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Für die Sicherheitsfachkraft sind Betriebsanweisungen ein wertvolles Hilfsmittel, um die Mitarbeiter zu unterweisen und vor Gefährdungen am...

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Betriebssicherheitsverordnung, BetrSichV: So prüfen Sie überwachungsbedürftige Anlagen

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Betriebssicherheitsverordnung BetrSichV

Von Wolfram von Gagern,

Zu den wichtigen Verhaltensregeln in Ihrem Unternehmen zählt auch, dass Ihre Mitarbeiter Meldung erstatten, wenn es beinahe zu einem Unfall gekommen wäre. Damit Sie die Angaben Ihrer Mitarbeiter auch verwerten können, sollten Sie über greifbare Unfallaufnahmebögen verfügen und diese müssen im Ernstfall sofort bearbeitet werden.

Die folgenden Tipps zeigen Ihnen, worauf Sie bei der Erstellung eines internen Unfallfragebogens achten müssen.

Tipp 1 für mehr Arbeitssicherheit: Formelle Daten erleichtern die Statistik

Formelle Daten sind:

  • Unfalldatum, Unfallort
  • Unfall oder Beinaheunfall
  • Verunglückte Person(en)
  • Zeuge(n)

Tipp 2 für mehr Arbeitssicherheit: Unfallhergang aus mehreren Perspektiven berichten

Jeder Unfall ist speziell, darum sollte der Unfallhergang in Stichpunkten bzw. Fließtext geschildert werden. Das Unfallgeschehen muss, soweit möglich, sowohl vom Unfallopfer selbst als auch von den Zeugen beschrieben werden.

Klären Sie Ungereimtheiten sofort bis ins Detail, sonst ist die Analyse nicht sinnvoll. So können Sie z. B. Ihre Mitarbeiter ertappen, wenn diese mutwillig Arbeitsschutzregeln missachtet haben und dann bewusst Falschaussagen machen, weil sie Konsequenzen fürchten. Drängen Sie auch auf sofortige Meldung noch am selben Tag!

Tipp 3 für mehr Arbeitssicherheit: Lassen Sie den Vorgesetzten die Unfallursache einschätzen

Hier können Sie gute Vorarbeit leisten, indem Sie auf dem Unfallaufnahmebogen standardmäßige Unfallquellen auflisten und dem Vorgesetzten zusätzlichen Freiraum für eigene Eintragungen lassen.

Arbeitssicherheit: Diese Ursachen haben zum Unfall geführt

Ordnen Sie Ihre Unfallberichte einer der nachfolgenden Ursachen zu. Ergänzen Sie die Ursachenliste gegebenenfalls.

  • Arbeitsplatzorganisation
  • Unsichere Arbeitsmittel, abgelaufene Arbeitsmittel, defekte Arbeitsmittel
  • Ausstattung des Arbeitsplatzes (z. B. Teile fehlen, Unordnung, defekte Arbeitsumgebung)
  • Mangelhafte Sicherheitsausstattung am Arbeitsplatz (z. B. hängende Kabel)
  • Gefährliche Konstruktionen (z. B. Regal nicht an der Wand befestigt, heiße Lampe hängt mitten im Weg, unzureichend befestigt)
  • Schlechte Bedingungen für die Sinne (z. B. zu laut, Unfall wurde nicht gehört, zu wenig Licht, falsches Lösungsmittel führte zur Explosion)
  • Weitere Ursachen aufgrund mangelnder Arbeitsplatzorganisation
  • Arbeitssicherheitsdisziplin
  • Unbefugte Bedienung von Geräten
  • Gerätebedienung ohne Einweisung
  • Letzte Einweisung/Anweisung liegt mehr als ein Jahr zurück.
  • Arbeitsmittel wurden anders als bestimmungsgemäß gebraucht.
  • Falsche Arbeitsweisen (z. B. auf Bürostuhl geklettert, Kisten übereinander gestapelt)
  • Ablenkung bei der Arbeit (z. B. am Handy telefoniert, statt Sicherheit zu überwachen)
  • Schutzmaßnahmen nicht beachtet (z. B. spezielle Arbeitskleidung nicht getragen)
  • Warnhinweise nicht ernst genommen
  • Weitere Schutzvorschriften nicht befolgt
  • Weitere Ursachen aufgrund mangelnder Arbeitssicherheitsdisziplin
  • Organisatorische Unfälle
  • Fehlende Qualifikationen
  • Unzureichende/lange zurückliegende Sicherheitsunterweisungen
  • Unzureichender Ablaufplan bzw. fehlende Betriebsanweisung
  • Schlechte Arbeitsvorbereitung
  • Arbeitsmittelpflege, Wartung und Kontrolle unzureichend
  • Falsche Ausführungsmethoden
  • Falsch geplante Tätigkeiten
  • Falsches Material, falsche Werkzeuge und Hilfsmittel, falsche Kennzeichnungen der Arbeitsmittel
  • Mangelnde Ordnung und Sauberkeit
  • Weitere Ursachen aufgrund mangelnder Organisation

Tipp 4 für mehr Arbeitssicherheit: Stellungnahme des Sicherheitsingenieurs aufnehmen

Bei jedem gemeldeten Unfall müssen Sie oder der Sicherheitsingenieur den Angaben nachgehen und den Unfallort besichtigen. Gehen Sie möglichen weiteren Ursachen auf den Grund. Bringen Sie diese zu Papier.

Hier sollten Ihnen im Unfallbogen 2 Felder zur Verfügung gestellt werden. Tragen Sie im ersten Feld Ihre Analyse und mögliche Schutzmaßnahmen für die Zukunft ein. Setzen Sie die Maßnahmen zügig um und dokumentieren Sie dies im 2. Feld.

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