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BGM-Maßnahmen – zahlreiche Beispiele und Ideen zur Umsetzung

Jedes Wirtschaftsunternehmen wünscht sich motivierte und leistungsfähige Mitarbeiter. Dass im Laufe eines Lebens die Gesundheit leidet und die Anforderungen des Arbeitslebens zur Belastung werden können, gerät gerne in Vergessenheit. Mit einem bewussten Engagement für das betriebliche Gesundheitsmanagement und gezielten BGM-Maßnahmen steuern Arbeitgeber diesen Entwicklungen nicht einfach entgegen. Vielmehr setzen sie ein Zeichen der Wertschätzung, die nicht zuletzt ihre Spuren im Employer Branding hinterlassen.
Inhaltsverzeichnis

Warum sind Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements so wichtig?

Krankheits- und Urlaubstage sind als Teil des Personalmanagements für viele Geschäftsführer und Personal traditionell unliebsame Themen. Für das monatliche gezahlte Gehalt wird ein Arbeitseinsatz erwartet, der nicht durch unnötig viele Fehltage gemindert werden sollte. Gerne wird übersehen, dass die Arbeit und Atmosphäre am Arbeitsplatz selbst Einfluss auf Ausfallzeiten und Krankheitstage nehmen.

Sinkende Krankenstände und wenige Ausfalltage der letzten Jahre suggerieren, dass Arbeitnehmer seltener krank werden. Das Gegenteil ist oft der Fall: Aus Angst vor einem Verlust des Arbeitsplatzes quälen sich erkrankte Mitarbeiter zum Arbeitsplatz und stecken im schlimmsten Fall ihre Kollegen an. Oder die Motivation für die eigene Arbeit ist so weit gesunken, dass der Weg zur nächsten Krankschreibung nicht weit ist.

All dies zeigt, dass die Auseinandersetzung mit der Gesundheit des Personals kein Luxus für den Arbeitgeber sein sollte. Einen aktiven Beitrag zu leisten, der einige Euro kosten darf, amortisiert sich langfristig und zeigt, dass ein echtes Interesse am Wohlbefinden jedes einzelnen Mitarbeiters besteht.

Fürsorgepflicht mit wirtschaftlichem Interesse verknüpfen

Wer sich als Arbeitgeber über die zu geringe Arbeitszeit einzelner Mitarbeiter durch Krankheit aufregt, sollte zunächst die eigene Fürsorgepflicht verstehen. Diese sollte über klassische Sicherheitsmaßnahmen und -vorschriften hinausgehen, und ein echtes Interesse an der Gesundheitserhaltung der Mitarbeiter umfassen.

Wer als Arbeitgeber zögern, in das betriebliche Gesundheitsmanagement zu investieren, betrachtet die Rechnung nur einseitig. Die Investition, die für die Förderung der betrieblichen Gesundheit getätigt wird, sollte in Relation zu Ausfallzeiten und der hiermit verbundenen Arbeitskraft betrachtet werden.

Auch die kurzsichtige Rechnung, einen häufig erkrankten Arbeitnehmer zu entlassen und durch neues Personal zu ersetzen. Je nach Branche und Arbeitsmarktlage lässt sich nur schwer geeigneter Ersatz finden. Der Recruitingprozess bringt vergebliche Kosten mit sich, die besser in gezielte, betriebliche Gesundheitsmaßnahmen zu investieren wären.

Fachkundige Beratung als erster Schritt des BGM

Der erstmalige Einstieg ins Thema ist schwierig und setzt Fachwissen voraus, um aus allen denkbaren Optionen und Möglichkeiten die passenden Ansätze zu wählen. Hier hilft eine professionelle Beratung für betriebliches Gesundheitsmanagement weiter. Spezialisierte Dienstleister zeigen Unternehmen auf, welche Maßnahmen sich individuell anbieten und nehmen eine Überprüfung des Status Quo vor.

Die Erstberatung hilft zudem, das mögliche Budget für ein betriebliches Gesundheitsmanagement abzustecken. Hierbei zeigen erfahrene Dienstleister nicht einfach anfallende Kosten für einzelne Maßnahmen auf. Stattdessen wird aufgezeigt, wie sich durch eine gesündere und motivierte Belegschaft Kosten einsparen lassen – beispielsweise durch geringere Fehlzeiten und die hiermit verbundene Arbeitskraft. Gerade kritischen Unternehmen werden so Spielräume im Budget aufgezeigt, die langfristig sogar zu einem echten Kostenvorteil werden.

Überblick BGM-Maßnahmen – Ideen und Beispiele

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Maßnahmen, die im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements ergriffen werden können. Allerdings sind eben diese BGM-Maßnahmen auf die jeweilige Betriebssituationen abzustimmen.

Um Ihnen die Entscheidung, welche Maßnahmen Sie in ihrem Betrieb implementieren, zu erleichtern, finden Sie im Folgenden einen umfassenden Überblick über potenzielle BGM-Maßnahmen – je nach Baustein des betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Maßnahmen des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes

Der Baustein des Arbeitsschutz- und Gesundheitsschutzes im BGM legt den Fokus auf die anhaltende Sicherheit aller Mitarbeiter, die langfristige Gesundheit der Belegschaft und die Prävention von Arbeitsunfällen und Berufserkrankungen. Im Mittelpunkt steht dabei die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften zum Arbeitsschutz.

Maßnahmen, die hier ergriffen werden, können technischer, organisatorischer oder personenbezogener Art sein:

Technische ArbeitsschutzmaßnahmenOrganisatorische ArbeitsschutzmaßnahmenPersonenbezogene Arbeitsschutzmaßnahmen
Regelmäßige Inspektion und Wartung von MaschinenDurchführung regelmäßiger Gefährdungsbeurteilung zur Identifikation von Gesundheitsrisiken und zu implementierenden SicherheitsmaßnahmenPraxisnahe Mitarbeiterschulungen und Unterweisungen zum richtigen Umgang mit Maschinen und Arbeitsmitteln
Maschinenschutz- oder BrandschutzvorrichtungenErstellung von detaillierten BetriebsanweisungenBereitstellung von erforderlicher Arbeitsschutzkleidung wie Schutzhelme, Sicherheitsschuhe, Schutzbrillen oder auch einem Gehörschutz

Ideen für Maßnahmen des betrieblichen Eingliederungsmanagements

Das Eingliederungsmanagement ist ein weiterer zentraler Baustein des BGM, der darauf abzielt, die nahtlose Rückkehr von Mitarbeitern nach einer Krankheit, Verletzung oder anderen Arbeitsunterbrechungen zu gewährleisten. Folgende Maßnahmen können zum Beispiel zur erfolgreichen Wiedereingliederung implementiert werden:

  • Individuelle Rückkehrpläne: Erstellung maßgeschneiderter Rückkehrpläne für Mitarbeiter, die nach einer längeren Krankheits- oder Rehabilitationsphase wieder in den Arbeitsalltag eingegliedert werden müssen. Diese Pläne berücksichtigen die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten des Mitarbeiters sowie die Anforderungen des Arbeitsplatzes.
  • Arbeitsplatzanpassungen: Durchführung von Anpassungen am Arbeitsplatz, um die Rückkehr des Mitarbeiters zu erleichtern und seine Leistungsfähigkeit zu unterstützen. Dazu gehören beispielsweise ergonomische Anpassungen, Umstrukturierungen von Arbeitsabläufen oder die Bereitstellung spezieller Hilfsmittel.
  • Regelmäßige Kommunikation und Feedbackgespräche: Sicherstellung einer offenen Kommunikation zwischen dem Mitarbeiter, seinem Vorgesetzten, den Kollegen und anderen relevanten Parteien, um einen reibungslosen Übergang zurück in den Arbeitsalltag zu ermöglichen und mögliche Unsicherheiten oder Missverständnisse zu klären.
  • Flexible Arbeitszeitmodelle: Einführung flexibler Arbeitszeitmodelle wie Teilzeitarbeit, Gleitzeit oder Homeoffice, um den Mitarbeitern mehr Flexibilität bei der Gestaltung ihres Arbeitsalltags zu bieten und ihre individuellen Bedürfnisse besser zu berücksichtigen.
  • Monitoring und Evaluierung: Kontinuierliche Überwachung des Eingliederungsprozesses sowie regelmäßige Evaluierung der durchgeführten Maßnahmen, um sicherzustellen, dass der Mitarbeiter angemessen unterstützt wird und seine Integration erfolgreich verläuft.

Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung

Der BGM-Baustein Gesundheitsförderung konzentriert sich darauf, die Gesundheit der Mitarbeiter aktiv zu fördern und langfristig zu erhalten. Folgende Maßnahmen sind besonders zu empfehlen:

  • Gesundheits- und Fitnessprogramme: Organisation von regelmäßigen Gesundheits- und Fitnessaktivitäten wie Gruppenfitnesskurse, Yoga-Sitzungen oder Lauftreffs, um die körperliche Fitness und das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu fördern.
  • Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung: Bereitstellung ergonomischer Arbeitsmittel wie höhenverstellbare Schreibtische, ergonomische Bürostühle oder spezielle Tastaturen, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Belastung des Bewegungsapparates zu reduzieren.
  • Gesunde Ernährungsangebote: Angebot gesunder Verpflegungsmöglichkeiten am Arbeitsplatz wie frisches Obst, Gemüsesticks oder Vollkornprodukte in der Kantine oder in Snackautomaten, um eine ausgewogene Ernährung zu fördern und die Mitarbeiter zu einer gesunden Lebensweise zu motivieren.
  • Stressmanagement und Entspannungsangebote: Durchführung von Workshops, Seminaren oder Entspannungskursen zum Thema Stressbewältigung, Achtsamkeit oder Meditation, um den Mitarbeitern effektive Strategien zur Stressreduktion und Entspannung zu vermitteln.
  • Gesundheitschecks und Vorsorgeuntersuchungen: Durchführung von regelmäßigen Gesundheitschecks und Vorsorgeuntersuchungen wie Blutdruckmessungen, Cholesterinuntersuchungen oder Hautkrebsvorsorgeuntersuchungen, um frühzeitig gesundheitliche Risiken zu erkennen und präventive Maßnahmen einzuleiten.
  • Förderung der Work-Life-Balance: Einführung flexibler Arbeitszeitmodelle, Homeoffice-Möglichkeiten oder Sabbatical-Programme, um den Mitarbeitern eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu ermöglichen und stressbedingten Belastungen entgegenzuwirken.

Vor allem die Maßnahmen der Gesundheitsförderung gehen über die einfache Einhaltung von Maßnahmen und Vorschriften des Gesetzgebers oder der Branchenverbände hinaus. Diese werden von vielen Arbeitgebern alleine verfolgt, um möglichen Bußgeldern bei Verstößen zu entgehen. Eine echte Fürsorge gegenüber den Mitarbeitern ist selten zu erkennen und kann mit den genannten und weiteren Maßnahmen aktive und deutliche Signale setzen.

Individuelle Konzepte statt Einzellösungen

Wenn sich Bund, Länder oder Verbände für die Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz stark machen, schwingt auch hier ein wirtschaftliches Interesse mit. Schließlich schont jeder ausbleibende Besuch bei einem Arzt die gesetzliche Krankenversicherung und hält die Beiträge stabil. Bei allen finanziellen Faktoren sollte nie vergessen werden, dass jeder Mensch lieber gesund und schmerzfrei als schwach und krank lebt. Wenn Eigeninitiative schwerfällt, kann der Arbeitgeber den Anstoß in die richtige Richtung geben.

Damit dieser Anstoß gelingt, reichen pauschale Konzepte nicht aus. Mit Blick auf einzelne Mitarbeiter oder Abteilungen lohnt es, individuelle Maßnahmen zu erarbeiten. Schließlich bringt das Arbeitsleben gerade in großen Unternehmen völlig unterschiedliche Belastungen mit sich. Ihre fleißigen Mitarbeiter in der Produktionshalle benötigen eine andere Unterstützung als die „Schreibtischtäter“ in Ihren Büros.

Welche Vorteile ergeben sich durch gezielte BGM-Maßnahmen?

Die Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) bieten eine Vielzahl von Vorteilen für Unternehmen und Mitarbeiter gleichermaßen:

  • Steigerung der Mitarbeitergesundheit und des Wohlbefindens: Durch gezielte Gesundheitsförderungsmaßnahmen wie Fitnessprogramme, ergonomische Arbeitsplatzgestaltung und Stressmanagementkurse werden die körperliche und psychische Gesundheit der Mitarbeiter gestärkt, was zu einem insgesamt höheren Wohlbefinden führt.
  • Reduzierung von Krankheitsausfällen: Das BGM zielt darauf ab, Krankheiten und Verletzungen am Arbeitsplatz zu verhindern oder frühzeitig zu erkennen. Durch präventive Maßnahmen und ein effektives Eingliederungsmanagement können Ausfallzeiten aufgrund von Krankheit oder Verletzung reduziert werden, was die Produktivität des Unternehmens steigert.
  • Verbesserung des Arbeitsklimas und der Mitarbeiterbindung: Ein umfassendes BGM zeigt den Mitarbeitern, dass ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit am Arbeitsplatz ernst genommen werden. Dadurch entsteht ein positives Arbeitsklima, das die Mitarbeiterbindung stärkt und die Fluktuation reduziert.
  • Erhöhung der Arbeitszufriedenheit und -motivation: Indem Unternehmen Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens am Arbeitsplatz implementieren, fühlen sich die Mitarbeiter wertgeschätzt und unterstützt. Dies steigert die Arbeitszufriedenheit und -motivation, was sich positiv auf die Leistungsfähigkeit und das Engagement der Mitarbeiter auswirkt.
  • Kostenersparnis für das Unternehmen: Durch die Vermeidung von Krankheitsausfällen, die Reduzierung von Unfällen und Verletzungen sowie eine insgesamt gesündere Belegschaft können Unternehmen langfristig Kosten einsparen. Investitionen in das BGM zahlen sich somit nicht nur für die Mitarbeitergesundheit aus, sondern auch für die finanzielle Gesundheit des Unternehmens.

BGM als starkes Argument für das zukünftige Recruiting

Schließlich wird ein Aspekt des betrieblichen Gesundheitsmanagements noch immer von vielen Entscheidern unterschätzt. Ein Einsatz für die Gesundheit der Mitarbeiter liefert ein starkes Argument, wenn es um die Suche von qualifiziertem Personal geht. Speziell bei Fach- und Führungskräften ist eine riesige Nachfrage gegeben, qualifizierte Bewerber können sich Ihren Wunscharbeitgeber oftmals aussuchen.

Hier echte Benefits neben der Gehaltszahlung zu liefern, kann zum wesentlichen Punkt für eine positive Entscheidung für Ihren Betrieb werden. Dies erleichtert das Recruiting und kurbelt das Employer Branding an, da Sie sich als fürsorglicher Arbeitgeber präsentieren. Wenn diesen Worten auch noch Taten folgen, wird Ihr Unternehmen dank kompetenter Fachkräfte langfristig sogar wirtschaftlich gesund bleiben.

Aspekte des betrieblichen Gesundheitsmanagements verstehen

Bei der erstmaligen Auseinander mit dem Thema betriebliches Gesundheitsmanagements ist speziell älteren Geschäftsführern nicht bewusst, welche Leistungen und Maßnahmen das Konzept umfasst. Schnell wird das Thema auf die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben für den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz reduziert. Ein echtes Interesse an der Gesundheit des Personals geht jedoch weit hierüber hinaus.

Moderne Arbeitgeber verstehen, dass die Förderung der persönlichen Fitness oder die Etablierung ergonomischer Arbeitsmethoden nicht auf die einzelnen Mitarbeiter abzuwälzen sind. Der Aspekt der psychischen Belastung rückt zudem stärker in den Vordergrund, so dass ein besserer Umgang mit Stress und Konflikten im Arbeitsalltag vermittelt werden sollte.

Zusammen mit einer „gesunden“ Unternehmenskultur und dem Angebot innerbetrieblicher Programme zur gesundheitlichen Prävention lässt sich ein Maßnahmenpaket zusammenstellen, das die Gesundheit im gesamten Betrieb ankurbelt.