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Ja! Probesprechen ist kein Vorsprechen und umgekehrt.

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Von Jürgen M. Bergfried,

Mundmuskelauflockerungungs- und Sprachmodulations-Übungen: Gelegenheitsredner müssen es in der Tat genauso üben, wie es professionelle Sprecher, Moderatoren, Schauspieler und eben diese Viel-Redner-Berufsgruppen auch studieren und immer wieder trainieren.

Ist Texte sprechen Lust oder Frust?

Mein Vater war als Pfarrer ein Vertreter all jener Berufsgruppen, die den ganzen Tag über reden, predigen, plädieren, vor- oder ablesen, vortragen oder sonst irgendwie auf jeden Fall vor vielen Menschen sprechen. Von daher war es für mich als Kind nicht außergewöhnlich, ihm manchmal bei Mundmuskelauflockerungungs- und Sprachmodulations-Übungen zusehen zu können, wenn er sich aufwärmte und die Stimme geschmeidig machte, wie er dann erklärte. Dabei sah und hörte ich Dinge, die doch bei Tisch absolut verboten waren, wie Zähne fletschen, schmatzen und schnalzen, den Kussmund, die Backen aufblasen und dann laut und zischend die Luft aus dem Mundraum pressen. Wenn er dann in seinem Talar so würdevoll zur Kanzel schritt, dachte ich manchmal: „He, Gemeinde, wenn Ihr wüsstet!“ Aber darüber bewahrte ich Stillschweigen, selbstverständlich – und bis zum heutigen Tag.

Gelegenheitsredner müssen es in der Tat genauso üben, wie es professionelle Sprecher, Moderatoren, Schauspieler und eben diese Viel-Redner-Berufsgruppen auch studieren und immer wieder trainieren. Dafür gibt es so viele Übungen wie der Tag Minuten hat (und die Nacht wahrscheinlich noch dazu gerechnet), will sagen: Jeder hat sein Rezept, und mit jedem davon lassen sich Talkshows launig unterhalten und sogar große Arenen in lustige Stimmung bringen. Na, sprechen Sie mal mit dem Korken längs oder quer zwischen den Zähnen – ich frage mich übrigens, ob dieser Gag nicht irgendwann unmöglich ist, weil doch zunehmend Flaschen mit Kunststoffpfropfen (auch ein gutes Übungswort) verschlossen werden.

In meiner Kindheit sangen wir ein Lied, das auf einfachste, nämlich spielerische Weise die deutliche Aussprache und Mundhaltungen und die Atemtechnik beim Sprechen lern- und erlebbar macht: Die 'Drei Chinesen ...' in den 5 Strophen der Vokale: A, E, I, O, U und als Zugabe mit den Umlauten Ä, Ö und Ü. Der Text lautet zusammengefasst dann so: „Dra Chanasen mat dam Kentrebess, stenden iuf dir Strißi ind orzohlton soch wos, kum due Päläzäi, jä, wös öst dönn dös? Drü Chünüsen müt düm Küntrübüs!“ Ich wünsche mir, dass das Lied immer noch gesungen wird.

Ihr Redner der Welt, Ihr sprecht doch für Eure Zuhörer/innen!

Nun ist es endlich raus: In erster Linie geht es mit dem laut Sprechen in allen o.a. Varianten um die Menschen, die uns zuhören und uns verstehen sollen und wollen. Da gilt für Sie als Redner/in kein Nuscheln oder Worte verschlucken, da gilt kein Flüstern, Wispern oder Brüllen. Deutlich sollen wir aussprechen, auch wenn z.B. zwei Worte mit dem gleichen Konsonanten aufeinander folgen oder gar aneinander stoßen – dazu habe ich das etwas traurige und doch naturgemäß häufige Beispiel aus den Nachtrichten: „... ist tot.“ Hören Sie beim nächsten Mal bitte genau hin, ob der/die Sprecher/in sagt: 'istot' oder 'ist / tot' – Sie können von den Profis nur lernen.

Übrigens, ich versuche eher die zweite Variante oder aber, wenn es geht, will ich noch lieber dieses Aufeinandertreffen von gleich ausgesprochenen Konsonanten tunlichst vermeiden. Dazu zitiere ich als Beispiel gerne die 2. Zeile der 1. Strophe aus der Ballade: "Mit zwei Worten" von Conrad Ferdinand Meyer: „'London?' frug die Sarazenin, wo ein Schiff vor Anker lag.“ Ich 'umgehe' also den harten Anschluss von '... Schiff vor …' unter Einhaltung des Versmaßes und stilistisch eingepasst, wie ich meine, elegant so: '... wo ein Schiff auf Reede lag.“ (Ich habe diese Ballade in meinem Programm, denn gerade auch Lyrik ist für einen Redner ein in vielfacher Hinsicht hervorragender Lehr- und Lernstoff.)

Im Sinne der Freiheit der Kunst halte ich diesen kleinen Kunstgriff absolut für zulässig. Sagen Sie sich laut vor: 'Schiffvor' (das klingt ja wie Schiffer) und dann 'Schiff / vor' (das klingt doch wie ff ff Ohr) und dann schließlich: '… Schiff auf Reede …' (das klingt 'fast wie Musike, sacht der Baliner, nich'). Ach so, Sie haben diese wunderschöne Liebes-Ballade noch nie gehört? Na, dann wird es aber Zeit: Für ein gutes Abendessen rezitiere ich Ihnen diese und noch – je nach Anzahl der Gänge – einige bis viele weitere mehr!

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