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Achtung! So schnell nehmen Sie Ihren Worten die Kraft

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Warum tut denn keiner mehr was?

 

Stellen Sie sich doch bitte einmal vor, unser Stellen hätte die Eigenschaft eines Vorratschranks: Was herausgenommen und benutzt wird, ist weg. Wissen Sie, worauf wir dann schon lange verzichten müssten?

Auf die Endsilbe "-ung". Denn die erfreut sich in den letzten Jahren einer außerordentlichen Beliebtheit. Und wäre unser Wortschatz tatsächlich ein Vorratschrank, dann wäre diese Endung schon längst aufgebraucht. Denn heute wird vielfach nicht mehr "verwendet", sondern es geht um die "Verwendung". Und es wird auch nicht mehr vermieden, sondern es geht um die "Vermeidung". Sprich: Die früher als "Tunwörter" bezeichneten Verben werden schonungslos substantiviert - und so entsteht unterschwellig der Eindruck, dass niemand mehr etwas "tut".

Als Redenschreiberin und Rhetorikberaterin höre ich oft die Bitte: "Können Sie meine Rede etwas überarbeiten und lebendiger gestalten." - In vielen Fällen bräuchte ich dazu nur die Suchfunktion des Schreibprogramms auf meinem PC.

  • 1. Schritt: Bei "Suchen" die Endung "ung" eingeben,
  • 2. Schritt: einen Großteil der substantivierten Verben wieder durch die entsprechenden "Tunwörtern" ersetzen.

Und schon hätte die Rede an Lebendigkeit gewonnen! Denn "tun" ist und wirkt aktiv.

 

 

Und so geht's:

Wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser Ihre Rede oder Ihren Vortrag schriftlich vorbereiten, prüfen Sie Ihr Manuskript am Schluss noch einmal ganz genau - und überlegen Sie, welche Substantivierungen tatsächlich erforderlich sind.

Beispiel: Sagen Sie statt "Unser Ziel ist die Umsatzoptimierung" besser: "Unser Ziel ist es, den Umsatz zu optimieren". Und in einem weiteren Schritt können Sie dann auch noch das Fremdwort streichen und Ihr Publikum in Ihre Formulierung einbeziehen - auch das macht Ihre Rede vielfach sofort lebendiger.

Im Fall der Umsatzoptimierung klingt das dann so: "Unser Ziel heißt: Wir steigern unseren Umsatz!" Damit geben Sie Ihren Zuhörern gleich eine Handlungsanweisung mit auf den Weg. Sie sprechen aktiver und fordern gleichzeitig zur Aktivität auf.

Ein weiteres Beispiel: Vielleicht passt ja anstatt der "Risikominimierung" auch, wenn Sie sagen: "Unsere Aufgabe ist es, das Risiko möglichst gering zu halten". Oder statt "Qualifikationsmaximierung": "die Qualifikation auf das höchst mögliche Niveau zu bringen".

Natürlich lässt sich gerade in der Geschäftssprache nicht jede Substantivierung durch eine aktive Formulierung ersetzen. Aber an der einen oder anderen Stelle Ihres Vortrags funktioniert es bestimmt. Und Sie werden merken, liebe Leserin, lieber Leser, dass Ihr Publikum bei einem Vortrag, in dem sich etwas "tut", viel lieber und aufmerksamer zuhört.

 

Negativbeispiele zum Schmunzeln:

In einem Artikel zum Thema Schulsystem habe ich vor einiger Zeit gelesen, dass „im Hinblick auf die Qualifizierung der Schüler die Verstärkung der Fortbildung der Lehrer mehr Beachtung finden“ müsste. Was sagen Sie dazu, liebe Leserin, lieber Leser?

Also ich finde es zweifellos gut, wenn stärker darauf geachtet wird, dass die Lehrer sich fortbilden, damit die Schüler mehr lernen. Aber wenn das das Deutsch ist, das unseren Kindern an den Schulen beigebracht wird, dann wird mir doch ganz anders. Vielleicht schreiben unsere Sprößlinge dann ja eines Tages auch Sätze wie diesen, den ich an anderer Stelle gelesen habe:

„Die Aufklärung der Bürger in Bezug auf die Mülltrennung ist von hoher Bedeutung für die Vermeidung des Anwachsens der diesbezüglichen Umweltproblematik.“ – Da frage ich mich doch, ob möglicherweise sämtliche Verben, die unserer Sprache so gut tun, bereits entsorgt wurden. Aufgrund der Fehleinschätzung ihrer Bedeutung für die Verständlichkeit und die Fließförderung von Sätzen.

Und um darüber nachzudenken, mache ich jetzt einen Gang in die Küche in Beabsichtigung der Inbetriebnahme der Kaffeemaschine.

 

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, einen Tag, an dem es viel zu "tun" gibt!

Herzlichst Ihre

 

 

Alexandra Sievers

 

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