Gratis-Download

Müssen Sie auf dem WC Small Talk beginnen? Dürfen Sie Konzertkarten als Geschenk eines Kunden einfach annehmen? Wie lehnen Sie ein Duz-Angebot ab?...

Jetzt downloaden

Etikette im Alltag: Ist Ihnen das auch peinlich?

0 Beurteilungen

Erstellt:

Unangenehme Begleiterscheinungen

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

die Erkältungswelle rollt ja nun schon lange durchs Land - und bis vor ein paar Tagen rollte sie zum Glück an mir vorbei. Doch seit letztem Freitag hat es mich ebenfalls erwischt.

 

 

Sie kennen das: Niesen, Schnupfen, Husten - all diese lästigen Symptome, mit denen man sich durch den Alltag schleppt.

Und zu diesem Alltag gehörte es gestern, dass ich im Supermarkt ein paar Besorgungen machen musste. Schließlich hat die Familie ja auch Hunger, wenn die "Hausfrau" erkältet ist.

Irgendwann stand ich dann schließlich mit meinem Einkaufswagen in der Schlange vor der Kasse und hoffte, aus der trockenen Luft im Laden bald wieder ins Freie zu kommen. Da kribbelte es in meiner Nase und ich musste niesen.

"Gesundheit", meinte daraufhin die Dame hinter mir. "Sie hat es wohl auch erwischt?"

Ich drehte mich zu ihr um und lächelte - gequält. Zum einen, weil sich Schlangestehen im Supermarkt und eine handfeste Erkältung überhaupt nicht vertragen. Zum anderen, weil ich nicht wusste, was ich auf dieses sicherlich nett gemeinte "Gesundheit" sagen sollte.

"Ja, Entschuldigung, momentan kommt wohl keiner drum rum", zog ich mich aus der Affäre und war froh, dass ich nun endlich meine Einkäufe auf das Kassenband stellen konnte.

Die Zeiten, zu denen es als höflich galt, einem Menschen, der niest, Gesundheit zu wünschen, sind längst vorbei. Vielmehr entschuldigt sich derjenige, der niest. Wobei in Situationen wie im Supermarkt oder an der Bushaltestelle - also immer dann, wenn üblicherweise keine Kommunikation zwischen den Anwesenden stattfindet - auch eine Entschuldigung nicht erforderlich ist.

Auch wenn es noch so freundlich gemeint ist: Ein "Gesundheit" ist fehl am Platz! Und dafür gibt es gute Gründe:

 

 
 

6 Gründe, warum ein "Gesundheit" nicht angebracht ist

  • "Niesen" ist nicht zwingend ein Hinweis darauf, dass ein Mensch krank ist. Bei manchen Menschen löst es auch einen Niesreiz aus, wenn sie direkt ins Sonnenlicht schauen.
  • Heuschnupfen, Hausstaub, Tierhaarallergien: Viele Allergiker reagieren mit Niesen und empfinden den permanenten Gesundheitswunsch als störend und möglicherweise sogar als penetrant.
  • Wer niest, hat ohnehin schon die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Kommt dann auch noch der Gesundheitswunsch hinzu, so ist es dem Betroffenen meist peinlich, dass die Aufmerksamkeit weiter auf ihn und sein Leiden gelenkt wird.
  • Bei Besprechungen und während Präsentationen stört der Gesundheitswunsch den Ablauf und die Konzentration der Anwesenden.
  • Niesen ist ein Körpergeräusch wie beispielsweise auch Verdauungsgeräusche - und diese werden in unserer Kultur nicht kommentiert. Oder würden Sie, liebe Leserin, lieber Leser, jemals auf die Idee kommen, jemandem "Verdauung" zu wünschen?
  • Im Mittelalter, zu Zeiten der Pest, wurde "Gesundheit" gewünscht und bedeutete so viel wie: "Hoffentlich bleibe ICH gesund". Heute ist der Gesundheitswunsch nur eine leere Floskel.

 

Die Dame im Supermarkt hatte es allerding nicht bei dieser leeren Floskel belassen, sondern "Sie hat es wohl auch erwischt?" hinzugefügt. Und somit, obwohl wir uns fremd sind, ein kleines bisschen Anteilnahme gezeigt.

Aber auch dabei ist zu bedenken, dass das nicht jeder mag, weil er sich vielleicht unangenehm in den Mittelpunkt gestellt fühlt oder nicht mit Fremden über seinen Gesundheitszustand sprechen möchte.

Im vertrauten Kreis kann ein "Hast du dich erkältet?" jedoch sehr gut tun. Vor allem, wenn dann noch "Ich mach dir einen heißen Tee und nehm dir den Einkauf ab." folgt.

 

 
 

Das ist out!

In vielen Firmen war es früher üblich, sich ab einer bestimmten Uhrzeit mit

  • "Mahlzeit!"

zu begrüßen. Auch "Mahlzeit" ist wie "Gesundheit" nur eine leere Worthülse und als Tagesgruß veraltet. In der Mittagszeit heißt es zeitgemäß je nach Vertrautheitsgrad "Guten Tag", "Hallo" oder im Süden Deutschlands auch "Grüß Gott".

 

Mit herzlichen Grüßen

Ihre

 

 

Alexandra Sievers

 

Knigge Ticker

Wenn es um das Thema Umgangsformen geht, gibt es viel Verwirrung, viele Lügen oder Aussagen, die aus dem Zusammenhang gerissen wurden. In dem Newsletter "Knigge-Ticker" wird endlich mit Halbwissen und Unwahrheiten aufgeräumt.

Datenschutz

Anzeige

Produktempfehlungen

Kompetent, wertvoll und effizient im Büro

Ihr starker Berater für ein rechtssicheres Online-Marketing

Erfolgreiche internationale Geschäfte, Projekte und Meetings für Fach- und Führungskräfte

Expertengeprüfte Anleitungen, Tools und Tricks für E-Mails, Kontakte, Kalender & Co.

Einfach. Besser. Präsentieren.

Zu jedem Anlass die perfekte Rede