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Trauerrede: Angemessen und gefühlvoll kondolieren

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Trauerrede: Angemessen kondolieren und am Grab reden


Der Tod, selbst wenn er sich durch langes Leiden angekündigt hat, trifft die Hinterbliebenen meist überraschend. Für die letzte Reise ist daher der Koffer nie richtig gepackt.
Die Inhalte, die Sie beisteuern können, sind ein Kondolenzschreiben, tröstende Worte an die Angehörigen und vielleicht eine Trauerrede.
Zögern Sie nicht zu lange!
Ob schriftlich oder mündlich: Beim Beileidwünschen ist das schwierigste der Beginn. Zögern Sie das Kondolieren nicht hinaus. Die ersten Beileidsbekundungen sind die wertvollsten, da alle Trauernden sich nach Beistand und Trost sehnen.
Jeder möchte wissen, dass auch andere den geliebten Menschen vermissen und angesichts seines Dahinscheidens Schmerz empfinden.
Rufen Sie sich die Zeit in Erinnerung, als Sie selbst einen geliebten Menschen verloren hatten: Wie ginges Ihnen in den ersten Tagen nach dem traurigen Ereignis? Was hat Ihnen geholfen, darüber hinwegzukommen? Welche Worte spendeten Ihnen Trost?
Wie beginnen Sie den Kondolenzbrief?
Einen taktvollen Anfang im Beileidsschreiben zu finden, erleichtert Ihnen ein vorangestelltes Zitat. Es sollte kurz und prägnant sein und die Richtung vorgeben: „Niemand ist fort, den man liebt; Liebe ist ewige Gegenwart.“ Der Satz stammt von Stefan Zweig. Er eignet sich für Briefe, in denen Sie die Erinnerung an die verstorbene Person aufrechterhalten möchten.
So bauen Sie Ihren Kondolenzbrief auf
Verzichten Sie auf standardisierte Beileidsbekundungen. Schreiben Sie mehr als nur „Aufrichtige Anteilnahme zum Tod ...“ Und fürchten Sie sich lieber vor Floskeln als vor dem Zeigen von Gefühlen!

  • Haben Sie keine Scheu, Ihre Empfindungen aufrichtig zu schildern, und tun Sie dies mit eigenen Worten!
  • Leiten Sie Ihren Brief mit „Lieber“ oder „Liebe“ ein: Wer einen nahen Menschen verloren hat, ist dankbar für jedes warme Wort.
  • Sagen Sie in einfacher, natürlicher Sprache, dass Sie die verstorbene Person mochten und den Verlust als schmerzlich empfinden. Ein Beispiel: „Ich kann es noch gar nicht glauben, dass dein lieber Vater so plötzlich gestorben ist. Ich sehe ihn noch vor mir, wie …“ Damit hätten Sie einen gelungenen Einstieg in Ihr Beileidsschreiben.
  • Im Mittelteil Ihres Beileidsschreibens schildern Sie, wie Sie den Verstorbenen erlebt haben. Sie beenden den Brief, indem Sie den Angehörigen viel Kraft wünschen, die Zeit der Trauer durchzustehen. Als Grußformeln bieten sich „Mein herzliches Beileid“, „In tiefer Verbundenheit“ oder „Mit stillem Gruß“ an.

Was zeichnet einen guten Kondolenzbrief aus?

Ein aufrichtiges, Trost spendendes Beileidsschreiben würdigt die verstorbenePerson und ist individuell formuliert. Durchhalteparolen im Stil von „Kopf hoch“ und „Wird schon wieder“ sind unpassend und viel zu banal, um den Trauernden zu erreichen.

Es ist völlig normal, dass der Hinterbliebene zuerst an seinem Schmerz festhält: Die Trauer ist eine Möglichkeit, intensiv mit dem geliebten Menschen in Kontakt zu bleiben.
Das Ziel eines Kondolenzbriefs kann nicht sein, die verlassene Person von ihrem Schmerz zu befreien – sondern sie in ihrer Trauer zu begleiten, sich solidarisch zu zeigen, sich ein Stück weit auf ihren Abschiedsschmerz einzulassen.
Ein guter Brief erfordert eine Investition – von Mitgefühl. Versetzen Sie sich in die Lage des trauernden Menschen: Wenn Sie nicht mitfühlen, wird es Ihnen auch nicht gelingen, den Adressaten mit Ihren Worten zu erreichen.
Berücksichtigen Sie den Trauernden und Ihre Beziehung zu ihm. Inhalte für einen Brief sind etwa die Würdigung eines Verstorbenen, das Hinweghelfen über den Schock, der Ausdruck tiefer Betroffenheit oder auch der Blick nach vorn.
Wie kondolieren Sie persönlich?
Wie finden Sie die richtigen Worte gegenüber Hinterbliebenen, wenn Sie diesen erstmals nach dem Trauerfall persönlich begegnen?
„Aufrichtige Anteilnahme“ und „Herzliches Beileid“: Das sind die meistgeäußerten Reaktionen auf einen Todesfall. Sie sind auf Trauerkarten gedruckt und können auch mündlich verwendet werden.
Besonders die erstgenannte Formulierung hat einen gravierenden Nachteil: Viele empfinden sie als Floskel.
Alternativen zu den Standardformulierungen
Bei der ersten persönlichen Begegnung nach dem traurigen Ereignis können Sie auch sagen: „Das tut mir leid“: Dieser eher umgangssprachliche Satz ist authentisch. Schließen Sie ihn an die Information darüber an, wie Sie die Todesnachricht erfahren haben: von einem Freund oder Bekannten, durch die Anzeige in der Zeitung.
Eine weitere Möglichkeit lautet: „Mir fehlen die Worte“: Wenn Ihnen wirklich die Worte fehlen, hört sich das für die Hinterbliebenen echt an. Eine solche knappe Formulierung ist auf jeden Fall besser als peinliche Emotionalisierung oder lange Kommentare.
Sollten Sie Hilfe anbieten?
Bieten Sie Angehörigen oder Hinterbliebenen Hilfe an, sofern Sie dies können und wollen: etwa bei Behördengängen, bei der Kinderbetreuung, bei der Auflösung einer Wohnung.
Wenn Sie gebeten werden, eine Trauerrede zu halten
Niemand spricht gern über den Tod. Dennoch sollten Sie gerüstet sein, falls Sie gebeten werden, eine Trauerrede zu halten. Zur Vorbereitung ist es ratsam, sich möglichst viele Informationen über die verstorbene Person zu beschaffen. Ferner gilt es, bei der Ausarbeitung Ihrer Trauerrede gewisse Regeln zu beachten.
Darüber hinaus bestimmt Ihr Verhältnis zu dem beziehungsweise der Verstorbenen den Inhalt der Rede: Wie nahe haben Sie der Person gestanden? Wie gut haben Sie den Menschen gekannt?
Schließlich müssen Sie das Alter der Person und die Umstände des Todes berücksichtigen: Handelte es sich um ein Kind oder einen älteren Erwachsenen? Trat der Tod überraschend ein, oder hatte er sich angekündigt?
Wichtig vor der Trauerrede: das Kondolenzgespräch!
Führen Sie, bevor Sie Ihre Rede ausarbeiten, mit den engsten Hinterbliebenen ein Kondolenzgespräch. So erfahren Sie nicht nur weitere wichtige Details über die verstorbene Person. Sie wissen auch, welche Art Rede gewünscht wird und wie weit Sie in die Tiefe gehen dürfen. Überlegen Sie mit Angehörigen und Freunden, welche Akzente Sie setzen. Sprechen Sie sich ebenfalls mit dem Pfarrer und – gegebenenfalls – mit den übrigen Rednern ab.
Sagen Sie nichts gegen den Willen der Angehörigen! Je enger die Beziehung eines Hinterbliebenen zur verstorbenen Person, desto stärker fallen dessen Vorstellungen ins Gewicht. Wünschen etwa die Freunde des Verstorbenen eine Rede am Grab und spricht sich die Ehefrau strikt dagegen aus, müssen Sie den Wunsch der Witwe respektieren.
So bereiten Sie Ihre Trauerrede vor
Sammeln Sie gezielt Material: Beschaffen Sie sich möglichst viele Informationen über die verstorbene Person, die es zu würdigen gilt – mithilfe folgender Fragen:

  • Wie lässt sich der oder die Verstorbene am besten charakterisieren?
  • Welche besonderen Erinnerungen beschreiben den Dahingeschiedenen ideal?
  • Welche besonderen Leistungen hat der Mensch, um den es in Ihrer Rede geht, vollbracht?
  • Gibt es ein prägnantes Lebensmotto der verstorbenen Person?
  • Gibt es zum Vermächtnis des oder der Toten etwas Wichtiges zu sagen? Hat die Person eventuell eine Stiftung gegründet, eine Spende hinterlassen oder war ähnlich sozial engagiert?

Trauerreden drehen sich nicht allein um den, der diese Welt verlassen hat. Meist gibt es auch unter den Angehörigen oder Hinterbliebenen Personen, die besonders erwähnt werden sollten – denn sie haben im Leben des Verstorbenen eine wichtige Rolle gespielt.

Was Sie bei einer Rede am Grab unbedingt beachten sollten
Für Grabreden gilt eine goldene Rednerregel erst recht: Fassen Sie sich kurz! Sind Sie der Hauptredner, können Sie am Grab maximal fünf, bei der Trauerfeier auch zehn Minuten sprechen. Ergreifen außer Ihnen noch andere Redner das Wort, reichen zwei bis drei Minuten völlig aus. Eine weitere Regel schreibt vor:
Es soll nur das am Grab gesagt werden, was die verstorbene Person ehrt und gleichzeitig den Angehörigen gut tut.

  • Würdigen Sie den Toten realitätsnah, ohne übertriebene Lobeshymnen. Erfinden Sie nichts, verzichten Sie auch auf alles Negative.
  • Üben Sie Ihre Rede vorher gut ein. Sie darf nicht klingen, als hätten Sie die Worte auswendig gelernt! Verzichten Sie in jedem Fall auf Manuskript und Stichwortkarten. Auch aus diesem Grund sollte Ihr Auftritt bei einem solchen Anlass möglichst kurz sein.
  • Müssen Sie Ihre Rede am offenen Grab halten, beginnen Sie mit einer Verneigung vor dem Verstorbenen. Wenden Sie sich danach der Trauergemeinde zu.
  • Denken Sie daran: Am Grab sind eher die leisen Töne angebracht, selbst wenn weiter entfernt Stehende nicht mehr jedes Wort verstehen.
  • Bezeugen Sie Ihren persönlichen Schmerz. Sprechen Sie der Familie Ihr Beileid aus.
  • Greifen Sie zwei oder drei Punkte aus dem Leben des Dahingeschiedenen heraus, die zu würdigen Ihnen besonders wichtig erscheinen.

Was tun, falls Ihre Stimme versagt?
Vor allem wenn Kinder sterben, sind Begräbnisse besonders traurig. Ihre kurze Trauerrede sollte drei Aufgaben erfüllen: letztes Adieu – dankbare Erinnerung – tröstender Blick nach vorn.
In Ihrer Grabrede, etwa zum Tod eines Kindes, aber auch beim Verlust eines guten Freundes, dürfen Sie ruhig Ihre Gefühle zeigen. Was aber tun Sie, wenn Ihre Stimme versagt?
Am besten, Sie machen eine Pause. Die Unterbrechung darf etwas länger sein als bei einer normalen Rede. Im Publikum werden alle mit Verständnis und Sympathie reagieren. Wenn Ihnen ein Weiterreden nicht möglich ist, brechen Sie ab.
Die Wirkung ist häufig stärker, als wenn Sie unbeirrt fortfahren. Halten Sie sich aber in jedem Fall eine Minimalformulierung in Reserve, mit der Sie die Rede abschließen – und wenn es nur ein einziger Satz ist!

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