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Für die Sicherheitsfachkraft sind Betriebsanweisungen ein wertvolles Hilfsmittel, um die Mitarbeiter zu unterweisen und vor Gefährdungen am...

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TRGS 555: Sicherheitsdatenblatt nicht einfach übernehmen

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Von Martin Weyde,

Seit dem 7. März 2013 müssen Sie sich an die neu gefasste TRGS 555 „Betriebsanweisung und Information der Beschäftigten“ halten, wenn Sie Ihre Betriebsanweisungen für Gefahrstoffe erstellen.

 

In der alten Fassung von 2008 stand zwar auch schon, dass Sie viele Informationen aus dem Sicherheitsdatenblatt übernehmen können, und lediglich prüfen müssen, ob diese plausibel und ausreichend sind. Aber die neue TRGS 555 legt jetzt detaillierter fest, worauf Sie achtgeben sollten.
Die Rede ist vom Absatz „Schnittstelle zum Sicherheitsdatenblatt“ – in der Vergangenheit die Nummer 2.3. Daraus ist jetzt 3.3 geworden, weil die neue TRGS 555 – an andere Technische Regeln für Gefahrstoffe angepasst – um die zusätzliche Nummer 2 „Begriffsbestimmungen“ erweitert wurde.
Die neue TRGS 555 verlangt ausdrücklich von Ihnen:

  • Sie müssen die Nummer 4.1 Absatz 4 der TRGS 400 „Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen“ beachten. Das bedeutet zum Beispiel, dass Sie unter Umständen auch Maßnahmen gegen unbekannte Gefährdungen ergreifen müssen, wenn Sie über diese nicht richtig Bescheid wissen. Sie sind dazu verpflichtet, unvollständige, widersprüchliche oder fehlerhafte Angaben im Sicherheitsdatenblatt zu aktualisieren und zu korrigieren.
  • Sie müssen anhand der Gefährdungsbeurteilung überprüfen, ob die Informationen aus dem Sicherheitsdatenblatt auf Ihren Betrieb zutreffen. Wenn das nicht der Fall ist, dann müssen Sie Ihre Angaben anpassen und ergänzen. Dabei geht es um folgende Inhalte Ihrer Betriebsanweisung:

 

 

 

  • 3.2.5 Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln: Hier sind technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen sowie Hygienevorschriften gefragt. Die Unfallversicherer weisen besonders darauf hin, dass Sie Ihre Anforderungen an die PSA überprüfen und anpassen sollten.
  • 3.2.6 Verhalten im Gefahrenfall: Hier geht es darum, wie Sie Ihre Kollegen und Rettungskräfte unterstützen. Dazu gehören Informationen über Lösch- und Bindemittel sowie zusätzliche technische Schutzmaßnahmen.
  • 3.2.7 Erste Hilfe – hier legen Sie fest, wer was zu tun hat. Organisieren Sie Ihre Maßnahmen nach diesen Gefahrenbereichen:
    • Einatmen
    • Augenkontakt / Hautkontakt
    • Verschlucken
    • Verbrennungen / Erfrierungen
  • 3.2.8 Sachgerechte Entsorgung: Wenn Ihre Kollegen Abfälle entsorgen, dann müssen Sie ihnen Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln zur Persönlichen Schutzausrüstung sowie zu Behältern, Sammelstellen und Reinigungsmitteln zur Verfügung stellen.

Sie müssen jedem Kollegen eine schriftliche Betriebsanweisung aushändigen, der eine Tätigkeit antritt, in der er mit Gefahrstoffen zu tun hat. Ausgenommen sind Tätigkeiten mit geringer Gefährdung. Dazu gehören aber nur Arbeiten in der Größenordnung von Tipp-Ex, einer Tube Klebstoff oder eines Lackstifts, um kleine Schäden auszubessern.
Unterweisen Sie Ihre Kollegen mindestens einmal jährlich – individuell, also bezogen auf Arbeitsplatz und Tätigkeit. Und sobald Sie neue Gefahrstoffe einsetzen, sind neue Unterweisungen erforderlich.

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