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Betriebsanweisung: Vor Zeckenstichen im Freien schützen

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Von Wolfram von Gagern,

Wer in der freien Natur arbeitet, ist vom Frühjahr bis zum Herbst durch Zeckenstiche gefährdet. Nach dem warmen Winter sind die kleinen Plagegeister in diesem Jahr besonders aktiv.

Im Gras und in niedrigen Büschen lauern sie auf Warmblüter, um sich in ihrer Haut festzukrallen und mit Blut voll zu saugen. Sie übertragen die Borreliose, die zu den häufigsten neurologischen Krankheiten zählt, und die so genannte Frühsommer- Meningo-Enzephalitis (FSME).

Sorgen Sie dafür, dass Ihre gefährdeten Kollegen wissen, wie man sich gegen Zeckenstiche wirksam schützt und was bei einem Infektionsverdacht zu tun ist.

Achten Sie auf diese Signale

Etwa 60.000 Borreliosefälle gibt es jährlich in Deutschland, meist mit glimpflichem Ausgang. Wird die Krankheit aber nicht rechtzeitig erkannt, kann sie zu chronischen Gelenkbeschwerden, aber auch zu Herzkrankheiten führen. Bei Infizierten bildet sich – nachdem der ursprüngliche Einstich schon verheilt ist – nach etwa 5 bis 10 Tagen an der Einstichstelle erneut eine Rötung, die sich dann ausbreitet. Spätestens jetzt muss man unbedingt zum Arzt gehen. Gefährlicher ist die FSME. Hier zeigt jeder 3. Betroffene nach einer Inkubationszeit von 7 bis 14 Tagen grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen oder Schwindelgefühle. Bei jedem 10. von ihnen kommt es dann zu der typischen Hirnhautentzündung oder sogar zu einer Entzündung des Rückenmarks. Gegen die FSME ist allerdings – anders als gegen die Borreliose – ein Impfschutz möglich. Während die Borreliose-Übertragung durch Zecken in ganz Deutschland möglich ist, kommt das FSME-Virus vor allem in bestimmten Risikogebieten in Baden-Württemberg, Südhessen und Bayern vor.

So schützen Sie sich richtig

Besonders in diesen Regionen sollten Sie allen betroffenen Beschäftigten in einer Schulung die folgenden Vorsichtsmaßnahmen nahelegen:

  • Bündig schließende lange Hosen, langärmlige Kleidung und Kopfbedeckung tragen.

TIPP: Auf heller Kleidung entdecken Sie Zecken besser!

  • Nach Feierabend den Körper nach Zecken absuchen, denn nicht alle beißen sich gleich fest. Besonders Kniekehlen, Achseln, Nacken, Kopf (Haaransatz!) inspizieren!
  • Insektenabwehrmittel wirken in gewissem Umfang auch gegen Zecken; nach etwa 2 Stunden lässt ihre Wirkung allerdings nach.
  • Festgebissene Zecken durch Herausziehen mit einer speziellen Zeckenzange oder Pinzette ohne Knicken oder Quetschen des Zeckenkörpers entfernen, Einstichstelle anschließend desinfizieren (z. B. mit Betaisadona). Wichtig: Jeden Zeckenbiss ins Verbandbuch eintragen!
  • Einstichstelle bis zu 4 Wochen beobachten und bei Auftreten einer Wanderröte sofort den Betriebs- oder Durchgangsarzt aufsuchen.
  • Ratsam ist ein regelmäßiger Bluttest auf Antikörper gegen Borreliose. Die Kosten hierfür trägt bei den gefährdeten Berufsgruppen der Arbeitgeber (Biostoffverordnung § 15a).

TIPP: Auch Ärzte verkennen die Symptome oft. Spezialisierte Ärzte und Labors nennt Ihnen der Borreliose Bund Deutschland e.V. (www.borreliose-bund.de, Tel.: 0 61 62/96 94 43).

  • In den Risikogebieten ist außerdem eine FSME-Impfung ratsam – ebenfalls auf Firmenkosten.

TIPP: Sorgen Sie dafür, dass allen gefährdeten Beschäftigten im Sommer eine spezielle Zeckenzange (aus der Apotheke) zur Verfügung gestellt wird und dass sie sie bei sich tragen!

 

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