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Tschuldigung, Herr Redner: Wie groß ist denn nun Monaco?

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Warum denn einfach, wenn's auch kompliziert geht.

 

Liebe Leserin, lieber Leser,

ach, sind 2 Menschen gerade frisch ineinander verliebt, sagen sie sich doch geradeheraus alles, was ihnen soeben durch den Kopf geht. Schließlich wollen sie sich in- und auswendig kennen lernen – das ist diese schöne Zeit, in der es keine Geheimnisse voreinander gibt! Meine Frau hat mir in jenen Tagen u.a. auch erzählt, sie habe früher einmal in einem Schulaufsatz den Satz geschrieben: „Die Wolken türmten sich wie Gebirge am Himmel.“ Dafür sei sie sehr belohnt worden, mit einem ‚Sehr gut’ und dem Kommentar: ‚Welch ein schönes Wortgebilde!’ Das habe sie in ihrer jugendlichen Kessheit dazu verleitet, diesen Satz auch im nächsten Aufsatz zu verwenden, doch das sei bei ihrem Lehrer gar nicht gut angekommen, und nach einer weiteren Wiederholung habe er ihr geradezu verboten, dieses ‚schöne Wortgebilde’ je noch einmal in einer Arbeit niederzuschreiben, die er benotet! 

Wir sehen also, es kommt immer darauf an, sich darüber Gedanken zu machen: 

Wer ist mein Publikum, meine Zielgruppe, sind meine Zuhörer? 

Die Frage lässt sich nicht so leicht beantworten, wie es scheint. Je weniger Menschen mein Publikum bilden, desto schneller verbraucht sich auch bei Wiederholung das schönste Wortgebilde – das machte Herr Lehrer doch sehr deutlich. Und andererseits gilt, dass eine bildhafte Botschaft umso länger eingesetzt werden kann, je größer und lokal oder regional verstreuter die Gruppe der Menschen ist, die erreicht werden sollen. 

 

Die andere Seite der Medaille Bildbeispiel oder Vergleich – um den Koloss ‚Wortgebilde’ moderner und weniger monströs zu verwenden – ist die Frage, ob die Zuhörer/innen das Bild oder den Vergleich überhaupt verstehen, ob damit Klarheit darüber erreicht wird, was der/die Redner/in zu erläutern beabsichtigt. Ich sage das unter dem Eindruck der Berichterstattung über die Fürstenhochzeit in Monaco. Da wurde von fast allen Reportern auf allen TV-Kanälen mehrfach darauf hingewiesen, das Fürstentum Monaco ist „… etwa halb so groß wie der Englische Garten in München!“ Da habe ich als Rheinländer gedacht: „Ja, Kruzifix, was ist denn das, der Englische Garten?“ Fakt ist, ich z.B. kenne weder den Englischen Garten in München noch war ich je in Monaco und habe demnach keine Ahnung, dass Monaco über eine Fläche von 2,02 km2 verfügt. 

Redebilder sollten >KISS< sein: Keep It Simple and Stupid! 

Trotz der stundenlangen Übertragungen der Hochzeitzeremonie blieb mir also im Ergebnis schleierhaft, wie groß denn nun Monaco ist, wenn ich nicht kurze Zeit später in einer TV-Reportage über Helgoland erfahren hätte, dass die Insel mit 1,7 km² etwas mehr als drei Viertel der Fläche von Monaco erreicht – und, was soll ich sagen, diese Aussage wurde gemacht, während ein Flugzeug Helgoland überflog und prächtig von oben zeigte, Danke an den NDR! 

Wenn Sie also als Redner/in ein Maß der Fläche oder Höhe oder Länge, eine Entfernung oder Strecke in einem Bild, in einem Vergleich oder auch einem bildhaften Vergleich erläutern und verständlich machen wollen – dann nehmen Sie bitte einen einfachen Bezugspunkt mit dem gemeinsamen Nenner, dass dieser allgemein bekannt ist. Ich will damit nichts gegen den mir nicht geläufigen Bekanntheitsgrad des Englischen Gartens sagen, aber darf eines klar unterstellen: "Das Flächenmaß kennt keine Allgemeinheit nicht, auch nicht in München!" Das bestbekannte Beispiel für die Größe einer Fläche ist der Fußballplatz. Da weiß ein jeder, wovon gesprochen wird und hat sofort ein Bild im Kopf. Wobei, das weiß nun wiederum nicht ein jeder, welche Maße ein Fußballplatz exakt hat! 

Warum haben denn die TV-Reporter in ihren Berichterstattungen aus Monaco zum Beispiel nicht versucht, das Ausmaß dieses Stadtstaates mit der Anzahl z.B. von Fußballfeldern zu erläutern? Wahrscheinlich kennen sie die Maße auch nicht. Oder sie konnten sie nicht umrechnen – so wie ich. Aber das erübrigt sich ja jetzt für mich nach der Reportage über Helgoland!

 

Herzlich grüßt 

Jürgen M. Bergfried

 


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