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Danke Anke! So meistern Sie Versprecher wie die Nummer Eins.

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Keep cool - bange machen (lassen) gilt nicht!

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

Berlin, Eröffnungsgala zur Berlinale 2011 mit Anke Engelke als Moderatorin: Nicht nur, dass sie allein schon vom Look her eine >Kracher-Lady< ist, sondern auch dank ihrer Persönlichkeit und Souveränität in der Präsentation im fliegenden Wechsel zwischen fließendem Deutsch und ‚native spoken English’. Und dann noch ihre Lockerheit im Umgang mit dem Intendanten Dieter Kosslick und allen Granden der Branche auf der Bühne und im Publikum. Im Saal saßen um die 1.600 Top-Gäste aus der Führungsriege der internationalen Filmwirtschaft, atemberaubende Schauspieler/innen sowie wichtige, dem Kino, dem Film und seinen Machern verbundene Diplomaten und Politiker. 

Als Anke Engelke die VIPs gemäß den protokollarischen Gepflogenheiten einer Veranstaltung dieses Ranges begrüßte, also freihändig (ohne Spickzettel) und – typisch für diese Gala – entspannt, da unterlief ihr ein Fauxpas. Sie titulierte Herrn Minister Dirk Niebel in Deutsch als ‚unseren Wirtschaftsminister’ und im nächsten Atemzug mit der korrekten Amtsbezeichnung auf Englisch. Das kann fast keiner bemerken, dachte ich vor meinem TV-Gerät, aber backstage gab es eben doch Protest. Denn als die Moderatorin nach einem Show-Act wieder auf die Bühne kam, erklärte sie, sie habe doch eben den Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unbeabsichtigt für einige Minuten zum Wirtschaftsminister gemacht. Dann, fast wörtlich: „Herr Niebel, ich hoffe, Sie haben es trotzdem genossen.“ Dieser, groß im TV-Bild, machte grinsend eine Geste des Verständnis und der Annahme der Entschuldigung, dazu gab’s Beifall im Saal!

Im Branchenjargon gesprochen war das >ganz großes Kino< mit der >Queen of Comedy< in der Hauptrolle. Bleibt wie immer die Frage: Was können wir daraus für die Bühne lernen, die uns als Redner/in als nächste die Welt bedeutet? Zuerst einmal die Formel: Wenn’s hinten kracht, gilt’s vorne ruhig zu bleiben. Oder, aus einer ziemlich vergessenen Operette den immer noch bekannten Refrain: „Doch wie’s da drinnen aussieht, geht niemand was an.“ Stellen Sie sich vor, im Fall des Falles summen Sie innerlich diese Melodie, dann haben Sie bereits die wichtigsten Grundeinstellungen, die Ihnen aus fast jeder Sackgasse, über jedes Schlagloch im Ablauf Ihres Vortrags hinaus und hinweg helfen: Gelassenheit – Mutterwitz – und Offenheit.

Versprecher sind nicht zu vermeiden – nur im Vorkommen zu minimieren! 

Lassen wir bitte mal die Versprecher beiseite, die aus tiefer emotionaler Bewegung passieren, wobei sie sich selbst entschuldigen und erklären, wenn wir hören und sehen, um wen oder was es sich handelt. Dafür gilt unser Mitgefühl besonders. Aber unser Mitgefühl als Zurückhaltung gilt auch in jeder anderen, einfacheren Situation, in der wir miterleben, wie ein/e Redner/in ins Straucheln gerät. Damit haben wir die einzige Regel behandelt, die von Zuhörern und Zuschauern eines Live-Events einzuhalten allein schon die Höflichkeit gebietet. Sehen wir uns also an, wie Sie als Redner/in Versprecher verhindern oder damit umgehen:

  1. Vor dem Auftritt: Üben – üben – üben! Nehmen Sie Ihr Manuskript und tragen es vor: Sich selbst vor dem Spiegel, beim Spazierengehen, stehend an einem imaginären Rednerpult, vor gutwilligen Testzuhörern. Sie prägen sich Überleitungen ein und notwendige Fremdworte, sie trainieren den Übergang von einem auf das nächste Blatt (schauen Sie sich die Tricks der Abgeordneten in den Parlamenten ab). Machen Sie eine Aufnahme und sehen Sie sich an und hören sich zu, dann erkennen Sie mögliche Stolpersteine für sich.
  2. Ihre Manuskriptblätter sollten nur wenig Text und diesen in großer Typo enthalten. Lieber zweimal mehr umblättern als einmal im ‚Textsalat’ (so sieht ein Manuskript unter Stress aus) die richtige Zeile, das richtige Wort finden. Außerdem: Ihre Nervosität potenziert sich, wenn Sie darauf achten, wie z.B. ein DIN A4 Blatt in Ihren Händen zittert. Sie verfallen dann leicht dem ‚Wahn’, dass Ihr Publikum das genauestens bis in die letzte Reihe mitbekommt, was natürlich nicht stimmt. Trotzdem: Nehmen Sie das Format DIN A5 quer und ein stärkeres Papier (schauen Sie sich von den Moderatoren im Fernsehen ab, wie die mit diesen A5-Karten arbeiten).
  3. Seien Sie rechtzeitig vor Ort und nehmen Sie die Atmosphäre in sich auf. Prüfen Sie das Mikrofon (an-aus-zu laut-zu leise-Nachhall-übersteuert usw.) und lassen es richten. Stellen Sie sich ans Pult, nehmen Sie (die) Haltung an und ihre Varianten. Sorgen Sie dafür, dass etwas zu Trinken bereit steht – frisch für Sie und z.B. stilles Wasser, Sie wissen schon! Und schließlich: Atmen Sie dreimal tief durch, bevor Sie Ihre Rede beginnen, und bleiben Sie während der Rede im gewohnten Rhythmus.
  4. Während des Auftritts: Behalten Sie Ihr Publikum im Auge und im Ohr: Ist es aufmerksam und hört zu oder abgelenkt, ist jemand eingeschlafen (etwas Schwund ist immer!) oder unruhig. Formiert sich Widerspruch (Kopfschütteln, angedeutetes Handmelden, Tuscheln, Zwischenruf), dann nehmen Sie das als gutes Zeichen und lassen sich nicht irritieren. Entscheiden Sie nur rechtzeitig, ob Sie Einwände zulassen oder zuerst Ihre Rede zu Ende bringen wollen – und bitte, wenn nötig, sagen Sie das einmal laut.
  5. Und wenn Sie sich trotz all Ihrer guten Vorbereitung versprechen, ist das zuerst einmal menschlich und noch lange kein Beinbruch. Ihr Publikum will sie hören, also setzen sie einfach noch einmal an, oder Sie bitten um Verständnis, oder Sie bitten um Geduld und Ruhe, oder Sie versuchen einen Scherz, wie zum Beispiel: „Gestern ging’s noch. Jaja, die Generalprobe lief zu gut, deshalb häufen sich heute die Pannen!“

Und dabei summen Sie innerlich die Melodie: „Doch wie’s da drinnen aussieht, geht niemand was an!“

 

 
 
  

 

Herzlich grüßt 

Jürgen M. Bergfried

 

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