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Für die Sicherheitsfachkraft sind Betriebsanweisungen ein wertvolles Hilfsmittel, um die Mitarbeiter zu unterweisen und vor Gefährdungen am...

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Setzen Sie nur geeignete Personen als Kranführer ein

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Arbeitsschutz Betriebsanweisung

Von Wolfram von Gagern,

als am Dienstag wieder der Winter mit kräftigem Wind in Deutschland einzog, musste ich wieder an ein schlimmes Ereignis denken, das sich im letzten Jahr in Wien ereignete: Aufgrund der stürmischen Witterung kam es dort am 19.11.2008 zu einem schweren Arbeitsunfall, als ein Bauarbeiter eine Fertigbetontreppe mit Hilfe eines Lkw-Krans in einen Rohbau hieven wollte.

Dabei drehte eine plötzlich auftretende starke Windböe den Lastarm des Krans herum. Die Betontreppe wurde gegen den Bauarbeiter geschleudert und zerquetschte seine rechte Hand, so dass sie amputiert werden musste. Wirklich eine schlimme Sache!

Zahlreiche Regeln zum Umgang mit Kranen

Um das hohe Gefährdungspotenzial beim Kranbetrieb zu entschärfen, haben der Gesetzgeber ebenso wie die Berufsgenossenschaften hierzu ein umfangreiches Regelwerk erlassen. Leider ist es bei den Adressaten – einerseits den Arbeitgebern, andererseits den Kranführern selbst – nicht immer hinreichend bekannt oder wird aus Nachlässigkeit oder unter erhöhtem Zeitdruck nicht mit der gebotenen Sorgfalt beachtet.

Als Sicherheitsfachkraft sollten Sie deshalb alles dafür tun, dass die Verantwortlichen über diese Sicherheitsvorschriften informiert sind und sie penibel befolgen.

Achten Sie auf die Umsetzung der Sicherheitsvorschriften

Neben dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) gehört die Berufsgenossenschaftliche Vorschrift „Krane“ (BGV D 6) zu den wichtigsten Vorschriften für den sicheren Betrieb von Kranen. Bitte sorgen Sie unbedingt dafür, dass die Vorschriften bei Ihnen bekannt sind und umgesetzt werden.

Setzen Sie nur geeignete Personen als Kranführer ein

Natürlich geht es hierbei vor allem auch um die Überprüfung, ob Ihre Krane technisch einwandfrei und sicher sind. Genauso wichtig ist es aber, dass Sie nur geeignete Personen als Kranführer einsetzen. So kam das hessische Sozialministerium nach einer Untersuchung auf über 100 Baustellen zu dem Schluss: Wenn es an der Sicherheit von Kranen fehlt, dann vor allem wegen Schludrigkeiten bei der Aufgabenübertragung sowie der Ausbildung und Unterweisung der Kranführer. Hier sollten Sie deshalb als Sicherheitsfachkraft besonders wachsam sein.

Nach der BGV D 6 und dem BGG 921 „Auswahl, Unterweisung und Befähigungsnachweis von Kranführern“ müssen Kranfahrer

  1. mindestens 18 Jahre alt sein;
  2. körperliche und geistige Fitness besitzen, also z. B. weder an Höhenangst leiden noch schlecht sehen (nachzuweisen am besten durch eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung nach G 25: „Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten“);
  3. im Führen des Krans unterwiesen sein: Hierzu dient eine praktische und theoretische Ausbildung mit abschließender Prüfung. Wird sie bestanden, bekommt der Kandidat den „Kranführerschein“ (schriftlicher „Befähigungsnachweis“ nach BGG 921).
    Ausnahme: Turmdrehkräne dürfen ohne weitere Prüfung auch von geprüften Baumaschinenführern (Hochbau) geführt werden.
  4. Und schließlich müssen sie die ihnen übertragenen Aufgaben zuverlässig erfüllen. Das zu entscheiden ist zwar letztlich Vertrauenssache, aber wenn jemand ständig seine Schutzausrüstungen „vergisst“ oder sich durch besondere Risikofreude hervortut, sind Zweifel daran angebracht.

 

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