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Wann schmeckt Ihnen eine Rede, und wann müssen Sie schlucken?

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Wer 'kocht' die Rede, und wer 'serviert' sie?

 

Eine gute Rede, sagt man, ist wie ein gutes Mahl – Argument für Argument baut sich die Rede auf wie ein Menü von Gang zu Gang: Nach dem Gruß aus der Küche wird der erste Gang serviert, danach der zweite Gang und darauf der Zwischengang, um Gaumen und Zunge zu entlasten und zu erfrischen. Jetzt kommt als der natürliche Höhepunkt der Hauptgang auf den Tisch, gefolgt vom Dessert, dem Käse und dem Digestif sowie dem Mocca. Und zu jedem Gang gibt es das passende Getränk, zumeist sehr edle feine Weine und manchmal, je nach Deftigkeit der Speisen, auch ein Bier, meist als eine Spezialität aus der gleichen Region wie auch die Speise selbst. So hat auch die Rede eine Begrüßung, einen Einstieg, dann die Einleitung, den Hauptteil und den Schlusspunkt - und dazu die passende Form: Prosa, Verse, mit oder ohne Medienunterstützung.

Nun gut, das war ein Überblick, schon fast abstrakter Art. Bevor wir jedoch weiter in die Praxis gehen, muss eine Frage für das Redemenü noch zur Rollenverteilung geklärt werden: Wer ist der Koch – und wer der Kellner? Anders als in der kulinarischen Welt kann das bei Rednern und Redenschreibern genau umgekehrt sein. Während wir bei einem gelungenen Leib- und Magenschmaus den ‚Maitre de Cuisine’ an unseren Tisch bitten, um ihm mit Komplimenten für sein Können zu danken, so drängen wir uns nach einem besonderen Hörgenuss und Ohrenschmaus in die Nähe des Redners, um unseren Applaus auch noch mit Worten zum Ausdruck zu bringen (gleiches gilt übrigens auch für eine Starköchin oder einen weiblichen Rednerstar)! Das ist für eine aktuelle Rede dann kein Problem, wenn Autor und Referent ein und dieselbe Person sind. Ist da aber ein Redenschreiber hinter den Kulissen, sozusagen anonym in der Küche tätig gewesen, dann wäre dieser der Koch und der Redner, den wir öffentlich am Pult erleben, wäre der Kellner. Also bedanken wir uns oft bei einem Redner für eine Rede, die ihm oder ihr von einem so genannten ‚Ghostwriter’ erdacht und aufgeschrieben wurde. 

Was haben wir denn für Reden auf der 'Speisenkarte'? 

Die Kunst des Kochens und die Kunst der Rede haben auch wieder einige Gemeinsamkeiten: Sie müssen sorgfältig hergestellt und sorgsam abgeschmeckt werden. Je feiner die Gänge eines Menüs aufeinander abgestimmt sind, desto höher ist der kulinarische Genuss. Und je wirkungsvoller die Argumente einer Rede sich aufbauen und aufeinander folgen, desto nachhaltiger ist ihre Überzeugungskraft. Reden verschaffen in ihrer Wirkung Genuss und Verdruss, je nach ihrem Anlass und Ziel, denken wir beispielsweise an zwei extrem gegensätzliche Arten der Reden:

- die Laudatio oder die Jubiläumsrede oder der Festvortrag. Da wird geehrt, erinnert und dankbar gedacht, da wird gelobt, und Leistungen werden hervorgehoben. Da wird vor allem das Beste erzählt, da wird zu Tränen gerührt, und manchmal werden auch Tränen gelacht. Die Zuhörer sind anschließend angetan, begeistert, innerlich erbaut oder sogar erfüllt von dem, was sie gehört haben und wie sie es Ihnen zu Gehör gebracht wurde.

- Die Kampf- oder die Schmäh- oder auch die Widerrede. Da wird gestritten, wird angegriffen, in der Sache und persönlich. Da werden Fehler aufgezählt und Versäumnisse angeprangert, da wird Verschwendungssucht beklagt und Inkompetenz vorgeworfen. Da wird auch manchmal unter die Gürtellinie getreten und einiges an Schmutz aus den Ecken gekehrt und der Gegner damit kübelweise mit Gülle überschüttet. Die Zuschauer sind anschließend angestachelt und voller Wut, sie sind bereit zur Auseinandersetzung mit Worten und auch manchmal mit den Fäusten, wir kennen z.B. die Bilder sogar aus Parlamenten, die darüber protokollarisch aus den Fugen geraten.

Dazwischen gibt es alle möglichen Arten und Formen der Rede, so wie es auch beim Kochen die unterschiedlichsten Möglichkeiten gibt, Fisch und Fleisch zuzubereiten, samt den dazu geeigneten Gemüses, Salaten und Sättigungsbeilagen. Doch gibt es zum Schluss noch einen ganz gewaltigen Unterschied: So besonders gut Ihnen mundet, wonach es Sie gelüstet, so besonders sauer stößt Ihnen auf, wenn Ihnen nach dem Mund geredet wird – oder?!

 

 

Herzlich grüßt 

Jürgen M. Bergfried

 

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