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Für die Sicherheitsfachkraft sind Betriebsanweisungen ein wertvolles Hilfsmittel, um die Mitarbeiter zu unterweisen und vor Gefährdungen am...

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Betriebsanweisung: Gibt es bald hitzefrei in Ihrem Betrieb?

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Arbeitsschutz Betriebsanweisung

Von Wolfram von Gagern,

Das war in den letzten Tagen zum Teil doch schon einmal ein schöner Vorgeschmack auf den kommenden Sommer. Jetzt, wo der Frühling langsam an Fahrt gewinnt, steigen auch die Temperaturen in den Büros.

Bis es richtig heiß wird, wird es zwar noch eine ganze Weile dauern. Aber sicher wissen Sie noch aus den vergangenen Jahren, dass die Lufttemperatur im Büro je nach Lage und ohne Sonnenschutzvorrichtungen im Sommer schnell unerträgliche Werte annehmen kann. Sie als Mitarbeiter leiden unter dieser Hitze.

Betriebanweisung: Bei Hitze steigt das Unfallrisiko

Die Folgen sind sinkende Leistungsfähigkeit und Arbeitslust, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche bis hin zu vermehrter Schweißabgabe und Herz-Kreislaufbelastungen. Dies alles trägt zu einem, durch Studien belegt, erhöhtem Unfallrisiko bei. Die beste Lösung, um dieses Unfallrisiko zu vermindern, wäre natürlich ein Hitzefrei an heißen Tagen oder eine kühlende Klimaanlage in Ihrem Büro. Aber haben Sie auf beides tatsächlich einen Anspruch? Und wenn ja, ab welchen Temperaturen?

Betriebsanweisung: Lufttemperatur soll +26°C nicht übersteigen

Die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) vom August 2004 fordert für Arbeitsräume gesundheitlich zuträgliche Raumtemperaturen und den Schutz gegen übermäßige Sonneneinstrahlung, eine maximal zulässige Temperatur wird aber nicht genannt. Die diese allgemeine Forderung konkretisierende Arbeitsstätten-Richtlinie ASR 6 Raumtemperaturen vom Mai 2001 legt in Punkt 3.3 fest, dass „die Lufttemperatur in Arbeitsräumen +26 °C nicht überschreiten soll”.

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Betriebsanweisung: Kein Anspruch auf Hitzefrei

Der Ihnen oben beschriebene „Sommerfall” wird zusätzlich in der ASR 6 Punkt. 3.3 mit einem Nachsatz derart geregelt, dass „bei darüber liegender Außentemperatur in Ausnahmefällen die Lufttemperatur höher sein darf”. Wie oft und um wie viel Grad ist nicht festgelegt. Es gibt demnach für Sie als Beschäftigten keinen direkten Rechtsanspruch auf z. B. klimatisierte Räume oder „Hitzefrei”. Nach § 4 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) ist der Arbeitgeber aber verpflichtet die Arbeit so zu gestalten, dass eine Gefährdung für Leben und Gesundheit möglichst vermieden wird und verbleibende Gefährdungen gering gehalten werden.

Betriebsanweisung: Schutzmaßnahmen müssen sein

Da es bei Raumtemperaturen von über +26 °C bis ca. +35 °C – wie sie im Sommer in nicht klimatisierten Arbeitsräumen auftreten können – unter bestimmten Umständen (z. B. erhöhte Arbeitsschwere und Bekleidungsisolation) zu einer Gefährdung der Gesundheit (z. B. Kreislaufbelastung) kommen kann, sind auch ohne Nennung einer Maximaltemperatur in der Arbeitsstättenverordnung Schutzmaßnahmen nötig. Diese sind individuell mit einer Gefährdungsbeurteilung nach § 5 ArbSchG festzulegen. Arbeitgeber und Beschäftigte müssen im gegenseitigen Einvernehmen durch geeignete Maßnahmen die Situation meistern. Verschiedene technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen aber auch das persönliche Verhalten jedes Einzelnen. Nachfolgend ein paar Tipps, die Sie vor der Überhitzung schützen sollen:

Nachtauskühlung nutzen

Für eine intensive Durchlüftung der Räume sorgen (am effektivsten durch Querlüftung = Öffnen gegenüberliegender Fenster bzw. Türen) und zwar in den Nachtstunden oder – falls die Fenster aus Sicherheitsgründen nicht über Nacht aufstehen dürfen – in den frühen Morgenstunden.

Innere Wärmequellen

Innere Wärmequellen reduzieren oder vermeiden, z. B. elektrische Geräte nur bei Bedarf in Betrieb nehmen (Lampen, PC, Drucker, Scanner, Kopierer).

Tischventilator

Ein Tischventilator fördert die Kühlung durch Schweißverdunstung, aber nicht jeder verträgt die dabei mögliche Zugluft. Auch können durch dessen Betrieb Staub oder Pollen aufgewirbelt werden (Gefährdung für Allergiker!).

Klimaanlage

Ist eine Klimaanlage vorhanden, soll bei hohen Außenlufttemperaturen die Differenz zur Raumlufttemperatur nicht zu groß eingestellt werden, sonst besteht beim Gang ins Freie die Gefahr eines „Hitzeschocks”. In der Praxis hat sich dabei eine Differenz von ca. 6 K bewährt. Werden die klimatechnischen Geräte nicht sachgemäß betrieben, können Beeinträchtigungen der Gesundheit auftreten, z. B. durch Zugluft oder Keimbelastung.

Mobile Klimageräte

Mobile Klimageräte können auch eingesetzt werden, die damit verbundenen Anschaffungs- und Betriebskosten sind zu beachten. Geräuschbelästigungen können entstehen und an den Luftauslässen besteht die Gefahr von Zugluft. Eine Erkältung oder ein „steifer Hals” sind dann nicht ausgeschlossen. Die Betriebsanleitung ist genau zu beachten, insbesondere in Bezug auf die mögliche Raumgröße und die Führung der Schläuche nach außen.

Übermäßige Sonneneinstrahlung

Schutz vor übermäßiger Sonneneinstrahlung: Störende direkte Sonneneinstrahlung auf den Arbeitsplatz ist zu vermeiden. Sehr wirkungsvoll sind z. B. außen liegende Jalousien oder hinterlüftete Markisen, innen liegende Rollos sollten aus hellem bzw. hoch reflektierenden Material bestehen. Diese Sonneschutzvorrichtungen bieten zudem einen wirkungsvollen Blendschutz.

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