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Tappen Sie nicht in diese Humor-Fallen!

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Finden Sie das lustig?

 

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

letztes Wochenende war ich auf einer Hochzeit eingeladen. Und natürlich wurden auf das Brautpaar – wie es so üblich ist – etliche Reden gehalten. Wobei ich eine dieser Reden, wenn ich ehrlich bin, lieber nicht gehört hätte. Denn nicht alles, was darin über das Brautpaar so preisgegeben wurde, war wirklich publikumstauglich.

 

Würde man mich bitten, für diese Rede einen Titel zu finden, dann hätte ich diesen schon parat: „Gesammelte Peinlichkeiten“. – Es ging in dieser Rede um nichts anderes als darum, wo und wann sich die Brautleute schon einmal blamiert hatten.

 

 

Gut, dass der Braut beim ersten Treffen der Rock an der Seite bis hoch zum Bund aufgerissen war, darüber kann ich ja noch schmunzeln. Zumal bei der Vorstellung, dass die Ursache dafür – laut dem Redner – eine sehr schwungvolle Tanzeinlage gewesen war. Aber als der Redner diesen Tanzschritt dann nachgemacht hat – und damit nicht nur sich selbst, sondern auch die Braut zum Affen – habe ich das Schmunzeln schnell wieder eingestellt und bin dafür zum Stirnrunzeln übergegangen.

Schmerzhaft das ganze Gesicht verzogen habe ich dann, als der Redner nach ein paar weiteren Sätzen auch den Bräutigam imitiert hat. Angeblich soll der Bräutigam bei diesem bereits erwähnten ersten Treffen so kräftig einen über den Durst getrunken haben, dass er sich nur noch robbend nach Hause bewegen konnte. Und das hat der Redner ebenfalls dargestellt. – Und die einzigen, die sich über diese Showeinlage gefreut haben, waren wohl die Wirtsleute des Lokals gewesen, in dem die Hochzeit stattgefunden hat. Denn dank vollständigem Körpereinsatz wienerte der Redner mit seinem Anzug dabei einen nicht unerheblichen Teil des Bodens des Gastraums.

In dieser Art ging es die ganze Rede hindurch weiter. Der Redner legte sich mit jeder Anekdote, die er erzählte, mehr ins Zeug und griff immer tiefer in die Kiste der streng vertraulichen Interna. – Und glauben Sie mir, liebe Leserin, lieber Leser, manches davon war wirklich so privat, dass es gewiss nicht für die Ohren der Hochzeitsgesellschaft bestimmt war.

Aber den Redner störte das nicht. Fast 20 Minuten lang blamierte er das Hochzeitspaar und sich selbst und war dabei so in seinem Element, dass er nicht einmal bemerkte, dass die Lacher immer seltener wurden. Dass dem Hochzeitspaar schließlich das Lachen ganz verging, können Sie sich gewiss vorstellen, liebe Leserin, lieber Leser.

Humor in einer Rede ist eine tolle Sache. Das brauche ich Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, nicht zu sagen. Aber Sie wissen ja: Auf die richtige Dosis kommt es an. Und auf das nötige Fingerspitzengefühl.

Dinge über andere Menschen zu erzählen, die diesen unangenehm sein könnten, ist grundsätzlich absolut tabu. Ganz egal, wie viele Lacher man sich damit auf seine Seite holen könnte.

Aber es gibt noch weitere Details, die beim Thema „Humor in einer Rede“ beachtet werden sollten: die so genannten „Witze-Fallen“. Und die habe ich hier, liebe Leserin, lieber Leser, einmal zusammengestellt:

 

 
 

Die 3 Witze-Fallen

  • Falle 1: Die Falle der Unangemessenheit

Beachten Sie immer die Situation, liebe Leserin, lieber Leser, in der Sie einen Witz oder einen humorvollen Einwurf zum Besten geben wollen. Je ernster die Situation, desto leichter schnappt die 1. Witze-Falle zu: die Falle der Unangemessenheit. In einer ernsthaften Diskussion kann sich Ihr Gesprächspartner durch eine witzig gemeinte Bemerkung leicht auf den Arm genommen fühlen. Und auch eine Trauergesellschaft wird für Witze in den wenigsten Fällen aufgeschlossen sein.

  • Falle 2: Die Falle der Grenzüberschreitung

Nicht alle Menschen sind Witzen gegenüber gleich tolerant. Schätzen Sie deshalb die Witz-Toleranzgrenze bei Menschen, die Sie nicht so gut kennen, klugerweise besser niedrig ein. Sonst schnappt leicht die 2. Witze-Falle zu: die Falle der Grenzüberschreitung – und Sie werden für Ihren Beitrag im besten Fall mit einem schiefen Lächeln bedacht. Das, worüber Ihr Männerstammtisch oder Ihre Pilates-Gruppe herzhaft lachen kann, muss die neuen Kollegen noch lange nicht amüsieren.

  • Falle 3: Die Falle der Stillosigkeit

Die Mehrzahl der gängigen Witze lebt davon, die Image-Bilder von Gruppen wie die der Blondinen, Beamten, Schwiegermütter, Mantafahrer, Österreicher, Ostfriesen etc. - aufs Korn zu nehmen. Diese Zielgruppenwitze gehen immer auf Kosten anderer, die heruntergeputzt, angegriffen oder lächerlich gemacht werden. Ist jemand anwesend, der zu dieser angesprochenen Gruppe gehört, ist die Gefahr groß, dass die 3. Witze-Falle zuschnappt: die Falle der Stillosigkeit, die sich im schlimmsten Fall als beleidigende Geschmacklosigkeit entpuppt.

Die Todsünde, wenn Sie Witze erzählen

 

Zum Glück gibt es ja nicht nur schlechte, sondern auch gute Witze.<br/>

Doch woran liegt es, wenn selbst ein guter Witz bei Ihrem Vortrag oder in einer geselligen Runde nicht ankommt, liebe Leserin, lieber Leser?

Dann haben Sie vermutlich einen Fehler gemacht, den viele Redner begehen: Sie haben den Witz vorher angekündigt. Und genau das ist der Tod des Witzes.

Die Zuhörer setzen jedem Widerstand entgegen, der erkennbar versucht, besonders witzig zu sein. Nach dem Motto: „Du denkst, du wärst witzig, also versuch mal, mich zum Lachen zu bringen!“ Jeder Entertainer, jeder Kabarettist weiß, wie schwer es selbst für Profis ist, diese Barriere zu überwinden.

Ihr Witz zündet, wenn der Zuschauer überrascht ist und sich sagt: „Toll, wie treffend!“ Geben Sie deshalb keinen Hinweis, dass jetzt ein Witz kommt. Sagen Sie nicht: „Dazu fällt mir folgender Witz ein …“

Erzählen Sie die Anekdote lieber wie ein persönliches Erlebnis. Wenn sich das Ganze erst durch die Pointe zum Schluss als Spaß entpuppt, präsentieren Sie damit eine gelungene Überraschung. Ergebnis: statt Barrieren – freie Bahn zum befreiten Lachen.

Und das, liebe Leserin, lieber Leser, ist eine der besten Voraussetzungen für eine gelungene Rede ebenso wie für ein ganz normales Alltagsgespräch.<br/>

 

 

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, einen Tag, an dem Sie oftmals von Herzen lachen!

Herzlichst Ihre

 

 

 

Alexandra Sievers<br/>

 

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