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Es ist was im Busch: Zeckenalarm

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Von Wolfram von Gagern,

Wer sich als Waldarbeiter, Landwirt oder Gärtner viel in der freien Natur aufhält, ist vom Frühjahr bis zum Herbst durch Zeckenstiche gefährdet. Die kleinen Plagegeister lauern im Gras und in niedrigen Büschen auf Warmblüter wie den Menschen, um sich in seiner Haut festzukrallen und mit Blut voll zu saugen.

Dabei können sie vor allem 2 Krankheiten übertragen: die Lyme-Borreliose, die zu den häufigsten neurologischen Krankheiten zählt, und die so genannte Frühsommer-Meningo- Enzephalitis (FSME).

Etwa 40.000 Borreliose-Erkrankungen gibt es jährlich in Deutschland pro Jahr. Meist verlaufen sie glimpflich. Wird die Krankheit aber nicht rechtzeitig erkannt, kann sie chronische Gelenkbeschwerden verursachen und auch den Herzmuskel schädigen. Bei Infizierten entwickelt sich – nachdem der ursprüngliche Einstich schon verheilt ist – nach etwa 5 bis 10 Tagen an der Einstichstelle erneut eine Rötung, die sich dann ausbreitet: die so genannte Wanderröte. In diesem Stadium muss man unbedingt zum Arzt gehen.

Gefährlicher ist die FSME, bei der es keine Wanderröte gibt. Hier zeigen sich bei 30 % der Betroffenen nach einer Inkubationszeit von 7 bis 14 Tagen grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen oder Schwindelgefühle. Bei jedem 10. von ihnen kommt es dann zu der typischen Hirnhautentzündung oder sogar zu einer Entzündung des Rückenmarks. Gegen die FSME ist allerdings – anders als gegen die Borreliose – ein Impfschutz möglich.

Während mit dem Borreliose-Erreger Zecken in ganz Deutschland infiziert sind, tragen sie das FSMEVirus vor allem in bestimmten Risikogebieten in Baden-Württemberg, Südhessen und Bayern.

Schützen Sie sich mit diesen Vorsichtsmaßnahmen

Besonders in diesen Regionen sollten Sie Ihren Kollegen, die in Wald und Feld arbeiten, in einer Schulung die folgenden Vorsichtsmaßnahmen nahe legen: Bündig schließende lange Hosen, langärmlige Kleidung und Kopfbedeckung tragen.

TIPP: Auf heller Kleidung entdecken Sie Zecken besser! Nach Feierabend den Körper nach Zecken absuchen, denn nicht alle beißen sich gleich fest. Besonders Kniekehlen, Achseln, Nacken, Kopf (Haaransatz!) inspizieren! Insektenabwehrmittel: Sie wirken in gewissem Umfang auch gegen Zecken; nach etwa 2 Stunden lässt ihre Wirkung allerdings nach. Festgebissene Zecken durch Herausziehen mit einer speziellen Zeckenzange oder Pinzette ohne Knicken oder Quetschen des Zeckenkörpers entfernen, Einstichstelle anschließend desinfizieren (z. B. mit Betaisadona).

Wichtig: Jeden Zeckenbiss ins Verbandbuch eintragen! Einstichstelle bis zu 4 Wochen beobachten und bei Auftreten einer Wanderröte sofort den Betriebs- oder Durchgangsarzt aufsuchen. Zu empfehlen ist eine regelmäßige Untersuchung auf Antikörper gegen Borreliose (Bluttest). Die Kosten hierfür trägt bei den gefährdeten Berufsgruppen der Arbeitgeber (Biostoffverordnung § 15a).

TIPP: Auch Ärzte verkennen die Symptome oft. Spezilisierte Ärzte und Labors nennt Ihnen der Borreliose Bund Deutschland e. V. (www.borreliose-bund.de, Tel.: 0 40/ 7 90 57 88). In den Risikogebieten ist außerdem eine FSME-Impfung ratsam – ebenfalls auf Firmenkosten. Der Impfschutz hält etwa 3 Jahre vor und muss dann aufgefrischt werden.
TIPP: Sorgen Sie dafür, dass jedem gefährdeten Beschäftigten im Sommer eine spezielle Zeckenzange als „Erste-Hilfe-Ausrüstung“ gegen Zecken zur Verfügung gestellt wird und dass er sie bei sich trägt

 

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