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Über Pannen, Pech und Pleiten in der rhetorischen Praxis

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Liebe Leserin, lieber Leser,

der ausgefeilteste und geschliffenste Redetext wird keine Wirkung entfalten, wenn der/die Redner/in nicht in der Lage ist, das Manuskript entsprechend vorzutragen! Mein nachhaltig einleuchtendstes Beispiel dafür stammt aus der Folge der TV-Serie >Die Nanny<, in der Butler Niles seinen Drang zur Bühne endlich einmal ausleben darf. Nur selten werden Zu/hörer/schauer mal Zeug/e/in von einer solchen Fülle geballter Inkompetenz und massenhaft grober Schnitzer wie von Schauspieler-Niete Niles beim Auftritt in jener kleinen Rolle – da passieren so viele ernste Sachen so komisch und parallel, dass sie verbal kaum zu beschreiben sind!

Gerade wegen ihrer Vielfalt im Vorkommen versuchen wir dennoch, die Angehörigen des Peinlichst-Clans einzeln vorzustellen. Ihr bevorzugter Arbeitsplatz (= Tatort) ist auf jeder Bühne und an allen Podien dieser Welt. Ihre/n Beruf/ung üben sie immer dort aus, wo vor Kameras, Mikrofonen und Publikum gesprochen, gesungen, rezitiert und vorgetragen wird. Die Mitglieder der Sippe kauern am Boden (z.B. Ausrutschen, Stolpern) und lauern in Kulissen (z.B. Umfallen), sie befingern die Technik, dabei bevorzugt Licht und Ton, und sie schrecken schon gar nicht davor zurück, den/die Vortragende/n zu befummeln, etwa an der Kleidung (z.B. seine Krawatte verdrehen oder ihre Halskette verrutschen) und gerne auch der Brille – letztere fällt meistens als erste zu Boden oder ist, als Lesebrille, erst gar nicht in den Taschen zu finden (wobei sie in 9 von 10 Fällen nach dem ersten Aufsetzen auf die Stirn hoch oder noch darüber in die Frisur/auf die Glatze geschoben wurde).

Das Oberhaupt der Peinlichst ist – natürlich – das Lampenfieber

Ob nun trockener Mund oder feuchte Hände oder nervöses Flattern der Augen- lider, Mundwinkel, Nasenflügel oder weiche Knie und zittrige Finger: Alle diese Typen sind die Lieblings-Neffen und -Nichten im Tross von Lampenfieber, welches seinerseits wiederum eng mit dem bestgehassten Kloß im Hals liiert ist. Jedes von ihnen tritt sowohl einzeln auf als auch im Team mit bis zu allen gemeinsam. Der Kloß konzentriert sich übrigens überwiegend darauf zu be- oder verhindern, dass das erste Wort eines Textes ausgesprochen wird. Er ist nicht zu verwechseln mit seinem kleinen Bruder Frosch im Hals – der ist ein heimtückischer Geselle und macht sich am liebsten an Vortragende mitten im besten Redefluss heran, unglücklicherweise überraschend und unangenehm – ein Unfall, der dem Opfer immer unbeabsichtigt und unbeeinflussbar unterläuft!

Gestatten: Familie Peinlichst von und zu Schreck

 

In jeder Familie schlägt normalerweise ja auch mindestens eine/r aus der Art. Bei den Peinlichst ist das ein Spaßvogel, weil der bei den Zu/hörern/schauern nämlich menschlich sehr gut ankommt. Sein Name ist unterdrückter Lachanfall! In der zweifellos charmantesten Variante wurde er einstmals von der >Lady Tagesschau< Dagmar Berghoff persönlich perfekt präsentiert bei ihrem Versuch, trotz Press-Prus-ten und tränenden Augen die Lottozahlen noch einigermaßen sachlich zu verlesen; es gelang ihr mit vielmals und glucksend „Verzeihung“ zu stammeln – diese Szene ist ein Klassiker unter den Top-Pannen im Deutschen Fernsehen. 

Glück ist, keinen einzigen dieser Typen kennen lernen zu müssen!

Es gäbe noch vieles mehr von vielen weiteren Vertretern der Peinlichst von und zu Schreck zu berichten, aber das muss auf ein anderes Mal vertagt werden. Nur aufgezählt werden heute noch der Aussetzer – einst frustriert und mittellos nach Amerika ausgewandert, dort als (The) Blackout zu internationaler Bekanntheit und wieder zurück nach Hause gekommen – sowie seine Vetter aus Dingsda Hänger und Zwilling Verhaspler (alias Versprecher alias Zungenbrecher) als typisch deutsche Vertreter genau von der Art, die man am liebsten nur von hinten sieht, wenn, ja wenn man jemals einen von denen überhaupt rechtzeitig ankommen sehen könnte, um noch schnell auszuweichen.

Deshalb mein Fazit: Seien Sie sich nie zu sicher, dass Sie von der Peinlichst-Gang unentdeckt bleiben, wenn Sie Ihre Stimme zum Vortrag erheben wollen; seien Sie besser darauf vorbereitet, dass es jederzeit geschehen könnte und gerade jetzt gleich passiert. Um dagegen vorzubeugen, sind Humor und Lockerheit die beste Medizin, und am allerbesten führen Sie auch stets ein Päckchen Schlagfertigkeit mit sich. Neulich wurde im Club über eine coole Rednerin geplaudert, die, von einem Hänger unerwartet aus dem Konzept ihrer Rede geworfen, nach kurzem Schweigen ihren Zu/hörern/schauern erzählte, da stehe in ihrem Manuskript doch tatsächlich: Pause – selbst für den Fall von ausgedacht ist das eine prima Schluss-Pointe! 

Herzlich grüßt

 

 

Jürgen M. Bergfried

 

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