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Eine der wichtigsten Grundregeln für gelungene Reden

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Liebe Leserin, lieber Leser,

heute vor 56 Jahren wurde in Japan der erste Hochgeschwindigkeitszug zwischen Tokio und Osaka in Betrieb genommen.

 

Und heute Morgen, um 7.15 Uhr, hat mir mein 7-jähriger Sohn ein Gedicht vorgetragen: als Generalprobe für sein heutiges Schulfest.

Jetzt fragen Sie sich bestimmt, was das eine mit dem anderen zu tun hat?

Nun, Sie hätten meinen Sohn mal hören sollen! Das Tempo, in dem er vor Aufregung gesprochen hat, war kaum zu überbieten. Hätte sich die Geschwindigkeit, mit der er durch das Gedicht gerast ist, mit der Fahrgeschwindigkeit eines Zuges messen lassen, so hätte selbst ein Hochgeschwindigkeitszug als Bummelzug abgeschnitten.

Aber nicht nur Kinder überschlagen sich leicht beim Sprechen, wenn sie aufgeregt sind. Erwachsenen Rednerinnen und Rednern, selbst mit jahrelanger Erfahrung, ergeht es oft ebenso.

Und wissen Sie, was dann beim Publikum für ein Eindruck entsteht?

Dass die Rednerin oder der Redner froh ist, wenn sie ihren bzw. er seinen Auftritt hinter sich hat. Was an der Wahrheit ja auch nicht unbedingt vorbei geht. Sie können das aus eigener Erfahrung bestimmt nachfühlen.

Aber an sich ist es schade, denn denken Sie doch mal an Ihre letzte Rede zurück und überlegen Sie,

  • wie viel Zeit Sie sich für die Rede-Vorbereitung genommen haben.
  • wie lange sie überlegt haben, bis Sie für die eine oder andere Stelle das richtige Wort gefunden haben, um eine Charaktereigenschaft oder einen Sachverhalt zu beschreiben.
  • wie pingelig und fleißig Sie waren, um Wortwiederholungen zu vermeiden.
  • wie intensiv Sie an einer Pointe gearbeitet haben.
  • wie viel Feinarbeit Sie geleistet haben, um Ihrer Rede den letzten Schliff zu geben.

All diese Arbeitsschritte lassen sich damit vergleichen, dass Sie für Ihre Rede "Bahnhöfe" gebaut haben. Und nun rasen Sie bei Ihrer Rede einfach wie ein Hochgeschwindigkeitszug durch diese Bahnhöfe dindurch - und Ihr Publikum hat überhaupt nichts davon.

So gesehen, hätten Sie sich die ganze Arbeit doch auch sparen können, oder?

Betrachten Sie Ihre Rede ruhig als eine Art "Bahnfahrt", bei der Sie der Lokführer sind.

Mit einem gelungenen Einstieg holen Sie Ihre Zuhörer ab, um sie auf eine Reise mitzunehmen. Und mit dem Schluss Ihrer Rede setzen Sie Ihr Publikum an der Endstation ab.

Aber vergessen Sie bitte nicht, während dieser Reise immer wieder an den einzelnen Bahnhöfen anzuhalten!

Und so geht's:

1. Sprechen Sie langsam.

Natürlich nicht so langsam, dass Ihre Zuhörer das Gefühl haben: "In diesem Tempo kommen wir ja nie an." Denn das verleitet Ihr Publikum dazu, Sie anschieben zu wollen - und dazu muss es aussteigen. Schups, sind Ihre Zuhörer weg! Und Sie fahren alleine weiter. Langsam zu sprechen heißt nicht, aus Ihrem Zug einen Schlafwagen zu machen. Langsam zu sprechen bedeutet, dass Ihre Zuhörer jedes Wort verstehen können und auch noch ein wenig Zeit haben, um die Inhalte aufzunehmen. Auf unser Zug-Beispiel übertragen, meint "langsam sprechen": Fahren Sie so, dass Ihre Mitreisenden die Landschaft, durch die Sie sie mit Ihrer Rede führen (also den Inhalt), aufnehmen und genießen können.

2. Machen Sie Pausen.

Sie selbst kennen den Inhalt Ihrer Rede bereits. Ihr Publikum kennt ihn noch nicht! Deshalb braucht es Pausen, um Ihnen folgen und mitdenken zu können. Aber auch Sie selbst brauchen Pausen: um Luft zu holen. Wer schnell spricht, vergisst leicht, zu atmen. Die Verständlichkeit Ihrer Wort nimmt dadurch ab. Und am Schluss Ihrer Rede kommen Sie dann an wie ein alter Dampfzug, der seinen letzten Pfiff ausstößt.

3. Kündigen Sie Haltestellen an.

Ein Zug wird langsamer, bevor er in den Bahnhof einfährt. Machen Sie es vor den wichtigen Stellen Ihrer Rede genauso! Kündigen Sie die Stellen - ohne Worte - an, indem Sie Ihre Sprechgeschwindigkeit verringern und mit einer Kunstpause vor dem großen Moment kurz anhalten.

4. Fahren Sie durch Täler und hügelige Gegenden.

Immer nur übers Flachland zu fahren, wird schnell langweilig. Immer nur dieselbe Stimmlage zu hören, auch! Bringen Sie deshalb Abwechslung in Ihre Sprechweise. Sprechen Sie mal ernster, mal beschwingter, mal getragener, mal mit einem Augenzwinkern etc. Um langsamer zu sprechen, hilft es auch, einzelne Worte so auszusprechen, dass der Klang zur Bedeutung passt. Versuchen Sie es doch mal! Welche "magischen" Wörtern die Profis deshalb in Ihre Reden so ganz nebenbei einfließen lassen, lesen Sie hier ...

5. Beschreiben Sie die Landschaft

Für Ihre Rede stehen Ihnen nicht nur Worte zur Verfügung, sondern auch Ihre Hände, mir denen Sie die "Landschaft", also den Inhalt Ihrer Rede, beschreiben können. Untermalen Sie mit Ihrer Gestik das, was Sie sagen. Das beste Beispiel, dafür sind Kindergartenkinder, die in der Gruppe Reime aufsagen. Sie setzen den ganzen Körper ein, um ihre Verslein zu veranschaulichen. Wenn die Kinder davon sprechen, wie groß etwas ist, strecken sie sich in die Höhe, bei "klein" kauern sie sich zusammen usw. Natürlich sollen Sie bei Ihrer Rede nicht zum Vorturner werden. Doch ein kleines Stück dieser Technik tut auch Ihrer Rede gut - und es macht Ihren "Zug" langsamer, da Sie etwas Zeit brauchen, um die Wort, die aus Ihrem Mund kommen, mir der Sprache Ihrer Hände zu koordinieren.

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen eine gute Fahrt und einen erfolgreichen Tag!

Herzlichst Ihre

Alexandra Sievers

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