Gratis-Download

Für die Sicherheitsfachkraft sind Betriebsanweisungen ein wertvolles Hilfsmittel, um die Mitarbeiter zu unterweisen und vor Gefährdungen am...

Jetzt downloaden

Neue Maschinenrichtlinie: Diese Regeln gelten jetzt!

0 Beurteilungen
Arbeitssicherheit

Von Wolfram von Gagern,

Für Verwirrung hat die Mitteilung gesorgt, dass die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG von der EU erlassen worden ist. Das ist zwar grundsätzlich richtig – aber tatsächlich tritt sie für Deutschland erst am 29.12.2009 in Kraft.

Für Verwirrung hat die Mitteilung gesorgt, dass die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG von der EU erlassen worden ist. Das ist zwar grundsätzlich richtig – aber tatsächlich tritt sie für Deutschland erst am 29.12.2009 in Kraft. Bis dahin gelten für Sie noch die hier aufgeführten Regeln.

Bevor Sie als Hersteller oder ein Hersteller, bei dem Ihr Unternehmen kauft, eine Maschine auf den europäischen Binnenmarkt bringen, muss sie der Maschinen-Richtlinie RL 98/37/EG entsprechen. Denn wenn diese Bestimmungen eingehalten sind, ist auch gewährleistet, dass die sicherheitstechnischen Anforderungen schon bei der Entwicklung und Konstruktion erfüllt werden. Ein herstellendes Unternehmen ist deshalb verpflichtet, in der technischen Dokumentation nachvollziehbar aufzuzeigen, in welchem sicherheitstechnischen Zustand die Maschine ausgeliefert wurde.

Folgende Voraussetzungen müssen dabei berücksichtigt werden:

1. Risikobeurteilung

Die Gefahrenanalyse dient dem Zweck, alle mit der Maschine verbundenen Gefahren zu ermitteln. Dies können z. B. Lärm, Staub oder auch Schneid- und Quetschgefahren sein. Der Hersteller hat die Maschine unter Berücksichtigung dieser Analyse zu entwerfen und zu bauen und die möglichen Gefahren zu minimieren. Dazu gehört eine Ermittlung der folgenden Gefahren:

a) Alle Gefährdungen, die während des gesamten Lebenszyklus der Maschine auftreten können, wie z. B. Bau, Transport, Montage, Inbetriebnahme, Einsatz und Gebrauch, Außerbetriebnahme, Abbau, Demontage und ggf. Entsorgung. b) Alle Gefährdungen während des Einsatzes und Gebrauchs der Maschine bei den unterschiedlichen Betriebsarten:

  • Einrichten, Rüsten
  • Betrieb
  • Störungsbeseitigung
  • Wartung, Reinigung
  • Fehlersuche, Instandsetzung

Als Gefährdungsarten müssen dabei mechanische Gefährdungen, elektrische Gefährdungen, thermische Gefährdungen sowie Gefährdungen durch Lärm, Vibration, Strahlung Werkstoffe und andere Stoffe berücksichtigt sein. Dazu gehören auch eine mögliche Vernachlässigung ergonomischer Grundsätze, die Kombination von Gefährdungen, ein unerwarteter Anlauf, unerwartetes Durchdrehen/ Überdrehen, eine eventuell fehlende Möglichkeit, die Maschine unter optimalen Bedingungen stillzusetzen und die Änderung der Umdrehungsgeschwindigkeit von Werkzeugen. Weitere Kriterien sind:

  • Ausfall der Energieversorgung
  • Ausfall des Steuer- oder Regelkreises
  • fehlerhafte Montage
  • Bruch beim Betrieb
  • herabfallende oder herausgeworfene Gegenstände oder Flüssigkeiten
  • Verlust der Standfestigkeit der Maschine/ Umkippen
  • Ausgleiten, Stolpern oder Fall von Personen (im Zusammenhang mit der Maschine)
  • Nichteinhalten von Hygieneregeln

Tipp: Setzen Sie sich bei der Anschaffung neuer Maschinen mit dem Hersteller in Verbindung und gehen Sie mit ihm bzw. einem seiner Mitarbeiter diese Punkte der Reihe nach durch oder bitten Sie, Ihnen entsprechende Unterlagen zur Verfügung zu stellen. So können Sie eine eventuell mitgelieferte Betriebsanleitung individuell anpassen und auch die Unterweisungen hierauf abstellen.

2. Technische Dokumentation

Bevor das eine Maschine herstellende Unternehmen die EG-Konformitätserklärung ausstellt, ist eine technische Dokumentation zu erstellen. Sie beinhaltet u. a. folgende Unterlagen:

  • Liste der bei der Entwicklung und Konstruktion der Maschine berücksichtigten grundlegenden Anforderungen der Maschinen-Richtlinie und der
  • angewandten Normen bzw. anderen technischen Spezifikationen
  • Beschreibung der gewählten Lösungen zur Verhütung der von der Maschine ausgehenden Gefahren

Tipp: Besteht nicht die Möglichkeit, auf harmonisierte Normen oder nationale technische Spezifikationen zurückzugreifen, muss für jede Gefährdung an der Maschine eine Risikoeinschätzung durchgeführt werden. Diese Einschätzung hat den vorhersehbaren Schweregrad der Verletzung bzw. der Gesundheitsschädigung sowie deren Eintrittswahrscheinlichkeit zu berücksichtigen. Dies fließt in die Risikobewertung mit ein. Ein Grund mehr, dem Hersteller genau „auf den Zahn“ zu fühlen.

3. Betriebsanleitung

Jeder Maschine muss eine Betriebsanleitung beigefügt werden. Hierin sind unter anderem die Restgefahren beschrieben, die etwa beim Betrieb oder bei der Instandsetzung auftreten können und die nicht durch technisch- konstruktive Maßnahmen zu verhindern sind.
4. EG-Konformitätserklärung/Herstellererklärung

Mit der EG-Konformitätserklärung erklärt der Hersteller (also Ihr Unternehmen, falls Sie selber Hersteller der Maschine sind), dass die verwendungsfertige Maschine der Maschinen- Richtlinie entspricht. Mit der Herstellererklärung (Einbauerklärung) weisen Sie darauf hin, dass die nichtverwendungsfertige Maschine erst in Betrieb genommen werden darf, nachdem die Konformität der Maschine, in die diese eingebaut werden soll, mit den Bestimmungen der Maschinen-Richtlinie erklärt wurde.

5. CE-Kennzeichnung

Mit der CE-Kennzeichnung dürfen verwendungsfertige Maschinen und auswechselbare Ausrüstungen – ausgenommen Sicherheitsbauteile – versehen werden. Mit der CE-Kennzeichnung erklärt der Hersteller, dass die Maschine allen anzuwendenden Gemeinschafts- Richtlinien entspricht und dass das nachfolgende Konformitätsbewertungsverfahren durchgeführt wurde.

Arbeitssicherheit aktuell

Sichern Sie sich praxisrelevante Tipps, Anregungen und Hinweise auf aktuelle Urteile und Gesetzesänderungen mit leicht nachvollziehbaren Lösungsansätzen für Ihrer tägliche Arbeit als Sicherheitsbeauftragter oder Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Datenschutz

Anzeige

Produktempfehlungen

Die wesentlichen Gesetze und Urteile klipp und klar erklärt

erkennen.vorbeugen.handeln: Gesunde Arbeit für zufriedene Mitarbeiter

Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Brandschutz, IT-Sicherheit und Werkschutz

Fälle aus der Praxis. Unterweisungsinhalte. Methodik & Didaktik

Risiken erkennen • Maßnahmen ergreifen • Rechtssicherheit schaffen

Praxisnahes Wissen zur Verbesserung Ihrer Unternehmenssicherheit und Unterstützung in Ihrer Tätigkeit als Verantwortlicher für Sicherheitsfragen!