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Floskeln, die Sie als Redner klein machen

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Von Alexandra Sievers,

Wissen Sie, wofür in der Rhetorik der Antike der Begriff "Floskel" stand? Für einen knapp und treffend formulierten, autoritätshaltigen Sinnspruch, der auf viele konkrete Fälle anwendbar ist. Heutzutage allerdings bezeichnet "Floskel" nur noch eine formale Redewendung: eine meist sind eine Worthülse, mit der Sie als Redner keineswegs mehr Ihre Autorität beweisen.

Untergraben Sie nicht Ihre Souveränität! 

Mit manchen dieser Floskeln machen Sie sich sogar selbst richtig klein. Ein fataler Fehler, den Sie als Redner, liebe Leserin, lieber Leser, unbedingt vermeiden sollten. Denn anstatt selbstbewusst und souverän zu wirken, erscheinen Sie durch diese Formulierungen unsicher und wenig überzeugend.

Ein Beispiel: Stellen Sie sich vor, liebe Leserin, lieber Leser, Sie treten ans Rednerpult und Ihr Publikum nimmt davon keine Notiz. Stattdessen unterhalten sich Ihre Zuhörer munter weiter, und es scheint niemandem aufzufallen, dass Sie das Wort ergreifen möchten. Was machen Sie?

Sie beginnen einfach zu reden? Wohl kaum. Sie räuspern sich? Klopfen ans Mikrofon? Sie lassen Ihren Blick durch die Reihen gleiten und hoffen, nach und nach die Aufmerksamkeit der Anwesenden auf sich zu ziehen?

Sie, liebe Leserin, lieber Leser, sind sicherlich selbstbewusst genug, um einfach ans Mikrofon zu treten und um Ruhe zu bitten. Aber Achtung: Jetzt lauert ein typischer "Kleinmacher"! Und der steckt in der Formulierung "Darf ich Sie um Ruhe bitten!".

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Was Sie dürfen und was Sie besser lassen sollten

Sie brauchen Ihr Publikum nicht um Erlaubnis zu fragen und schon gar nicht um die Erlaubnis, die Bitte um Ruhe an Ihre Zuhörer heranzutragen. Als Redner, liebe Leserin, lieber Leser, haben Sie einen Anspruch darauf, dass für Ihren Vortrag Stille einkehrt. Und deshalb können Sie die Unruhe unter Ihren Zuhörern auch ganz selbstbewusst und souverän mit einem "Ich bitte um Ruhe!" stoppen.

Das "Darf ich ..." in dieser häufig benutzten Redner-Floskel ist ja auch nur rhetorisch gemeint. Sonst müssten Sie als Redner, liebe Leserin, lieber Leser, schließlich damit rechnen, dass aus Ihrem Publikum ein "Nein, jetzt nicht, es ist gerade so interessant, was mir mein Sitznachbar erzählt" zurückkommt.

Aber warum überhaupt diese rhetorische Verpackung?

Viele Redner setzen dieses "Darf ich ..." ein, um höflich zu wirken. Aber sie nehmen ihrer Äußerung damit gleichzeitig den Nachdruck.

Unhöflich wäre es zum Beispiel, wenn Sie "Ruhe, jetzt!" ins Mikrofon brüllen würden. Damit würden Sie keinen guten Eindruck machen. Mit einem "Ich bitte um Ruhe!" allerdings, zeigen Sie von Anfang an, dass Sie wissen, was Sie wollen und für Ihre Sache überzeugt eintreten. Ein guter Auftakt für eine Rede, oder? Was meinen Sie, liebe Leserin, lieber Leser?

Auf ein "Darf ich ..." sollten Sie auch verzichten, wenn es darum geht, sich Ihren Zuhörern vorzustellen. Wenn Sie nicht allen im Publikum bestens bekannt sind, dürfen Sie das nicht nur, sondern es ist als Redner, liebe Leserin, lieber Leser, sogar Ihre Pflicht. Und am besten machen Sie das ohne großes Herumreden mit "Ich bin ..." oder "Mein Name ist ...".

Auch ein "Ich möchte mich vorstellen ..." ist zu viel der Worte. Tun Sie es einfach! Und "möchten" Sie bitte auch nicht: begrüßen, das Wort an den nächsten Referenten übergeben, zum Schluss kommen, auf einen Punkt nochmals zurückkommen, etwas klar stellen oder Ähnliches. Solange Sie als Redner, liebe Leserin, lieber Leser, nur "möchten", überzeugen Sie nicht  und erwecken vielmehr den Anschein mangelnden Selbstbewusstseins.

Ähnliches gilt in der Diskussion nach Ihrem Vortrag: "Wenn ich noch einmal auf Ihren Einwand zurückkommen darf ...", "Ich möchte an dieser Stelle noch einmal betonen ...", "Ich würde das so darstellen ...":

Möchten Sie nicht, Sie dürfen. Und würden Sie nicht, sondern tun Sie es!

Gehen Sie als Redner, liebe Leserin, lieber Leser, davon aus, dass Sie alles dürfen, was der respektvolle Umgang mit Ihren Zuhörern erlaubt. Es ist nicht die Aufgabe Ihres Publikums, Ihnen für irgendetwas die Erlaubnis zu erteilen.

Fragen Sie also auch nicht danach! Sonst kommt vielleicht doch noch ein besonders "witziger" Zwischenrufer darauf, Ihnen zu antworten: "Nein, dürfen Sie nicht!" Und dann dürfen Sie sich etwas einfallen lassen, um sich selbstbewusst und souverän aus der Affäre zu ziehen.

Vielleicht klappt es ja, wenn Sie Ihr Publikum in einer solchen Situation darauf hinweisen: "Es darf gelacht werden!" - Das dürfte reichen, um die Lacher und die Sympathie auf Ihre Seite zu holen.

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