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Bringen Sie mal Running Gags in Ihrer Rede!

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Von Jürgen M. Bergfried,

Wir Deutschen tun uns angeblich etwas schwer mit dem leicht beschwingten, dem lockeren Umgang mit unserer Sprache? Das stimmt erstens nicht und muss auch gar nicht sein, denn wir werden gleich sogar einige Beispiele für sehr niveauvolle 'Running Gags' – zu deutsch: Dauerwitz/e – lesen: „Ach was muss man nur von bösen / Buben hören oder lesen“, so beginnt bekanntlich die Geschichte von Max und Moritz (von Wilhem Busch), und der Endvers zu jedem Streich ist – ein Runnig Gag, der beschwingt und heiter den einen beendet und den nächsten ankündigt: „Dieses war der x-te Streich, / doch der nächste folgt sogleich.“

Man muss kein Witzbold sein, um Pointen zu erfinden.

Running Gags (RG) sind ein Stilmittel der Komik und des Humors, so lässt es sich schnell bei wikipedia.org 'ergooglen'! Ach, auch als Redenschreiber liebe ich das Internet, in dem sich jede Idee, jeder Gedanke, jeder Begriff in Null-Komma-Nix recherchieren lässt (übrigens, wenn ich dieses Lob aufs IT nun mehrmals in diesem Newsletter wiederholte, dann wäre das bereits ein ganz einfacher RG). Es geht also darum, einen Witz, eine Anspielung, ein Kuriosum, eine Begebenheit, eine schrullige Eigenschaft (wie es früher hieß) oder Macke oder einen Spleen über, mit und ohne eine Person oder Sache mehrmals zu wiederholen, so dass beim Leser, Zuhörer oder Zuschauer eine angespannte Vorfreude entsteht, die in einer dann doch noch überraschenden Pointe gipfelt (so die Antwort als mein geliebtes rasantes IT-Ergebnis zum RG).

Apropos Zuschauer: Die bekanntesten und klassischsten RG kennen wir aus Filmen (etwa die Kurzauftritte von Alfred Hitchcock in jedem seiner Filme) oder dem TV: "Dinner for One" ist geradezu eine Fundgrube dafür, wie sich Schlag auf Schlag die RGs aneinander reihen oder die "Muppet Show" oder auch – ganz modern die TV-Krimi-Serie "Mord mit Aussicht" mit der Figur des betagten Mütterleins, die in jeder Folge einen Polizeieinsatz behindert, weil sie minutenlang die Hauptstraße im fiktiven Eifeldorf Hengasch überquert.

Dann kommen wir über "Asterix und Obelix" ganz sacht vom Film zum Buch, wenn auch zuerst als Comix, also gezeichnete Bildergeschichte: Da gibt es doch in jeder Folge bei einer Schiffspassage das Aufeinandertreffen mit den Piraten, was jedes Mal dank der Dauerkraft von Obelix den physischen und wirtschaftlichen 'Untergang' (im wahrsten Sinne des Wortes) für die Piraten bedeutet – bis dann, in einer späten Folge sich die Piraten nach dem ersten Sichtkontakt mit Obelix schleunigst selbst versenken, weil das Ergebnis dasselbe sei wie bei einem Angriff, nur nicht so schmerzlich, wie der Chefpirat seinen Befehl begründet!

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3xA für gute RGs: Ausdenken – Aufschreiben – Ausprobieren.

Mit weniger Bildern und mehr Text, vor allem in Versen, geht es weiter mit der "Geschichte vom Zappel-Philipp" aus dem Struwwelpeter. Dieser Junge kann einfach nicht ruhig am Tisch sitzen, er hibbelt ständig herum und schaukelt so lange mit dem Stuhl, bis er zu Boden kippt und mitsamt der Tischdecke Geschirr und Speisen mit sich hinunter reißt. Als Gegenteil dazu ist in jeder Strophe der Refrain als RG: „Und die Mutter blicket stumm / auf dem ganzen Tisch herum.“

Für heute habe ich noch einen letzten Beleg, der dann auch tatsächlich in die Realität überleitet: Das Märchen"Rumpelstilzchen" der Brüder Grimm. Da soll doch die Müllerstochter einfaches Stroh zu Gold spinnen, und zum Lohn wird sie die Prinzgemahlin. Da sie das Spinnen nicht kann, geht ihr ein Gnom zur Hand, der immer mehr Lohn verlangt und schließlich das erstgeborene Kind des jungen Paares. Natürlich kennen Sie die Geschichte und den entsprechenden RG: „Ach, wie gut, dass niemand weiß, / dass ich Rumpelstilzchen heiß!“ Den tanzt der Gnom in seiner Höhle tief im Wald, während die Königin verzweifelt nach seinem Namen suchen lässt.

Was ist denn da der RG? Dass sie nach mehreren Runden mit Fehlnamen den richtigen entdeckt und diesen dann als allerletzte Chance serviert. „Das hat dir der Teufel gesagt!“ flucht der Gnom lauthals und fährt zur Hölle. Und: Was ist die Realität? Na, die 5. Jahreszeit, der Karneval, besonders in Köln. Dort tritt seit vielen, vielen Jahren der Büttenredner Fritz Schoops als "Et Rumpelstilzche" auf und beendet jedes Kapitel seines Vortrags mit den Zeilen: „Ach, wie gut, dass niemand weiß, / dass ich Rumpelstilzchen heiß!“

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