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Persönliche Erinnerungen in Ihre Hochzeits-Jubiläumsrede einbinden

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Rede-Taktik: Wie Sie Erinnerungen in Ihre Glückwunschrede zur Jubelhochzeit einbauen
Der schönste Teil Ihrer Rede ist der, den wir Ihnen nicht liefern können: die persönlichen Worte. Unsere Vorlagen sind die kunstvolle Verpackung für das, was Sie eigentlich sagen wollen: „Danke“, „Ich bin stolz auf euch“ oder „Ohne euch hätte ich das nie geschafft!“

Und hier sind wir schon bei Trick 1, dem ersten und wichtigsten Werkzeug für Ihre Glückwunschrede: Formulieren Sie für sich selbst einen Gedanken, der auf den Punkt bringt, was Sie dem Jubelpaar sagen wollen.

Und der heißt mit Sicherheit nicht: „Herzlichen Glückwunsch zur Jubelhochzeit“, sondern vielleicht: „Ich bewundere euch für eure Liebe und Treue und ich bin froh, dass ihr immer für mich da wart.“ Oder: „Ich bin beeindruckt von dem, was Ihr im Leben geschafft habt, und hoffe, mein Leben wird ebenfalls so erfüllt und glücklich wie eures.“

Auch traurige oder nachdenkliche Gefühle finden in diesem Satz ihren Platz. Sie sprechen ihn ja nicht aus. Zum Beispiel: „Meine Ehe hat nicht so lange gehalten wie eure. Ich wünschte, es wäre anders.“ Oder: „Manchmal habe ich mich gefragt, warum ihr euch nie getrennt habt.“ Seien Sie ehrlich mit Ihren Gefühlen. Nur so finden Sie am Ende wirklich die Formulierungen, die das vermitteln, was Sie wirklich sagen wollen!

Trick 2: Nachdem Sie geklärt haben, was Sie sagen wollen, überlegen Sie, wie Sie es in positive Aussagen verpacken können. Zum Beispiel: „Ihr wart immer für mich da, auch wenn ich etwas getan habe, womit ihr gar nicht einverstanden wart.“

Das funktioniert auch mit negativen Gedanken. Es wäre nicht richtig, ein rein positives Bild zu zeichnen, wenn das dem Paar und deren Verhältnis nicht entspricht. Wenn sich das Jubelpaar oft und viel gestritten hat, sagen Sie zum Beispiel: „Bei euch sind oft heftig die Fetzen geflogen, und ich habe mich manches Mal gefragt, wieso ihr immer noch zusammen seid! Aber anscheinend war das ein tragendes Element eurer Ehe – wer weiß, ob ihr noch zusammen wärt, wenn ihr dauernd den Ball flach gehalten hättet!“

Trick 3: Zoomen Sie tief in Ihre Erinnerungen hinein! Oft machen Redner den Fehler, wenn sie über ein Jubelpaar sprechen, dass sie dessen Vita vortragen wie bei einem Bewerbungsgespräch: Geboren am/in …, kennengelernt in …, Hochzeit im Jahr …, Haus gebaut, Kinder etc.

Das Problem dabei: Es sind langweilige, „tote“ Fakten, die vermutlich der Großteil der Anwesenden sowieso in aller Ausführlichkeit kennt. Es handelt sich ja nicht um die Ehrung eines Wissenschaftlers in der Öffentlichkeit, sondern um Glückwünsche im privaten Kreis.

Machen Sie es daher wie die Fotografen: Zoomen Sie tief in die Bilder Ihrer Erinnerungen hinein, zeigen Sie das besondere Detail. Nicht dass die beiden geheiratet haben, ist erwähnenswert, sondern wenn bei der Hochzeit etwas Bemerkenswertes passiert ist. Nicht die Tatsache, dass das Paar Kinder hat, ist es wert, darüber Worte zu machen, sondern wie es sich um seine Kinder gekümmert hat oder wie gut die Familie zusammenhält.

Erzählen Sie zum Beispiel, wie Sie als Teenager zum ersten Mal betrunken waren und wie Ihre Eltern darauf reagiert haben, etwa so: „Ihr habt mich bis 10 Uhr schlafen lassen, dann musste ich frühstücken – obwohl mir sooo schlecht war, und dann musste ich Papa helfen, die Küche zu streichen. Alles, was er gesagt hat, war: ‚Wer saufen kann, kann auch arbeiten.‘ Keine Moralpredigt, kein Gezanke – aber eine höchst eindringliche Lehre war das!“

Wenn Sie vor den Leistungen eines Paars Respekt haben, versuchen Sie nicht, das durch gehobene Formulierungen zu verdeutlichen, sondern sagen Sie direkt, was Sie denken.

Beispiel: Sagen Sie nicht: „Mit großem Erfolg habt ihr seit 1965 dieses Unternehmen aufgebaut, dessen Führung seit 1996 euer Sohn Thomas innehat.“

Sagen Sie stattdessen: „Ich bin beeindruckt, wie ihr euer Unternehmen aufgebaut habt. Schon seit 1965 gibt es … [Name Firma], und ihr habt durchgehalten, egal, was war, egal, welche Regierung wir hatten, wie die Finanzlage von Bund und Ländern war, ob vor oder nach der Wende. Und 1996 habt ihr es blühend und erfolgreich an euren Thomas weitergegeben.“

Im Vergleich sehen Sie:

Auch wenn im zweiten Beispiel die Sprache schlichter ist, klingt der Text nicht primitiv. Außerdem beginnen Sie nicht neutral („Mit großem Erfolg“), sondern persönlich („Ich“). Sie sprechen über Ihre Gefühle („bin beeindruckt“) und illustrieren bunt, wovon Sie beeindruckt sind („egal, was war …“).

Und Sie ersparen sich und den Zuhörern ein bekanntes Detail: Nicht „euer Sohn Thomas“ – alle wissen, dass Thomas der Sohn ist, sondern: „euer Thomas“ – das impliziert zudem, dass Thomas seinen Eltern am Herzen liegt.

Wenn Sie diese drei Profi-Tricks anwenden, wird Ihre Glückwunschrede mit Sicherheit viel Beifall ernten und Ihr Jubelpaar noch lange glücklich machen.

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Wenn es um das Thema Umgangsformen geht, gibt es viel Verwirrung, viele Lügen oder Aussagen, die aus dem Zusammenhang gerissen wurden. In dem Newsletter "Knigge-Ticker" wird endlich mit Halbwissen und Unwahrheiten aufgeräumt.

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