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Ist Meckern wirklich einfacher als Loben?

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Die Sache mit dem Lob …

 

"Tadeln ist leicht, deshalb versuchen sich so viele darin. Mit Verstand loben ist schwer, darum tun es so wenige."

Anselm Feuerbach (1829-80), deutscher Maler, in „Ein Vermächtnis“

Sie haben die Situation gewiss bei einem Ihrer Urlaubsflüge auch schon erlebt: Das Flugzeug setzt auf der Landebahn auf und gleich darauf ertönt ein einsames Klatschen. Es verstummt aber sofort wieder, da der klatschende Passagier bemerkt, dass er der Einzige ist, der dem Piloten auf diese Weise für die gelungene Landung seine Anerkennung ausdrückt. Und der gerade noch begeisterte Passagier fühlt sich nun peinlich berührt.

Dabei war es früher durchaus üblich, bei Urlaubsflügen nach der Landung zu klatschen. Doch wer das heute noch macht, wird von seinen Mitreisenden nur belächelt.

"Was unsere Epoche kennzeichnet, ist die Angst, für dumm zu gelten, wenn man etwas lobt, und für gescheit zu gelten, wenn man etwas tadelt."

Jean Cocteau (1889-1963), französischer Dichter, Maler und Filmregisseur

Tatsächlich finden diejenigen, die Kritik äußern, viel leichter Zustimmung und Unterstützung, als diejenigen, die loben. „Mann, wo hat der Busfahrer bloß seinen Führerschein gemacht! Das ist jetzt schon die dritte Vollbremsung!“ - Und schon setzt im Umkreis des Kritikers allgemeines Nicken ein.

Warum nur wird so selten gelobt? Was meinen Sie, liebe Leserin, lieber Leser?

Vielleicht deshalb, weil richtig Loben gar nicht so einfach ist?

 

 

Loben Sie konkret!

Wenn Sie loben, loben Sie konkret und meiden Sie abstrakte Begriffe. Loben Sie lebendig und kraftvoll. Lob, das die Gefühle nicht anspricht, überzeugt nicht. Verbinden Sie Ihr Lob mit einer kleinen Geschichte.
Sagen Sie nicht: „Sie zeichnen sich durch überdurchschnittliches Engagement aus.“

Sagen Sie besser: „Ich erinnere mich noch an den Umzug. Der Karton mit den Terminmappen war spurlos verschwunden. Sie haben gesagt: ,Vorher gehe ich hier nicht raus!‘ Und Sie haben ihn aufgestöbert, Herr Mustermann. Das war echt prima!“
Sagen Sie nicht: „Wir schätzen Ihre Kreativität.“

Sagen Sie besser: „Ihre Ideen sind toll – und Ihr Vorschlag mit dem neuen Logo war der Knüller, liebe Frau Mustermann!“
Sagen Sie nicht: „Ich danke Ihnen für Ihr hohes Maß an Zuverlässigkeit.“

Sagen Sie besser: „Ich kann mich immer auf Sie verlassen. Ich weiß noch genau, wie ich aus München anrief und verzweifelt gefragt habe: ,Wo sind die Vertragsunterlagen?‘ Sie sagten bloß: ,In der Aktentasche, vordere Klappe, gleich hinter dem Vorgang Messe.‘ Stimmte – wie immer!“

 

Loben mit Fingerspitzengefühl

  • Wer zu dick aufträgt, tut sich und dem anderen keinen Gefallen

Wie bei so vielen Dingen kommt es beim Loben auf das richtige Maß an. Ist das Lob berechtigt: Nur zu, dann loben Sie! Aber bitte nicht übertreiben, sonst wirkt das Lob, auch wenn es noch so nett gemeint ist, unglaubwürdig. Und wo es nichts zu loben gibt, ist dick aufgetragenes Lob erst recht unangemessen.

"Sie werden bestimmt in den Himmel kommen für Ihre Freundlichkeit - falls Sie nicht an den anderen Ort geschickt werden; wegen der Übertreibungen."

Mark Twain (1835-1910), amerikanischer Schriftsteller

  • Nicht jeder kann mit Lob gut umgehen

Nicht nur Loben will gelernt sein. Auch Gelobtwerden ist schwierig. Denn viele haben nie gelernt, mit Lob umzugehen. Und diesen Menschen ist es dann oft ausgesprochen peinlich, gelobt zu werden – zumal vor einem größeren Kreis. Bei Lob-Reden gilt es daher die Reaktionen der Gelobten im Auge zu behalten und die Dosis anzupassen.

Wenn Sie eine Lob-Rede auf eine Person halten sollen, der Lob peinlich ist, hier eine Idee, wie Sie das „Nichtloben“ zum Thema machen.

Rede-Idee: Bloß nicht loben!
"Wer gut ist, bedarf keines Lobes", sagt ein Sprichwort. Und die Russen sind gar noch strenger: "Lob ist des Mannes Untergang", sagt man dort. Zum Untergang will ich keinesfalls beitragen. Also spreche ich kein Lob aus. Ich spreche nicht darüber, dass Sie, lieber Herr Mustermann, ... (Leistungen, Qualifikationen aufzählen, Verdienste schildern). Ich verschweige auch, dass Sie ... (besonders lobenswertes Verhalten schildern). Gar nicht erwähnen will ich, dass (besondere Leistung beschreiben). Verzichten wir also auf die obligate Lobrede, zumal ein deutsches Sprichwort unmissverständlich sagt: "Von Lob allein wird niemand satt." Deswegen überreiche ich Ihnen lieber einen Umschlag mit einer kleinen Anerkennung.


 

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, einen rundum lobenswerten Tag!

Herzlichst Ihre

 

 

Alexandra Sievers

 

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