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Überzeugen Sie durch klaren Ansagen

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Liebe Leserin, lieber Leser,

mit "würde"-los meine ich natürlich nicht, dass Sie sich stillos oder in sonst irgendeiner Form danebenbenehmen sollen. Sondern dass Sie viel mehr dürfen, als Sie vielleicht denken - gerade wenn Sie ein Rede halten ...

Aber am besten gebe ich Ihnen dazu einfach ein Beispiel:

Ich kann mich noch gut an meinen ersten Tag an der Uni erinnern: an eine Einführungsveranstaltung für Erstsemester. Liegt zwar schon viele Jahre zurück, aber mein Langzeitgedächtnis funktioniert noch ganz gut. Deshalb sehe ich ihn noch deutlich vor mir: den riesigen Hörsaal mit einer Art Bühne und einem Rednerpult. Und dort ein Mikrofon.

Irgendwann trat ein Mann an dieses Mikrofon, klopfte kurz darauf und meinte in das Stimmengewirr hinein: „Wenn ich um Ruhe bitten dürfte.“

Keine Reaktion.

Erneutes Klopfen und ein weiteres Mal: „Wenn ich um Ruhe bitten dürfte!“ Diesmal schon etwas lauter, doch mit demselben kargen Effekt. Und schließlich – klopf klopf! – ein entschlossenes „Ruhe bitte!“

Na also! Ging doch. Das Geplapper hörte auf und alle wandten sich in Richtung Bühne. Wer hatte denn auch ahnen können, dass dieser auserwählte Vertreter der Wissenschaft von uns Neulingen tatsächlich die Erlaubnis erwartet hatte, uns um Ruhe zu bitten? Und dann auch noch mit Auswahlmöglichkeit, wie beim ersten Multiple-Choice-Test. Wenn er dürfte … Und wenn nicht?

Aber natürlich durfte er. Um kaum dass er das selbst erkannt hatte, war es ja auch still geworden.

Klopf, Klopf! Räusper, räusper. „Zunächst einmal möchte ich Sie alle hier zu Ihrem ersten Semester an unserer Universität begrüßen.

Erwartungsvolles Schweigen. Doch es blieb beim Wunsch. Niemand begrüßte uns.

„… und ich möchte mich Ihnen vorstellen.


Ein einziges Wunschkonzert, das niemanden so richtig fesselte. Und den Namen des Redners habe ich auch vergessen. Aber vielleicht war er ja auch hinsichtlich seiner Vorstellung nicht über das „ich möchte“ hinausgekommen?

„Guten Tag meine Damen und Herren, mein Name ist Heinrich Klug von Weise. Ich begrüße Sie herzlich zu Ihrem ersten Semester an unserer Universität.“ – So hätten wir uns ausgekannt.

Aber dieser Herr von damals hat uns nur in dem allgegenwärtigen „möchte“, „würde“ und „könnte“ bestätigt, indem wir ohnehin herumirrten: „Ich möchte mal was werden und wenn ich das studieren würde, dann könnte ich vielleicht …“

Ich habe es studiert, Kommunikationswissenschaften. Und ich bin was geworden, Redenschreiberin und freie Redakteurin.

Und aus diesem Grund schreibe ich hier auch zum Thema Rhetorik.

 
 
 

Überzeugen Sie durch klare Ansagen!

Ganz gleich, aus welchem Anlass Sie sprechen, ob zum Geburtstag, bei einer Hochzeit, einem Jubiläum oder auch bei einer Trauerfeier: Kündigen Sie nicht an, was Sie sagen wollen. Verstecken Sie sich nicht hinter vermeintlicher Höflichkeit. Und:

Vermeiden Sie unbedingt folgende Fehler:

MÖCHTEN: "Liebes Geburtstagskind, ich möchte dir ganz herzlich zu deinem Ehrentag gratulieren ..." Nein! Sagen Sie stattdessen: "Lieber Klaus, herzlichen Glückwunsch zu deinem Geburtstag!"

"Liebe Gäste, ich möchte mich bei Ihnen bedanken .." Nein! Sagen Sie stattdessen: "Liebe Gäste, vielen Dank Ihnen allen!"

DÜRFEN: "Liebe Hochzeitsgäste, ich darf euch nun ans Büfett bitten ..." Nein! Sagen Sie stattdessen: "Liebe Hochzeitsgäste, das Büfett ist eröffnet. Ich wünsche euch allen einen guten Appetit!"

Liebe Vereinskameraden, wenn ich jetzt um Ruhe bitten dürfte, ich würde unsere heutige Sitzung gerne eröffnen. Nein! Sagen Sie stattdessen: "Liebe Vereinskameraden, kommt jetzt bitte zur Ruhe. (Kurze Pause). Unsere heutige Sitzung ist eröffnet."

WOLLEN: "Liebe Angehörigen, ich will euch mein tiefes Bedauern und mein Mitgefühl ausdrücken ..." Nein! Sagen Sie stattdessen: "Liebe ... (Namen nennen), ich bedauere den Verlust unserer/unseres geschätzten ... (Name) zutiefst und fühle von ganzem Herzen mit euch."

"Liebe Fußball-Freunde, ich will nun die Sieger unseres heutigen Turniers zu mir bitten ..."  Nein! Sagen Sie stattdessen: "Liebe Fußballfreunde, einen Applaus für die Sieger unseres heutigen Turniers, die ich jetzt zu mir bitte ..."

WÜRDEN: "Liebes Jubelpaar, ich würde euch nun gerne zu mir bitten, um euch euer Geschenk zu überreichen ..." Nein! Sagen Sie stattdessen: "Liebes Jubelpaar Helga und Kurt, kommt doch bitte einmal zu mir. Wir haben für euch ein Geschenk ..."

"Liebe Vereinsfreunde, ich würde nun gerne zum nächsten Punkt kommen.  Nein! Sagen Sie stattdessen: "Liebe Vereinsfreunde, der nächste Punkt ist ..."

LASSEN: "Verehrte Anwesende, lassen Sie mich einen Toast ausbringen auf ..." Nein! Sagen Sie stattdessen: "Verehrte Anwesende, einen Toast auf ..."

"Liebe Freunde, lasst uns den heutigen Abend nun gemeinsam genießen." Nein! Sagen Sie stattdessen: "Liebe Freunde, genießt den heutigen Abend! Ich wünsche uns allen viel Spaß ..."

 
 

Sprich: Verwenden Sie keine überflüssigen Höflichkeitsfloskeln und Möglichkeitsformen. Sondern machen Sie es möglich!

Das kommt bei Ihren Zuhörern an.

Ich wünsche Ihnen einen wunschlos glücklichen Tag!

Herzlichst Ihre

Alexandra Sievers

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