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Was haben destruktive Kritik und ein Grippevirus gemeinsam?

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Kritisieren und kritisiert werden ...

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

wissen Sie, was mich überrascht hat? Die Zahl der Zuschriften, die ich auf meinen letzten Knigge Ticker-Beitrag hin erhalten habe. Es ging darin um das Thema "Müssen Kinder sich das gefallen lassen?". Sie erinnern sich vielleicht, liebe Leserin, lieber Leser.

 

 

Die Reaktionen waren ganz unterschiedlich. So schrieb mir beispielsweise eine Dame, die selbst Mutter zweier Kinder ist:

"Sie haben so Recht mit der Unerzogenheit von Erwachsenen gegenüber Kindern. Vielen Dank für diese Ausgabe Ihres Newsletters."

Und eine andere Dame war richtig wütend - auf mich. Sie schrieb:

"Was mich auf die Palme bringt ist Ihre Dreistigkeit, einen Stellvertreter in eine Kassenschlange zu stellen und einstweilen in Ruhe weiter einzukaufen. DAS ist unhöfliches Verhalten, das einem Kind nicht vorgelebt werden sollte."

Natürlich habe ich mich über die Zuschriften, in denen mir in vollem Umfang zugestimmt und Sympathie ausgedrückt wurde, sehr gefreut. Aber auch die kritischen Worte waren ein Grund zur Freude: Sie zeigen mir ebenso wie die lobenden Worte, wie engagiert die Leser unseres Knigge Tickers sind.

Unsere Beiträge werden nicht nur überflogen, sondern mit großer persönlicher Anteilnahme gelesen. Und diese Nähe zu unseren Lesern macht mich als eine der Redakteurinnen des Knigge-Tickers stolz.

Deshalb bedanke ich mich heute noch einmal ganz herzlich für jede einzelne Zuschrift.

Um die Kritiker vielleicht ein wenig zu beruhigen: Von "in RUHE einkaufen" konnte an diesem Tag keine Rede sein. In dem Gewühl vor den Regalen hätte es meinem Sohn gewiss nicht besser gefallen als in der Schlange vor der Kasse. Und ich bin mir sicher, dass er sich nicht als Platzhalter benutzt gefühlt hat, sondern viel mehr als Teil eines Teams, in dem jeder eine Aufgabe übernimmt, um gemeinsam so schnell wie möglich ans Ziel zu kommen - und das hieß in diesem Fall: Raus aus dem Laden! Und in diesem Team - das weiß ich aus Erfahrung - hat mein Sohn auch kein Problem damit, deutlich zu machen, wenn er etwas nicht will.

In einigen der Zuschriften wurden mir auch Fragen zu speziellen Knigge-Themen gestellt. Ich habe mir diese Fragen alle notiert und werde sie im Laufe der nächsten Zeit im Rahmen des Knigge Tickers beantworten. Für ein bisschen Geduld bedanke ich mich schon jetzt.

Aber nun, liebe Leserin, lieber Leser, zum heutigen Thema, auf das ich ebenfalls durch die Zuschriften gekommen bin: das Thema Kritik.

Stellen Sie sich vor, liebe Leserin, lieber Leser, Sie befinden sich in einer Unterhaltung und können die Ansichten Ihres Gesprächspartners überhaupt nicht teilen. Wie reagieren Sie?

Ich erinnere mich noch an einen früheren Kollegen, der zu allen Ideen und Meinungen, die nicht aus seinem eigenen Mund stammten, nur meinte: "Das ist doch totaler Mist!"

Sie, liebe Leserin, lieber Leser, gehören sicherlich zu den Menschen, die von solchen Killerphrasen großen Abstand nehmen und Kritik lieber positiv formulieren. Beispielsweise mit moderierenden Sätzen, die auch den Weg zu einer gemeinsamen Lösung offen lassen.

Besser moderieren als knallhart kritisieren, lautet das Motto also - mit Sätzen wie:

  • "Bitte betrachten Sie die Sache einmal unter diesem Gesichtspunkt."
  • "Ich fürchte, ich habe mich missverständlich ausgedrückt."
  • "Lassen Sie uns gemeinsam überlegen, wie wir ..."
  • "Wie interessant. Das höre ich heute zum ersten Mal."
  • "Wenn ich mich in Ihre Position hineinversetze, kann ich Ihren Standpunkt verstehen. Bitte bedenken Sie aber auch ..."
  • "Mein Lösungsvorschlag ist ..."

Hier ein sehr interessanter Artikel zu diesem Thema, den ich in unserem Archiv für Sie gefunden habe:

 

 
 

Das große Knigge-Extra-Wissen:

Was hat destruktive Kritik mit einem Grippevirus gemeinsam?
Wer Grund zum Kritisieren sieht, nimmt in der Regel typische Symptome bei sich wahr: Wut, Enttäuschung, Angst, Aggression. Diese Gefühle stören die Kommunikation zwischen Ihnen und demjenigen, der sie verursacht hat. Ihre Beziehung zu dem zu Kritisierenden wird „krank“, so, als hätte sie ein „Grippevirus“ erwischt.
Wählen Sie die richtige Medikation
Manchmal müssen Sie – wie bei einem richtigen Grippevirus auch – gar nichts unternehmen: Die Krankheit verschwindet von allein. Bleiben die Symptome jedoch bestehen, benötigen Sie die richtige Medizin in der richtigen Dosis.
Ist die Medizin falsch oder die Dosis zu gering, bessert sich die Situation nicht, sondern wird vielleicht noch schlimmer. Ist die Dosis zu hoch oder das Medikament zu aggressiv, erzeugen Sie andere Leiden, sogenannte Nebenwirkungen. Sie können viel schlimmer sein als der ursprüngliche Krankheitszustand.
Genauso ist es beim Kritikgespräch: Sie benötigen eine passende Gesprächsstrategie, um die erwünschten Änderungen zu erreichen. Die Kritik sollte weder zu zaghaft sein, noch sollten Sie mit Kanonen auf Spatzen schießen. Ansonsten kann der Zustand nach der „Medikation“ schlechter als vorher sein.

Achtung:
Wer ist der „Patient“? „Therapiert“ werden muss – wenn überhaupt – nicht der zu Kritisierende, sondern die Kommunikation in der Beziehung. Funktioniert die Kommunikation zwischen Ihnen und Ihrem Gegenüber und ist die Beziehung intakt, wird destruktive Kritik entweder überflüssig oder sie wird subjektiv nicht als solche empfunden.

 

Und da wir ja nicht nur diejenigen sind, die kritisieren, sondern nicht umhin kommen, auch mal selbst unter Beschuss zu stehen, hier noch ein Beitrag für den Fall, dass Sie sich zu unrecht kritisiert fühlen:

 

 
 

So reagieren Sie souverän auf ungerechtfertigte Vorwürfe

Kritik muss sein, keine Frage. Doch manchmal läuft ein Kritikgespräch aus dem Ruder, die Vorwürfe erscheinen dem Kritisierten plötzlich ungerechtfertigt und überzogen.
Der große Knigge verrät Ihnen, wie Sie in dieser Situation am besten reagieren:

  • Sind Sie mit einem verbalen Angriff konfrontiert, versuchen Sie zunächst einmal, die Gründe für die Anschuldigungen zu verstehen. Denn eine souveräne und stilvolle Reaktion kann Ihnen nur gelingen, wenn Sie die Situation richtig einschätzen.
  • Die Kunst der richtigen Reaktion liegt darin, einen verbalen Angriff als konstruktive Chance zu begreifen – und nicht emotional zu reagieren und in die Luft zu gehen. In den fernöstlichen Verteidigungs-Sportarten nennt man dies „einen Schritt zur Seite treten“.
  • Machen Sie dem Angreifer in Ihrer ersten Reaktion deutlich, dass die Art und Weise seiner Bemerkung nicht in Ordnung war. Verwenden Sie dazu eine Ich-Botschaft.
  • Versuchen Sie dann, etwas Positives in dem Angriff zu erkennen. Mit der Positiv-Reaktion beweisen Sie Stärke durch Gelassenheit und werden wieder „Herr der Lage“.
  • Bieten Sie schließlich die Rückkehr zum konstruktiven Gespräch an. Das gelingt immer mit der Fragetechnik.
  • Machen Sie sich mit den wichtigsten Angriffs-Strategien vertraut. Für jede von ihnen gibt es weitere Methoden, stilvoll zu parieren und den Weg zurück zum konstruktiven Gespräch zu ebnen.
  • Besonders stillos sind persönliche Attacken. Bleiben Sie in solchen Fällen äußerlich ruhig und gelassen, selbst wenn Sie innerlich kochen. Und lassen Sie persönliche Angriffe möglichst souverän ins Leere laufen.
  • Wenn die Ruhe Sie verlässt und die Emotionen sich ihren Weg bahnen, sollten Sie zu Deeskalations-Taktiken greifen. Lässt sich die Situation auch mit verbalen Tricks nicht beruhigen, schaffen Sie Distanz und verlassen Sie möglichst den Raum.

 

Mit herzlichen Grüßen<br/>

Ihre

 

 

 

Alexandra Sievers<br/>

 

Knigge Ticker

Wenn es um das Thema Umgangsformen geht, gibt es viel Verwirrung, viele Lügen oder Aussagen, die aus dem Zusammenhang gerissen wurden. In dem Newsletter "Knigge-Ticker" wird endlich mit Halbwissen und Unwahrheiten aufgeräumt.

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