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Der erste Satz muss dem Schreiber Dampf machen!

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Ihr Manuskript braucht nicht nur klare Struktur.

 

In aller Regel schreibe ich Ihnen eher dazu, wie Sie als Redner in Fahrt kommen und Ihre Zuhörer/innen in Schwung bringen. Letzte Woche nun war ich auf der Flucht vor den immer wiederkehrenden Nachrichten über die Probleme mit dem Euro, also -Rettungsschirm, -Bonds, -Hebel und vor allen über die beiden Macher Merkel und Sarkozy. Die haben es doch inzwischen auf das Medienkürzel >Merkozy< gebracht, und das ist der einzige kleine Spaß an dem großen leidigen Thema, Dank an euch, ihr fröhliche Reporterzunft! Während ich mich also durch die Kanäle zappte, geriet ich in eine Sendung mit Namen >Das!< - sozusagen eine echte Alternative zur Umgehung aller Nachrichtensendungen im Deutschen Fernsehen, ohne das Gerät auszuschalten.

Dort sitzt jeden Vorabend jemand auf dem roten Sofa und wird freundlich befragt und vorgestellt, und just, als ich via Fernbedienung dort hineinschaute, saß da Franz Josef Wagner. Er ist ein deutscher Boulevard-Journalist, aber nicht irgendeiner, sondern ein ganz besonderer – eben der gewisse Wagner, Chefkolumnist bei Springer mit der werktäglichen Kolumne >Post von Wagner< und daneben oder darüber hinaus Autor mehrerer Bücher. Franz Josef Wagner ist also ein Vielschreiber, manche nennen ihn wegen seines Fleißes, seines Metiers und seines Stils auch >Gassen-Goethe< – in meinen Augen viel mehr ein treffender Ausdruck von Anerkennung und Bewunderung als vielleicht Spott oder Herabsetzung.

 



Entscheidend, und deshalb habe ich mit gespitzten Ohren zugehört, sind die Ausführungen solcher Autoren, die quasi am laufenden Band Texte produzieren, auf die immer wiederkehrende Frage: „Wie machen Sie das eigentlich?“ Gemeint sind dabei die Ideen, die Themen, die Kunst und Lust am Formulieren, das Aufschreiben als Lauf oder wie in einem Rausch und so fort. Da sagte der Herr Wagner auf die entsprechende Frage schlicht: „Der erste Satz muss stimmen!“ Und führte weiter dazu aus, dass er darüber lange nachdenke, wie er einen Text beginne, wie er denn lauten solle, der erste Satz. Wenn der erst geschrieben und noch einmal kritisch geprüft und gewichtet sei, dann laufe der weitere Text tatsächlich quasi von alleine aus dem Kopf über die Finger in die Tasten des PC!

Ihr Manuskript braucht auch ganz viel Stimmung.

Dagegen sind wir doch ganz kleine Redenschreiberlein; doch bevor wir nun vor Neid erblassen und uns neben unserem PC zum Absturz bringen, muss ich Ihnen wie auch mir doch zu bedenken geben:

  • Ein jeder Textfluss hat als Quelle das Talent und für das Tempo die Erfahrung seines Verfassers.
  • Das beste Boot, um im Schreibstrom nicht zu havarieren, unterzugehen oder zu früh auf Grund zu laufen, sind die Idee und die Recherche. Nicht umsonst hieß es früher: Die wichtigste Idee ist zu wissen, wo was steht, wenn man schon nichts weiß! – Das war natürlich lange vor der Gefahr einer schnellen Entdeckung à la Guttenberg, doch es galt immerhin bis lange nach Gutenberg!
  • Selbstverständlich ist gut schreiben zu können auch eine Gunst, doch zu einer Kunst muss sie zuerst noch entwickelt werden.

Dem bereits angesprochenen und unbestrittenen Großmeister der deutschen Dichtkunst Johann Wolfgang von Goethe wird die Formel zugeschrieben, die sich im Jargon eines >Gassen-Goethe< etwa so liest: „Genie ist 5 Prozent Inspiration und 95 Prozent Transpiration!“ Das stimmt, lässt sich leicht behalten und eignet sich auch hervorragend als Trost, wenn die Gedanken mal nicht sprudeln und die Sätze sich nur als schmales Bächlein entwickeln wollen.

Zum Schluss für heute habe ich noch eine kleine Geschichte von Dieter Nuhr über das unterschiedliche Verständnis von Worten und Sätzen, aktuell passend zur Weihnachtszeit: Man wolle sich nichts schenken, so beschließe es ein Ehepaar in jedem Jahr mit Blick auf das Fest. Doch je näher der 24. Dezember rücke, desto hohler klinge der Schwur bei jeder Wiederholung. Und schließlich sage sie – und das sei ein Beispiel der für Männer unerklärlichen Logik von Frauen: „Aber nichts heißt doch nicht: Gar nichts!“

Also, liebe Leser (m), bevor sie sich das Aufschreiben, laufen Sie besser gleich los! Noch ist es Zeit, um eines dieser >Nichts< zu kaufen, und der Einzelhandel hat dafür doch ein reichhaltiges Angebot!

 

Herzlich grüßt

Jürgen M. Bergfried

 



 

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