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Reimrede gelungen gestalten

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Urheber: kasto | Fotolia

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Lieder, Gedichte und Phrasen nutzen die Kunst des Reimen - Wieso nicht auch Sie in Ihrer Rede?

Reimrede: 7 Praxis-Tipps & Anregungen

Reimreden sind etwas ganz Besonderes. Sie haben im Allgemeinen hohen Unterhaltungswert und lockern eine Feier enorm auf. Das liegt aber nicht nur an den heiteren – vielleicht manchmal auch albernen – Versen. Der Grund ist ein ganz anderer: Bei einer Reimrede kann man nicht labern. Sie müssen mit Ihren Aussagen auf den Punkt kommen, sonst sprengen Sie jedes Versmaß. Und wenn eine pointierte Rede sich auch noch reimt, unterhält das die Zuhörer ungemein.

Eine Reimrede ist also eine sehr gute Methode, um sich bei fröhlichen Feiern die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu sichern.

Reimrede: Wie verfasst man aber nun eine gelungene Reimrede?

„Seine Ergüsse sind völlig platt. Das bloße Reimen der Endsilben ist halt noch keine Dichtkunst“, das wollen Sie sicher nicht über Ihre Verse hören. Gefallen lassen musste sich diese Kritik Lord Byron. Auch wenn es der Mann später dennoch zu hohen schriftstellerischen Ehren gebracht hat, ist die Kritik grundsätzlich richtig.

Für ein gutes Gedicht braucht es viel mehr als gereimte Endsilben. Vermutlich haben Sie schon mal Reimreden gehört, die irgendwie gequält klangen, obwohl sich alles reimte. Was ist da schiefgelaufen? Könnte es sein, dass die Reimrede zu wenig Aussage hatte? Dass die Reime nach dem Prinzip „Reim dich oder ich fress dich“ zusammengebaut wurden, dass also die Aussage des Verses einfach lächerlich war? Oder, noch schlimmer, der Dichter findet nicht immer Reime oder beherrscht das Versmaß nicht, sodass man beim Zuhören (Herz-)Rhythmusstörungen bekommt – nach dem Prinzip „Reim dich oder ich zerhack dir die Kommode“ …

Reimrede: 7 Schritte zur gelungenen Reimrede zum Beispiel auf einen Jubilar

Was hilft? Wenn Sie beim Dichten diese sieben Schritte (wie beim Keksebacken) befolgen, kann gar nichts mehr schiefgehen!

Reimrede - Schritt 1: Werkzeuge bereitlegen

Damit ist nicht etwa Papier und Stift gemeint, sondern die „harten Fakten“ Ihrer Rede: Notieren Sie sich, für wen Sie sprechen, wer Ihnen alles zuhört (und überlegen Sie, was die Zuhörer über den Jubilar wissen), wo, wann, in welchem Rahmen und wie lange Sie sprechen sollen.

Reimrede - Schritt 2: Die Zutaten abwiegen und auf Zimmertemperatur erwärmen

Machen Sie sich mit Ihrem Rede- Thema vertraut, indem Sie sich überlegen, was Sie dem Jubilar eigentlich sagen wollen, und bringen Sie (noch nicht in Reimform) Ihre zentrale Aussage auf Papier.

Beispiel: Du bist die wichtigste Person in meinem Leben. Wir sind immer füreinander da.

Dann notieren Sie sich alles, was Sie über den Jubilar erzählen könnten: Hobbys, Vorlieben, Eigenschaften und Eigenarten, seine Einstellung zu seinem Alter. Oder auch: Worüber kann man lachen beim Jubilar (Vor-sicht: nicht spotten, sondern necken!), welche witzigen gemeinsamen Erlebnisse gibt es?

Reimrede - Schritt 3: Die Zutaten zu einem glatten Teig verarbeiten

Jetzt wird es kurzfristig chaotisch, wie in der Rührschüssel. Werfen Sie Ihre Zutaten zusammen und schreiben Sie einfach drauflos. Bewerten Sie noch nicht, seien Sie einfach kreativ. Und wie beim Backen gilt jetzt: Nicht die Geduld verlieren! Je länger Sie den Teig kneten, desto glatter und schöner wird er!

Reimrede - Schritt 4: Den Teig ruhen lassen

Teig für Kekse lässt man mindestens eine Stunde ruhen, besser über Nacht. Dasselbe gilt für gute Texte. Irgendwann lässt die Konzentration nach, und der Text wird fehlerhaft und uninspiriert. Hören Sie dann auf und lassen ihn liegen – gerne über Nacht. Am anderen Tag sehen Sie ihn mit anderen Augen.

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Reimrede - Schritt 5: Kekse ausstechen – dem Text Form geben

Jetzt ist es an der Zeit, sich über Formalia Gedanken zu machen: Wie lang sind die einzelnen Strophen Ihres Gedichtes, funktionieren Ihre Reimschemata, ist das Versmaß sauber?

Das ist gar nicht so schwierig. Dazu ein Beispiel. Versuchen Sie einmal, das folgende Hochzeitsgedicht laut vorzutragen:

Ab heute seid ihr nun ein Ehepaar,

ihr standet vor dem Traualtar!

Habt euch das kleine Wörtchen „Ja“ gegeben;

ein kleines „Ja“ und doch ein ganzes Leben.

Ohne den Inhalt zu bewerten, sind die Reime eigentlich in Ordnung: „-altar“ reimt sich ganz passabel auf „-paar“, „Leben“ noch besser auf „geben“. Trotzdem „holpert“ die Strophe, warum? Damit der Rhythmus harmonisch ist, muss die Silbenzahl stimmen. In der ersten Zeile sind zwei Silben zu viel. Streichen Sie versuchsweise das „e“ am Ende von „heute“ und das Wort „nun“. Jetzt passt es besser!
Ab heut’ seid Ihr ein Ehepaar
ihr standet vor dem Traualtar!

In Zeile 3 und 4 stimmen zwar Silbenzahl und Reim, aber unsere Sprache hat auch einen Rhythmus. Der „verwackelt“ hier den Reim. Glatter klingt es so:

Habt euch das Wörtchen „Ja“gegeben

und damit euer ganzes Leben.

Stichwort „Versmaß“ bzw. „Versfuß“: Wenn Sie dabei entsetzt an öde Schulstunden denken – vergessen Sie‘s!

Auch wenn Ihr Deutschlehrer Sie damals nicht für Balladen des 16. Jahrhunderts begeistern konnte (oder der Lateinlehrer für Ovid) – das Versmaßist in etwa so alltagstauglich wie unser Herzschlag oder der Rhythmus eines Liedes! Schließlich steht unsere Sprache auf höchst soliden (Vers-)Füßen, und wenn Sie auch nicht täglich dichten, so haben Sie den Rhythmus Ihrer Muttersprache doch fest verinnerlicht.

Nehmen wir zum Beispiel Jambus und Trochäus, die beiden geläufigsten Versmaße. Beide entsprechen im Prinzip dem 4/4-Takt, in dem die meisten gängigen Hits – egal, welcher Musikrichtung – komponiert sind. Beim Jambus folgt immer eine betonte Silbe auf eine unbetonte.

Beispiel: Viele Wörter in unserer Sprache haben die Betonung von vornherein auf der zweiten Silbe, so wie Beweis, genau, zurück. In der Musik findet man diese Betonung vor allem beim Reggae, das haben Sie sicher im Ohr. Oder hören Sie auf You- Tube mal rein.

Schauen wir weiter auf unser Hochzeitsgedicht:

Wir wünschen euch dazu alles Glück;

denkt gern an diesen Tag zurück.

Wieder stimmt zwar der Reim, aber das Wort „euch“ stört den Jambus, also den Betonungswechsel. Streichen Sie in der ersten Zeile das Wort „euch“ und Sie merken sofort, dass das Versmaß jetzt stimmt, der Text flüssig läuft:

Wir wünschen dazu alles Glück;

denkt gern an diesen Tag zurück.

Der Trochäus läuft genau umgekehrt wie der Jambus: Auf eine betonte Silbe folgt eine unbetonte. Trochäische Verse klingen meist eindringlich, dabei gleichzeitig auch frisch und farbig: „Sah ein Knab ein Röslein stehn“ (Goethe); „Frühling lässt sein blaues Band“ (Mörike). Viele Wörter entsprechen diesem Rhythmus: fleißig, Haushalt, Arbeit, Liebe … Zuletzt ein frecher Schlussvers im Trochäus für unser Hochzeitsgedicht:

Wenn das aber nicht so ist – wär das Mist!

Reimrede - Schritt 6: Backen – die endgültige Form fixieren

Bevor die Kekse in den Ofen kommen, gibt es eine letzte Kontrolle: Sind alle Kekse auf dem Blech gleich groß, gleich dick? Beim Dichten überprüfen Sie nun sorgfältig: Sind alle Verse „glatt“ und „rund“? Dafür gibt es ein paar simple Tricks:

a) „Mensch, leier doch nicht so!“ Kennen Sie diese Beschwerde noch aus Kinderzeiten? Tja – ein sauber verfasstes Gedicht kann man eben leiern, dazu verführt das Versmaß. Wenn das nicht geht, klemmt noch etwas.

Also: Lesen Sie Ihren Text laut und leiern Sie dabei, so schlimm Sie können. Gestolpert? Markieren Sie sich beim Vortragen die entspre-chenden Stellen und schauen Sie sich diese hinterher noch einmal an. Aber gehen Sie den Text erst einmal komplett durch, damit Sie sich nicht an Details verzetteln.

b) Zählen Sie die Silben nach. Klingt nach Pedanterie? Es hilft aber ungemein! Beschränken Sie sich einfach auf die Zeilen, die Ihnen beim „Leiern“ aufgefallen sind. Tipp: Besonders leicht geht es, indem Sie beim Sprechen mit den Fingern auf den Tisch klopfen: 1 = Daumen, 2 = Zeigefinger usw. bis zum kleinen Finger und wieder von vorn.

c) Achten Sie auf die Betonung der Silben. Passt sie irgendwo nicht, können Sie vielleicht einfach ein Wort weglassen oder umgekehrt Füllwörter wie „ja“, „nun“, „gar“ einfügen. Ein anderer Trick ist das Umstellen von Wörtern. Das ist übrigens auch hilfreich, wenn Sie einmal keinen Reim finden! Bauen Sie das böse „reimlose“ Wort einfach an anderer Stelle in den Satz ein, und stellen Sie ein gefälligeres Wort ans Ende.

Zum Beispiel so:
Ich kann leider nicht gut dichten

– und was jetzt? Wie wär’s mit:
Fürs Dichten bin ich kein Experte,

dafür hab ich andre Werte!

Zum Schluss noch ein Wort zu Sinn und Unsinn von Reimlexika. Mancher „Künstler“ lehnt sie ab mit der Begründung, man fände darin nichts, was man nicht auch im eigenen Kopf hätte. Das mag schon sein. Aber nicht immer fällt einem alles ein, was da so drinsteckt. Außerdem kann man so ein Reimlexikon auch nutzen, um der eigenen Kreativität auf die Sprünge zu helfen.

Die Chance, dass man durch ein passendes Wort aus dem Reimlexikon auch auf eine völlig neue inhaltliche Idee für seine Rede kommt, ist relativ groß. Wenn Sie sich keine gedruckten Wälzer beschaffen wollen, finden Sie entsprechende Seiten auch im Internet. Aber Achtung: Vor lauter Surfen das Dichten nicht vergessen!

Reimrede - Schritt 7: Dekorieren – Schmücken Sie Ihren Vortrag aus

Auf dem Papier ist alles vorbereitet, doch wie gestalten Sie den „Ernstfall“? Überlegen Sie, ob Sie zu Ihrer Ansprache Requisiten einsetzen wollen. Das können zum Beispiel Fotos sein oder Plakate mit witzigen Aufschriften, die Ihren Text illustrieren (bei der Hochzeitsrede zum Beispiel ein Ortsende-Schild, auf dem statt eines Ortsnamens das Wort „Single“ durchgestrichen ist, oder ein Einbahnstraßenschild, auf dem nicht „Einbahnstraße“, sondern „Ehe“ steht).

Sie können auch die Übergabe eines Geschenks oder einer Auszeichnung in Ihre Rede einbauen. Falls derJubilar oder das Brautpaar etc. ein Faible für ein bestimmtes Thema hat, auf das Sie in der Rede Bezug nehmen, können Sie sich passend dazu verkleiden oder Gegenstände mit auf die Bühne nehmen (zum Beispiel eine Taucherausrüstung, Werkzeug oder einen Fotoapparat, mit dem Sie während der Rede hantieren).

Falls Sie ein Instrument spielen, können Sie damit Ihre Strophen untermalen oder – nach karnevalistischer Manier – einen „Tusch“ bei Ihren Pointen einfügen. Wenn Sie Ihre Reimrede so servieren, wird sie Ihren Zuhörern nicht nur vorzüglich schmecken – es kann Ihnen sogar passieren, dass bei Ihren Zuhörern der Appetit beim Essen kommt und Sie nun öfter gebeten werden, eine Reimrede zu halten!

Merke: „Ein Dichter ist ein Wesen, das imstande ist, eine Pfeife zu verschlucken und dafür eine Dampflokomotive auszuspucken.“ Jean Cocteau (1889 – 1963), französischer Filmregisseur

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