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Kompliment oder Fettnäpfchen?

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Darf ich Ihnen ein Kompliment machen?

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

hören Sie gerne Komplimente? Oder wissen Sie nicht recht, wie Sie darauf reagieren sollen?

 

Manche Komplimente erkennt man ja auch erst so richtig, wenn man sie sich noch einmal durch den Kopf gehen lässt. So wie meiner Meinung nach die Worte, die David Ben-Gurion, der genau heute vor 62 Jahren zum ersten Premierminister des neu gegründeten Staates Israel ernannt wurde, einst zum Thema „Frau“ gesagt hat. Er war der Ansicht, die Frau sei „... ein Kamel, das uns hilft, die Wüste des Lebens zu durchqueren“.

 

 

Als ich dieses Zitat zum ersten Mal gelesen habe, habe ich aufgrund der Kombination „Frau“ und „Kamel“ zunächst gestutzt. Aber ein paar Gedanken später trat dann doch die Wertschätzung in den Vordergrund, die in diesem Vergleich steckt. Zumal in einem wüstenreichen Land wie Israel ein Kamel ja auch eine ganz andere Rolle spielt als bei uns in Deutschland, wo wir die Tiere nur im Zoo oder im Zirkus betrachten können.

Aber lieber sind mir dann doch die Komplimente, die ich sofort als solche erkenne. Und solche zu formulieren, ist oft gar nicht so leicht. Vielleicht ist es Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, ja auch schon mal passiert, dass Sie etwas gut und nett gemeint haben und Ihr Gegenüber Sie völlig missverstanden hat.

Auch ein Kompliment anzunehmen, meistert nicht jeder souverän. Sie kennen bestimmt auch Menschen, liebe Leserin, lieber Leser, die darauf eher verlegen und unsicher reagieren.

Und dann gibt es ja auch noch die Komplimente, die gar keine sind, sondern vielmehr übertriebene Schmeicheleien oder gar plumpe Anmache. Auch diese sollten wir erkennen und darauf zu reagieren wissen.

Komplimente sind ein guter Mörtel beim Aufbau von Beziehungen. Sie sind wie kleine Lichtblicke, die den Alltag heller und freundlicher machen, das Selbstbewusstsein stärken und kleine Unsicherheiten beseitigen, die fast jeden Menschen hin und wieder beschleichen.

Aber was macht einen guten Mörtel aus? Woran erkennen Sie, liebe Leserin, lieber Leser, ein gelungenes Kompliment?

 

 
 

Die 6 Eigenschaften eines guten Mörtels

1. Ehrlich statt geheuchelt

Lassen Sie sich weder zur Bauchpinselei hinreißen noch zur Heuchlerei. Ein unehrliches Kompliment ist ebenso wertlos wie ein gefälschter Geldschein. Machen Sie keine Komplimente, die Sie nicht ernst meinen.

2. Spontan statt reserviert

Die besten Komplimente ergeben sich aus der Situation. Statt gründlich zu überlegen, wie Sie sich besonders geschliffen ausdrücken können, äußern Sie Ihre Wertschätzung ruhig spontan.  Spontaneität und Ehrlichkeit hängen oft zusammen. Was Ihnen unwillkürlich herausrutscht, wirkt viel überzeugender als mit Bedacht formulierte Worte.

3. Unaufdringlich statt anbiedernd

Bei aller Spontaneität sollten Sie jedoch darauf achten, dass Ihr Kompliment niemals aufdringlich wirkt. Allerdings ist es nicht immer leicht einzuschätzen, was die Person, der Ihr Kompliment gilt, für aufdringlich hält und was nicht. Orientieren Sie sich an der Art der Beziehung: Je enger die Freundschaft, desto persönlicher darf ein Kompliment sein.

4. Angemessen statt peinlich

„Sie sind zauberhaft!“ – Ein solches, eigentlich ansprechendes Kompliment kann völlig verfehlt sein, wenn es zum Beispiel im geschäftlichen Umfeld geäußert wird. Ähnlich unangebracht sind persönliche Komplimente im Beisein anderer Menschen. „Ach, Herr Mustermann, Sie sind immer so einfühlsam!“ So ein Kompliment kann von anderen missverstanden oder ins Lächerliche gezogen werden. Das wäre für den Empfänger des Kompliments unangenehm und peinlich.

5. Vollwertig statt eingeschränkt

Problematisch sind oft Komplimente mit Einschränkungen, wie: „Sie sehen trotz Ihrer grauen Haare toll aus!“ oder „Für Ihr Alter haben Sie sich aber gut gehalten!“. Seien Sie vorsichtig mit solchen Komplimenten, die  mit „Eigentlich …“ oder „Dafür dass …“ beginnen. Es besteht die Gefahr, dass Sie damit eher für Verunsicherung als für Freude sorgen.

6. Respektvoll statt klischeebehaftet

„Dafür, dass du eine Frau bist, kannst du hervorragend einparken.“ So eine Bemerkung wird nicht als Kompliment, sondern eher als Stichelei verstanden. Sie bedient ein leidiges Klischee, das fragwürdig ist: Warum sollten Frauen nicht gut einparken können? Generell gilt: Es ist kein Kompliment zu sagen, dass jemand nicht ins Klischee passt.

 

Fazit: Ehrlichkeit, Spontaneität, Unaufdringlichkeit, Angemessenheit, Vollwertigkeit und Respekt - wenn Sie bei Ihren Komplimenten auf diese sechs Punkte achten, werden Ihre Äußerungen in der Regel freudig und dankbar angenommen werden.<br/>

 

 
 

So reagieren Sie richtig auf Komplimente

Nicht nur wer ein Kompliment äußert, läuft Gefahr, ins Fettnäpfchen zu treten. Auch wer ein Kompliment bekommt, kann einiges verkehrt machen.

Sagen Sie einfach „Danke“.

Die eleganteste und zugleich einfachste Reaktion auf ein Kompliment ist ein schlichter Dank. Damit zeigen Sie sich souverän. Sie beweisen Selbstbewusstsein und lassen keine Zweifel daran aufkommen, dass Sie das positive Urteil des Menschen, von dem das Kompliment stammt, auch zu würdigen wissen und nicht etwa in Frage stellen.

Dank mit leichter Ironie in der Stimme ist auch eine sehr gute Reaktion auf ein Kompliment, das nicht ganz so gelungen war.

Stellen Sie keine Rückfrage.

Weniger souverän wirkt die Rückfrage, ob das Kompliment denn auch  ernst gemeint sei, wie: „Wirklich?“ Eine solche Rückfrage lässt zweierlei Schlüsse zu: Entweder die Person, der das Kompliment gilt, zweifelt an sich selbst und hält die positive Würdigung für unwahr. Oder sie möchte noch mehr hören und einen Nachschlag bekommen, was ebenfalls einen gewissen Mangel an Selbstbewusstsein offenbart.

Bestätigen Sie das Kompliment nicht.

„Das habe ich schon öfter gehört.“ – Eine solche Bestätigung wirkt unbescheiden. Sie machen sich und die Vorzüge, deretwegen Sie das Kompliment bekommen haben, damit zum Thema des Gesprächs.

Geben Sie das Kompliment eventuell zurück.

Diese Reaktion ist angemessen, wenn beide Beteiligten etwas zu der Stimmung oder Leistung beigetragen haben, auf die sich das Kompliment bezieht. Dagegen sollten Sie nicht unbedingt mit einem Gegen-Kompliment antworten, wenn sich eine Äußerung ausschließlich auf Ihr eigenes Aussehen, auf Ihre eigene Leistung, auf Ihre eigenen Erfolge etc. bezieht.

Schwächen Sie den Inhalt nicht ab

Unangemessen ist es, den Inhalt eines Kompliments mit Formulierungen wie „Nicht der Rede wert.“„Das ist doch selbstverständlich!" - „Ich bitte Sie, das kann doch jeder!“ abzuschwächen. Sie müssen Ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen, selbst wenn Sie eine positive Aussage ein wenig übertrieben finden. Die Person, die Ihnen etwas Nettes sagen wollte, hat ihr Ziel sonst verfehlt.

Auch wenn Sie den Wahrheitsgehalt hinterfragen, zur Verlegenheit neigen oder nicht gern im Mittelpunkt stehen: Nehmen Sie das Kompliment dennoch an.

 

Mit herzlichen Grüßen<br/>

Ihre

 

 

Alexandra Sievers<br/>

 

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