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Für die Sicherheitsfachkraft sind Betriebsanweisungen ein wertvolles Hilfsmittel, um die Mitarbeiter zu unterweisen und vor Gefährdungen am...

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Arbeitssicherheit: Folgeunterweisungen ohne „Gähn-Effekt“

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Von Wolfram von Gagern,

Wiederholungsunterweisungen sind für viele ein leidiges Thema – oft hört man dazu Bemerkungen wie: „Kennen wir doch schon alles …“ oder „Muss das denn schon wieder sein, das kostet doch nur Zeit.“ Dennoch sind sie notwendig.

Nicht nur, weil der Gesetzgeber sie vorschreibt, sondern weil mit der Zeit das Sicherheitsbewusstsein abstumpft – gerade dann, wenn länger nichts „passiert“ ist. Besonders wenn die Unterweisung Inhalte umfasst, die die Kollegen schon kennen und die lediglich aufgefrischt werden müssen, ist die Kurzunterweisung deshalb hierfür die wirkungsvollste Methode – damit können Sie einem Ermüdungseffekt am besten vorbeugen.

Halten Sie sich bei Wiederholungsunterweisungen an 3 wichtige Grundregeln:

  1. Sie können über alles reden – nur nicht über 15 Minuten.
  2. Ermuntern Sie die Teilnehmer zum aktiven Mitarbeiten, statt bereits Bekanntes nur „herunterbeten“ zu lassen. Fragen Sie z. B. nach den richtigen Verhaltensweisen und geben Sie nicht gleich alle Antworten selbst vor.
  3. Führen Sie die Unterweisung möglichst am Schauplatz der Gefahren durch, die thematisiert werden, d. h. in der Regel am Arbeitsplatz der Kollegen.

So gehen Sie in 3 Schritten richtig vor

Schreiben Sie das Thema der Unterweisung auf eine Tafel oder eine Flip-Chart, um die Teilnehmer auch optisch anzusprechen: Themen können z. B. sein: Sicheres Arbeiten auf Fahrgerüsten, Sicherheit beim E-Schweißen, sicherer Umgang mit Winkelschleifern usw. Gliedern Sie die Unterweisung in 3 aufeinander folgende Schritte:

1. Schritt: Welche Gefahren gibt es bei der Tätigkeit?

Fragen Sie die Teilnehmer, notieren Sie die Antworten auf der Tafel und ergänzen bzw. korrigieren Sie sie notfalls. Mögliche Antworten könnten je nach Unterweisungsthema sein: Absturzgefahr, Zeitdruck, Witterung, elektrischer Strom usw.

2. Schritt: Was kann dadurch passieren?

Hier werden die möglichen Gefahrenfolgen genannt und ebenfalls schriftlich festgehalten. Das können z. B. sein: Verletzungen, Gehör- und andere Gesundheitsschäden, Gefährdung Dritter oder Zerstörung von Sachwerten.

3. Schritt: Wie schützen wir uns dagegen?

Hier sollten die notwendigen Schutzmaßnahmen genannt, wiederum schriftlich notiert und in ihrer Wirksamkeit bewertet werden. Die Antworten könnten lauten: Fangnetze, Absturzsicherungen, Atemschutz usw.

Halten Sie das Ergebnis in einer Arbeitsschutzvereinbarung fest

Das Ergebnis der Kurzunterweisung sollten Sie in Form einer verbindlichen „Arbeitsschutzvereinbarung“ zwischen den Unterwiesenen und dem Unterweisenden festhalten. Sie muss durch die Unterschrift der Unterwiesenen bestätigt werden.

Hängen Sie den schriftlich festgehaltenen Unterweisungsablauf möglichst an geeigneter Stelle aus, so dass Sie „Verweigerer“ später direkt auf ihr Fehlverhalten ansprechen können: „Du hast es doch selbst gesagt. Warum hältst du dich jetzt nicht an unsere Vereinbarung?“

Vorteile dieser Methode sind:

  • Die Unterwiesenen identifizieren sich besser mit den Ergebnissen, da sie von ihnen selbst (mit-)erarbeitet wurden.
  • Die Gefährdungen und Schutzmaßnahmen prägen sich stärker ein.
  • Die Unterwiesenen werden durch das eigene Erarbeiten besser motiviert.
  • Das Bewusstsein für ihren eigenen Beitrag zu Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz wird gestärkt.

So könnte Ihre „Arbeitsschutzvereinbarung“ Aussehen

Arbeitsschutzvereinbarung zur Kurzunterweisung: Sicheres Arbeiten mit Anlegeleitern

1. Welche Gefahren gibt es?

Umfallende Leiter, wegrutschender Leiterfuß oder -kopf, beschädigte Holme und Sprossen

2. Was kann dadurch passieren?

Durch Abrutschen oder Abstürzen können Verstauchungen, Hautabschürfungen und Knochenbrüche auftreten, auch schwere Verletzungen mit Todesfolge. Weitere schwere Verletzungen können durch Werkzeug entstehen (z. B. Bohrhammer), mit dem ich auf der Leiter arbeite.

3. Wie schütze ich mich dagegen?

Leiter vor dem Benutzen auf sichtbare Beschädigungen überprüfen, Leiter sicher aufstellen, Leiterfüße gegen Wegrutschen sichern (Aufstellwinkel 65 – 75 °), Leiterfüße dem Untergrund anpassen, Sicherungsposten in Verkehrswegen, Leiterkopf mit Schnellspanngurt gegen Wegrutschen sichern, keine schweren Elektrohandgeräte auf Leitern einsetzen, Schuhe mit sauberen und griffigen Sohlen tragen, 1 m Überstand der Leiter zum Übersteigen auf Flächen einhalten.

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