sie lachen! Wenn Sie auf Humor verzichten wollen, können Sie alternativ die Botschaft Ihrer Rede auch mit einem Anschauungsobjekt oder einer Handlung unterstreichen.
Bedenken Sie: Die meisten Zuhörer erinnern sich länger an das, was sie gesehen, als an das, was sie gehört haben.
Rede-Tipp Nr.9: Publikum
Achten Sie darauf, dass die Zuhörer auf den vorderen Sitzen des Saals Platz nehmen. Leere Sitze in den vorderen Reihen schaden dem Erfolg Ihrer Rede, denn durch die leeren Reihen werden Sie von Ihren Zuhörern getrennt.

Cassons Rat: So fesseln Sie Ihre Zuhörer: „Durch Ihre Gesten, Ihren Humor, Ihre Bildhaftigkeit, Ihre Gedanken – durch Ihre ganze Kunst und die Anwendung all Ihrer Fähigkeiten müssen Sie die Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer dauernd fesseln. Sprechen Sie mit und nicht zu Ihrer Zuhörerschaft. Wenden Sie das Kraftmittel der Wiederholung an, wenn Sie vor einem großen Publikum sprechen.
Verwenden Sie die Kraft, die im Rhythmus liegt, wenn Sie zu einer großen Hörerschaft sprechen. Fassen Sie Ihre Ideen in einem Satz zusammen und lassen Sie diesen Satz immer mal wieder in Ihre Rede einfließen.“
Rede-Tipp Nr.10: 3 Schritte zum Rede-Erfolg
Wirksame Redner schenken drei Punkten besondere Aufmerksamkeit:

  • 1. Ziel: Wer etwas Besonderes leisten will, muss das Ziel vor Augen haben.
  • 2. Auswahl: Jede gute Rede beginnt mit dem Sammeln und dem anschließenden Verwerfen von Meinungen.
  • 3. Begeisterung: Das Wichtigste: Sie müssen selbst von dem begeistert sein, worüber Sie reden.
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