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Ihre Rede "steht", wenn alle Worte "sitzen".

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Bleiben Sie beim Schreiben und Sprechen Ihrer Reden authentisch!

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

in einem früheren Berufsleben als Messe-Manager hatte ich u.a. regelmäßig auf dem Empfang einer amerikanischen Besuchergruppe zu sprechen. Das machte ich gerne, bis darauf, dass Englisch gesprochen werden musste – das zu lernen war in der Schule nicht mein Fall, und während meiner Messe-Tätigkeit hatte ich mich jahrelang erfolgreich um Einsätze in dieser Sprache herumgemogelt. Obwohl: Englische Texte vorlesen konnte ich gut, meine Aussprache war OK, ich erfasste Inhalt und Sinn des Textes und konnte ihn entsprechend betonen. 

Also machte mir meine Fachmitarbeiterin das kleine Manuskript; ich übte kurz es vorzutragen und husch ging’s los. Leider hatte mir die Kollegin immer wieder denselben Stolperstein aufgeschrieben: Das Wort >particularly<! Da spüren Sie schon beim Lesen, wie schnell sich beim Sprechen die Zunge verdreht und sogar verknoten kann. Jedes Mal bekam ich vor den Gästen bereits zwei Zeilen vor >particularly< eine feuchte Stirn, weil ich gleich dieses blöde P-Wort sagen musste – und immer wieder habe ich es geschafft, aber, ehrlich gesagt, mich auch!

Bleibt die Frage: Warum habe ich das Wort nie moniert? Da war stets zu viel Stress im Kalender, und vielleicht wollte man/n sich auch keine Blöße geben, weil ich schließlich der Chef war. Irgendwann kamen wir dann doch darauf zu sprechen, und die Kollegin wunderte sich darüber, dass ich das in all den Jahren nie reklamiert hatte, welche Ironie! Ab sofort ersetzte sie >particularly< durch >especially< – Sie bemerken hier bereits beim Lesen, wie angenehm leicht das über die Lippen fließt. Später hat die Kollegin mir übrigens verraten, dass sie >particularly< doch extra in den Text reingeschrieben habe, natürlich nur so?! 

Sie sind, wie Sie sind - und das ist alles, was zählt! 

Folgende 5 Anregungen möchte ich Ihnen aus ‚meiner’ Geschichte für Ihre Verwendung in der Redenschreib- und Vortragspraxis mit auf den Weg geben:

  1. Bleiben Sie sich treu bei Wortwahl, Satzbau und Duktus des Textes, wenn Sie Ihre Rede verfassen. Formulieren Sie so, wie Ihnen ‚der Schnabel gewachsen’ ist - das sagt der Volksmund so richtig treffend. Im Übrigen lässt sich das auf jedes Niveau eines Vortrags anwenden, egal ob Geburtstagsrede oder Jubiläumsrede oder die wissenschaftliche Betrachtung oder auch die Spaßrede.
  2. Wenn englische Begriffe, so genannte Anglizismen, nicht zu Ihnen passen, dann lassen Sie es sein, sie unbedingt in Ihren Text einbauen zu wollen, es sei denn als Zitate oder Fachbegriffe, so genannte termini technici. Oder Sie verwenden Worte englischen Ursprungs, die inzwischen voll 'eingedeutscht' sind (= Idioms). Der Grundsatz heißt auf jeden Fall: Gutes Deutsch ist besser als schlechtes Englisch!
  3. Dasselbe gilt übrigens für jede andere Sprache, z.B. Französisch (siehe 1), Latein (siehe 2) sowie jede Art von Slang (siehe 2), Dialekte oder diverse, spezielle Sprachkulturen (z.B. Jugendsprache uvm). Es sei denn, genau darin liegt wiederum das Thema Ihres Vortrags, wie momentan besonders aktuell zu Fass/e/nacht und Karneval: die Büttenrede.
  4. Bitte beachten Sie auch, dass es einen Schreibstil und einen Redestil gibt. Der Unterschied ist: Während Sie im Schreibstil Ihren Leser/inne/n durchaus lange Schachtelsätze zumuten dürfen, denn die erst genannten können ja jederzeit zurückblicken oder –blättern, sollten Sie beim Vortragen Ihrer Rede das Auditorium stets dann im Blick halten, wenn Sie die Zuhörer/innen in lange Schachtelsätze zwingen, wobei ich wette, dass Sie exakt feststellen werden, wann die Zuhörer/innen aufgeben, weil sie nicht mehr folgen können und ‚aus der Kurve fliegen’! Halten Sie es beim Redestil mit meinem Altmeister Kurt Tucholsky, der 1930 als ‚Ratschläge für einen guten Redner’ u.a. diesen gab: >Hauptsätze. Hauptsätze. Hauptsätze<!
  5. Die beste Probe aufs Exempel, wie Ihre Rede ankommen dürfte, ist der Selbst-Vortrag vor dem Spiegel. Da gilt ganz Ähnliches wie unter Punkt 1: Bleiben Sie sich treu in Aussprache, Betonung, Gestik, Mimik, Lautstärke, Pausen machen, Tempo, Verständlichkeit usw. Und wenn Sie in Ihrem Text Fremdworte haben, dann üben Sie bitte deren Aussprache, und zwar >particularly<! Sollte Ihnen die Modulation eines solchen Wortes zu schwierig sein, suchen Sie bitte ein Synonym als einfacher zu sprechendes Wort, wie in diesem Fall >especially< – Good Luck!

Herzlich grüßt 

 

 

Jürgen M. Bergfried

 

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