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Rund um die Visitenkarte: Wissen Sie, was richtig ist?

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Von Karin Intveen,

Visitenkarten sind im Geschäftsleben ein unverzichtbares Kommunikationsmittel und auch im Privatleben eine gute Möglichkeit, um Ihre Kontaktdaten weiterzugeben und Ihr Image zu unterstreichen. Doch nicht immer ist es so einfach, die Visitenkarte auch tatsächlich als Erfolgsgarant für private und berufliche Kontakte einzusetzen.

Visitenkarten ein bisschen „Smaltalk-Futter“ und ein bisschen was zur Geschichte der Visitenkarte: Der Name „Visitenkarte“ verrät noch heute die ursprüngliche Funktion des kleinen Kärtchens, denn das lateinische Wort „visitare“ bedeutet „besuchen“. Im viktorianischen England war es üblich, dass Damen und Herren der besseren Gesellschaft bei ihren Besuchen dem Butler ihre Karte überreichten. Dieser trug sie dann auf einem Tablett zu seiner Herrschaft und hatte nach dem Lesen der Karte selbst genug Informationen, um den Besucher standesgemäß anzumelden. Die Gepflogenheit, dass der Besucher die Karte zuerst überreicht, ist bis heute erhalten geblieben.

Im Folgenden finden Sie unterschiedliche Situationen, in denen Ihr Visitenkarten-Wissen gefragt ist. Testen Sie, wie sicher Sie im Umgang mit Ihren Visitenkarten sind! 

Fall 1: Einen Ranghöheren um die Visitenkarte bitten?

Die Situation: Sie sind Sachbearbeiter in einem großen Unternehmen. Auf der Firmen-Weihnachtsfeier kommen Sie mit dem neuen Geschäftsführer einer Zweigstelle in Kontakt. Sie würden den ranghöheren Herrn gerne um seine Visitenkarte bitten. Aber dürfen Sie das? Und, falls ja: Wie gehen Sie dabei vor?
Die Lösung: Grundsätzlich duürfen Sie eine andere Person aktiv um die Visitenkarte bitten. Aber bedenken Sie in diesem Fall bitte, dass der neue Geschäftsführer als der Ranghöhere das Vorrecht hat, zuerst zu erfahren, mit wem er es zu tun hat. Auch wenn Sie ihm namentlich bereits vorgestellt wurden, sollten Sie ihm deshalb Ihre Karte als Erster reichen. Vielleicht ist das ja schon der Auslöser, dass der neue Geschäftsführer Ihnen im Gegenzug seine Karte gibt.

Falls diese Reaktion nicht spontan kommt, ist auch eine sanfte Aufforderung in Ordnung. Sagen Sie zum Beispiel: „Darf ich auch Ihre Visitenkarte haben?“ oder „Es würde mich freuen, wenn Sie mir auch Ihre Kontaktdaten geben.“ Daraufhin wird der neue Geschäftsführer Ihnen sicherlich gerne seine Visitenkarte reichen.

Fall 2: Adelstitel und akademischer Grad?

Die Situation: Auf einer Feier lernen Sie eine Dame kennen, die sich Ihnen mit „Anneliese Rautenburg“ vorstellt. Im Gespräch sprechen Sie die Dame mit „Frau Rautenburg“ an. Beim späteren Visitenkarten-Tausch stellen Sie allerdings fest, dass die Dame Gräfin ist und einen Doktortitel hat. Bleiben Sie dennoch bei der Anrede „Frau Rautenburg“?
Die Lösung: Sobald Sie auf der Karte sehen, dass Ihr Gesprächspartner einen Adelstitel oder akademischen Grad hat, sollten Sie diesen bei der Anrede berücksichtigen. Die richtige Anrede ist also in diesem Fall „Frau Dr. Gräfin Rautenburg“. Auch wenn Sie die Dame bis jetzt mit „Frau Rautenburg“ angesprochen haben: Durch die Visitenkarte wissen Sie es jetzt besser und wechseln deshalb zur korrekten Anrede.

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Fall 3: Abkürzungen auf Visitenkarten?

Die Situation: Sie erhalten zusammen mit einem Glückwunschschreiben eine Visitenkarte. Auf der Karte steht „p. f.“. Was bedeutet dieses Kürzel?

Die Lösung: Hin und wieder werden auf Visitenkarten auch heute noch Abkürzungen verwendet, deren Bedeutung nur noch die wenigsten Menschen kennen. Damit der Hausherr in früheren Zeiten nicht nur wusste, wer ihn besucht, sondern auch, warum das der Fall ist, wurde der Besuchsgrund mit einem Kürzel auf der Karte vermerkt. Von diesen Kürzeln, die aus der französischen Sprache stammen, werden nach wie vor einige noch verwendet.

Das Kürzel „p. f.“ auf der Visitenkarte, die Sie gemeinsam mit dem Glückwunschschreiben erhalten haben, bedeutet also „um Glück zu wünschen“.

Tipp: Auch wenn Ihnen – jetzt – selbst diese Abkürzungen geläufig sind, verwenden Sie sie besser nicht. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass der Empfänger Ihrer Karte damit nichts anfangen kann.

Fall 4: Kontakt knüpfen bei einem Empfang?

Die Situation: Sie lernen auf einem Empfang einen Steuerberater kennen, mit dem Sie in Kontakt bleiben wollen. Wann bitten Sie ihn um seine Visitenkarte?

Die Lösung: In diesem Fall ist es unerheblich, wann Sie den Steuerberater, dessen Dienste Sie vielleicht gerne in Anspruch nehmen möchten, um seine Visitenkarte bitten. Sie können das während des Gesprächs machen oder ihn bei der Verabschiedung ganz zwanglos um seine Karte bitten. Eine andere Möglichkeit: Sie überreichen ihm Ihre Karte und bitten ihn, dass er sich bei Ihnen meldet. Allerdings geben Sie mit dieser Option die Handlungshoheit aus der Hand und können nicht sicher sein, dass der Kontakt auch fortgesetzt wird.

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