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Erfolgreiche Reden: Keiner spricht vom Hauptteil!

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Von Jürgen M. Bergfried,

Wenn es um das Schreiben eines Manuskriptes für eine Rede geht, dozieren alle Ratgeber von der Einleitung, dem Einstieg – und dem Schluss. Auf beide komme es ja so was von an! Der erste Satz schon muss die Zuhörer/innen begeistern, ihr Interesse wecken und den Spannungsbogen ihrer Aufmerksamkeit halten. Und der letzte Satz soll das Auditorium noch einmal hochpuschen, damit der/die Redner/in den ihm/ihr gebührenden Applaus bekommt, die Rede ihr Ziel erreicht und nachhaltig wirkt!

Der Hauptteil ist doch das Kernstück der Botschaft. 

Na, dann macht mal schön, sage ich immer. Wer mich zum Thema fragt, dem zitiere ich aus den beiden Aufsätzen meines Lehrmeisters Kurt Tucholsky: „Ratschläge für einen schlechten Redner“ (1930, ca. eindreiviertel Druckseiten lang) und die „Ratschläge für einen guten Redner“ (1930, mit dem Umfang von nur etwa einem Fünftel einer Druckseite). Wo steht nun mehr Inhalt drin, lade ich zur Diskussion, und regelmäßig sagen die Leute, dass sie beim ersten Aufsatz kaum aus dem Lachen herauskamen, und dass ihnen dasselbe beim zweiten so gut wie im Halse stecken blieb, weil sie vor lauter Inhalt fast das Atmen vergaßen.*

Zugegeben, es fällt mental manchmal sehr schwer, das erste Wort auf ein weißes Blatt zu schreiben oder in den leeren Computer-Monitor. Dabei besteht doch überhaupt keine Pflicht, ein Manuskript chronologisch auf- (und nieder) zu schreiben, also vom ersten bis zum letzten Wort schön hintereinander, so wie es dann auch vorgetragen wird. Gerade heute gewähren uns Laptop und PC doch alle Freiheiten, mit dem Texteingeben zu beginnen, wo wir momentan gedanklich gut versammelt sind: Wir können von hinten nach vorne arbeiten oder aus der Mitte heraus nach oben oder unten. Wir können die Ideen festhalten, wie sie kommen und anschließend sortieren und so redigieren, dass daraus ein Vortrag wird, der den Namen ‚Rede’ wahrlich verdient.* 

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Wenn Anfang und Ende einer Rede je 20 % ausmachen, welcher "Rest" bleibt dann für den Hauptteil? 

Jede Rede hat ein Thema, jeder Redner eine Message, und diese beiden generieren den Hauptteil einer Rede. Das klingt schon danach, dass ein/e Redner/in bereits beim Manuskript schreiben sehr genau weiß, worum es ihm/ihr geht. Das klingt nach Empathie, nach Tatsachen und Leidenschaft, nach Verstand mit Herz und Bauch, so dass die Großmeister der Rhetorik in stillem Einverständnis davon ausgehen: Jede/r Redner/in schafft seinen Hauptteil, denn da schöpft er/sie doch aus dem Vollen seines Wissens und formuliert es authentisch – fast möchte man sagen, wie ihm/ihr der Schnabel gewachsen ist, selbstverständlich auf einem höheren Niveau! 

Es ist nicht ganz so leicht, denn natürlich gibt es auch hier einige Regeln zu beachten. Zum Beispiel:

  • Die rhetorische Frage. Je nach Schwere des Stoffes und Dauer der Rede empfiehlt es sich, die Zuhörer/innen daran zu erinnern, dass sie aufmerksam bleiben. Mit einer rhetorischen Frage zwingen Sie sich als Redner/in ja selbst, die Stimme am Satzende nicht zu senken, wie bei einer Aussage, sondern Sie heben sie an. Und so holen Sie das Auditorium (und sich selbst auch) wieder an einem gemeinsamen Punkt zusammen.
  • Die direkte Ansprache. Sie wirkt ähnlich wie die rhetorische Frage, denn sie setzt die Zuhörer/innen in eine Erwartungshaltung, da sie sich persönlich angesprochen fühlen. Der/die eine oder andere wird sich (positiv) einbilden, die Rede werde nur für ihn/sie gehalten.
  • Die wiederholte Aussage. Wenn Sie als Redner/in dabei sind, Ihr Thema auszubreiten und die Argumente aufzuzählen, dann empfiehlt sich zum Ende eines besonders wichtigen Abschnitts die Wiederholung der wichtigsten Punkte. Auch hier haben Sie als Redner/in die Möglichkeit, Ihre Stimme durch eine andere Wortwahl (z.B. Schlagworte) zu verändern und der Aussage durch die veränderte Betonung mehr Wirkung mitzugeben.
  • Die Verständnis-Pause. In einem Redevortrag* mit Fakten-Fakten-Fakten lassen sich diese nicht so Zack-Zack-Zack ‚raushauen’ wie z.B. in einer Zeitschrift – da kann man/frau nämlich jeden Satz jederzeit noch einmal lesen oder das ganze Heft zwischendurch mal weglegen, wenn es der Erholung für das bessere Verständnis dient. Das geht im Vortrag einer Rede nicht. Da muss jede/r Zuhörer/in mit dem Ohr ständig am Ball bleiben, sonst ist der Faden gerissen und das weitere Zuhören erschwert bis zwecklos. Deshalb empfiehlt es sich, ab und an eine Kunstpause einzulegen, damit sich das Gehörte bei den Zuhörer/innen/n setzen kann.

*Jemand, der/die es gut mit mir meint, hat mir mal wieder ein Ratgeber-Buch fürs Reden schreiben – nein, nicht zur Rezension, sondern als Anleitung für meine Tätigkeit geschenkt. Darin steht irgendwo der Satz: „Überlegen Sie genau, ob Sie eine Rede oder einen Vortrag halten möchten.“ Ah, das habe ich ‚gegooglet’ und bei Wikipedia herausgefunden (sinngemäß): „Eine Rede ist immer eine Rede! Ein Vortrag kann eine Rede sein, muss aber nicht! Siehe auch: Ballett, Musik, Lyrik, Prosa und – jetzt kommt es: Rechnungs- und Rechtswesen! Deshalb verdient der Autor dieses Satzes einen der Ratschläge für einen guten Redner von Tucholsky: “Wat jestrichen is, kann nich durchfalln!“

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