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Für die Sicherheitsfachkraft sind Betriebsanweisungen ein wertvolles Hilfsmittel, um die Mitarbeiter zu unterweisen und vor Gefährdungen am...

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Betriebsanweisung: Gesundheitsschutz auch bei Rufbereitschaft

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Arbeitsschutz Betriebsanweisung

Von Wolfram von Gagern,

Service rund um die Uhr kann in manchen Bereichen, wie etwa im Gesundheitswesen, eine Frage von Leben und Tod sein.

In anderen Fällen beruhigt es, dass wir z. B. Bei einem Wasserrohrbruch nicht bis zum nächsten Morgen auf Hilfe warten müssen und sich der Schaden währenddessen noch vergrößert. Beides setzt eine Organisation des Personaleinsatzes voraus, die häufig nur mit Rufbereitschaft zu erreichen ist – oft mit erheblichen Belastungen für die Gesundheit der Betroffenen.

Über 1,5 Mio. Betroffene

Da sich – um bei dem Beispiel zu bleiben - nachts nicht am laufenden Band Rohrbrüche ereignen, ist Schichtarbeit wegen des zu geringen Arbeitsanfalls hier keine geeignete Lösung. Stattdessen werden Mitarbeiter bestimmt, die zwar wie ihre Kollegen abends nach Hause gehen dürfen (oder wohin auch immer), aber auf Abruf sofort zu einem dringenden Arbeitseinsatz hinaus müssen, auch mitten in der Nacht. Abgesehen von „klassischen“ Branchen wie Polizei, Feuerwehr, Altenund Krankenpflege usw. ist Rufbereitschaft auch in der Industrie (z. B. Bei Energieversorgern) und im Handwerk (Elektro-, Heizungs-/Klima-, Kfz-Berufe) verbreitet. Für 1,5 Mio. Beschäftigte in Deutschland gehört sie zum Arbeitsalltag. Arbeit auf Abruf schränkt den Erholungswert der Freizeit ein, selbst wenn es gar nicht zu einem Einsatz kommt. Viele klagen darüber, dass sie in Zeiten mit Rufbereitschaft nur unruhig oder gar nicht schlafen können, was wiederum ihre Leistungsfähigkeit am nächsten Tag herabsetzt. Alleinerziehende müssen ggf. eine Betreuung für ihre kleinen Kinder arrangieren. Darüber hinaus sind für die gesundheitlichen Belastungen durch Rufdienste vor allem ausschlaggebend:

  • die Dauer der Arbeitszeit: Wer ohnehin schon Überstunden „schiebt“, wird durch Rufbereitschaft umso mehr beansprucht;
  • die Häufigkeit der Rufdienste;
  • ihre Länge: ein Samstag oder ein komplettes Wochenende?
  • ihre Lage: in der Nacht oder nur morgens eine Stunde an einem arbeitsfreien Tag, um einzuspringen, wenn sich ein Kollege krankmeldet;
  • die Anzahl der aufeinanderfolgenden Rufdienste;
  • die Art der Tätigkeit bei einem Rufbereitschaftseinsatz: z. B. Erhebliche Konzentrationsanforderungen bei Arbeiten mit erhöhter Unfallgefahr

So können Sie Belastungen reduzieren

Je nach Art und Größe Ihres Betriebs bestehen unterschiedliche Möglichkeiten, Belastungen durch unvermeidliche Rufbereitschaftsdienste zu begrenzen. Prüfen Sie, welche der folgenden Ansätze am besten auf Ihre Situation passen:

  • Stellen Sie Alleinerziehende mit kleinen Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen möglichst von der Bereitschaft frei.
  • Setzen Sie auf Freiwilligkeit und lassen Sie die Kollegen möglichst selbst untereinander „aushandeln“, wer wann rufbereit ist. Sorgen Sie dafür, dass sie ihre Dienste kurzfristig untereinander tauschen können – so werden private Belange besser berücksichtigt.
  • Wer ohnehin schon an der Obergrenze der erlaubten Arbeitszeit ist, sollte von zusätzlichen Diensten ausgenommen werden.
  • Ansonsten sollten Sie in größeren Betrieben die Rufdienste auf möglichst viele Schultern verteilen.
  • Als kleiner Betrieb sollten Sie die Möglichkeit prüfen, an einem überbetrieblichen Rufdienstpool (wie z. B. Für Aufzug-Notfälle) teilzunehmen, um Ihre Mitarbeiter zu entlasten.
  • In manchen Fällen lässt sich durch eine qualifizierte Fehlerdiagnose am Telefon der Einsatz vor Ort verhindern.

Treffen Sie außerdem klare Festlegungen, was ein „Notfall“ ist und was nicht (z. B. Ein stecken gebliebener Aufzug nur, wenn Personen eingeschlossen sind).

Halten Sie die Höchstarbeitszeiten ein

Veranlassen Sie, dass bei erhöhter Stressbelastung (z. B. Nachteinsätze in sozialen Brennpunkten) oder Unfallgefährdung (Reparaturarbeiten im Chemiebetrieb) immer 2 Mitarbeiter zusammen rausfahren („Tandemeinsatz“). Bei risikolastigen Einsätzen gibt es den Mitarbeitern mehr Sicherheit, wenn sie sich zwischendurch oder nach dem Einsatz bei einer Telefonzentrale melden müssen. Wichtig: Stellen Sie grundsätzlich sicher, dass die zulässigen Höchstarbeitszeiten und der Freizeitausgleich nach ggf. geltenden Tarifvereinbarungen und dem Arbeitsschutzgesetz (ArbZG) eingehalten werden. Sobald ein Kollege während der Rufbereitschaft „in Aktion“ tritt, sind diese Einsatzzeiten Arbeitszeit. Dann müssen Sie die Zeiten der normalen Schicht und die Arbeitszeiten in der Rufbereitschaft addieren, um die tatsächliche Arbeitszeit für den Tag zu ermitteln. Nach dem ArbZG sind nur maximal 10 Stunden Arbeitszeit pro Tag zulässig; was darüber hinausgeht, müssen Sie entsprechend ausgleichen (§ 3 ArbZG).

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