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Leider kommt es nach wie vor insbesondere auf Baustellen zu teils schweren Arbeitsunfällen. Oft werden Vorschriften missachtet, weil etwa der...

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Betriebsanweisung: Mit diesen Regeln sorgen Sie für unfallfreies Arbeiten

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Urheber: donatas1205 | Fotolia

Von Wolfram von Gagern,

Hammer, Schraubendreher, Zange – sie sind nicht nur in jedem Handwerksbetrieb im Gebrauch, sondern auch dort, wo sonst nur modernste Hightech-Maschinen laufen.

Gerade deshalb wird der Sicherheit dieser Allerwelts-Werkzeuge oft zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet - nach dem Motto „Hämmern kann doch jeder“. Das ist jedoch gefährlicher Leichtsinn, denn vor allem minderwertige Qualität, mangelnde Pflege und Zweckentfremdung von Handwerkszeugen führen immer wieder zu Unfällen.

Machen Sie als Sicherheitsfachkraft Ihre Kollegen immer wieder auf diese folgenden 4 einfachen Regeln zum sicheren Gebrauch von Handwerkszeugen aufmerksam – und prüfen Sie regelmäßig mit Hilfe unserer Checkliste, ob Sie alle Gefahrenquellen im Umgang mit diesen einfachen Arbeitsmitteln ausgeschaltet haben.

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Beachten Sie diese 4 wichtigsten Sicherheitsregeln

1. Für jede Arbeit das richtige und passende Werkzeug. Ein Schraubendreher muss zur Form und Größe der Schrauben passen – dann rutscht er nicht ab. Ebenso ist bei einem Schraubenschlüssel die exakte Schlüsselweite wichtig. Vorsicht bei gespannten Stahlbändern: Niemals mit einer Zange durchtrennen, sondern spezielle Bandschneider benutzen, die die Enden festhalten, damit Sie ihnen nicht ins Gesicht schnellen. Außerdem: Werkzeuge nicht zweckentfremden. Ein Schraubendreher ist kein Meißel! Halten Sie das Werkstück beim Bearbeiten nicht in der Hand: Setzen Sie es auf eine feste Unterlage oder spannen Sie es ein. Achten Sie beim Andrücken darauf, die Kraft vom Körper wegzubewegen.

2. Halten Sie das Werkzeug in Ordnung: Besonders gefährlich sind Messer mit stumpfen Klingen. Lassen Sie sie rechtzeitig nachschleifen oder durch neue ersetzen. Dasselbe gilt für Sägeblätter. Bei einem Hammer achten Sie auf den festen Sitz des Stiels, damit der Hammerkopf nicht zum Geschoss wird. Halten Sie Werkzeuggriffe immer öl- und fettfrei. Nur dann haben Sie alles sicher „im Griff“.

3. Bewahren Sie Ihr Werkzeug ordentlich auf: Mit einem übersichtlichen Werkzeugkasten oder einer Lochblechwand haben Sie sofort das richtige Werkzeug zur Hand, wenn Sie es brauchen. Andernfalls ist die unfallträchtige Zweckentfremdung vorprogrammiert. Bei Arbeitsunterbrechungen legen Sie das Werkzeug sicher ab. Spitze oder scharfe Gegenstände gehören niemals in die Hosentasche!

4. Sparen Sie nicht beim Werkzeugkauf: Qualität zahlt sich aus – auch in puncto Sicherheit. Denn gutes Werkzeug verschleißt weniger und ist meist ergonomischer gestaltet, z. B. Was die Griffigkeit betrifft.

Weitere Tipps für Sie als Sicherheitsfachkraft

  1. Sorgen Sie durch regelmäßige Unterweisungen dafür, dass alle Mitarbeiter diese Regeln kennen. Als Aufhänger bieten sich tatsächliche oder Beinahe-Unfälle an.
  2. Kontrollieren Sie stichprobenartig die Einhaltung der Regeln. Bei besonders nachlässigen Kollegen schalten Sie ruhig deren Vorgesetzten ein, damit dieser den Vorschriften mehr „Nachdruck“ verleiht.
  3. Sprechen Sie mit den zuständigen Vorgesetzten oder der Einkaufsabteilung darüber, wie wichtig gutes Werkzeug ist – auch für die Sicherheit.
  4. Veranlassen Sie, dass defektes oder abgenutztes Gerät rechtzeitig ersetzt oder instand gesetzt wird.

Checkliste „Sicherheit von Handwerkzeugen“

  1. Werden in Ihrem Betrieb die Mitarbeiter bei der Beschaffung von Handwerkzeug einbezogen, die mit diesen Geräten arbeiten müssen?
  2. Werden vorzugsweise Werkzeuge mit GS-Zeichen beschafft?
  3. Achten Sie bei der Beschaffung auch auf ergonomische Gesichtspunkte (z. B. Handgerechte Form der Griffe)? Persönliche Schutzausrüstungen
  4. Stehen für das Arbeiten mit Handwerkzeugen die erforderlichen Schutzausrüstungen zur Verfügung (z. B. Schutzbrillen, Schutzschilder), wenn die Gefahr besteht, dass Späne oder Splitter weggeschleudert werden? Verfügbarkeit und Instandhaltung
  5. Ist sichergestellt, dass für alle Arbeiten die richtigen Werkzeuge in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen, um gefährliches Improvisieren zu verhindern (z. B. Schraubenschlüsselund -dreher in allen erforderlichen Größen)?
  6. Sind Einspannvorrichtungen (Schraubstöcke) für die Werkstücke vorhanden, wenn Schlagwerkzeuge verwendet werden?
  7. Ist sichergestellt, dass die Schlagflächen der Hämmer und Meißel entsprechend ihrer Abnutzung rechtzeitig abgeschliffen werden?
  8. Sind die Stiele der Handwerkzeuge in gutem Zustand und sitzen sie fest in den Werkzeugen (z. B. Hammer)?
  9. Sind die Spitzen oder Schneiden der Werkzeuge bei der Aufbewahrung geschützt?
  10. Werden die Handwerkzeuge regelmäßig gereinigt (z. B. Verölte Griffe)?
  11. Werden die Schneidwerkzeuge regelmäßig geschliffen?
  12. Sind die Kollegen angewiesen, ungeeignetes bzw. defektes Werkzeug nicht zu benutzen, und ist eine Person benannt, bei der sie bei Bedarf Ersatz bekommen?
  13. Werden die Handwerkzeuge an geeigneten Orten aufbewahrt, z. B. In Werkzeugkästen oder an Werkzeugbrettern?
  14. Sind die Kollegen angewiesen, spitze Werkzeuge (z. B. Schraubendreher) nicht lose am Körper (Hosentasche!) zu tragen?
  15. Werden die Kollegen im sicheren Umgang mit den Werkzeugen unterwiesen (Erstunterweisung und mindestens jährliche Folgeunterweisung)?
  16. Werden in den Unterweisungen die folgenden Punkte angesprochen: a) Die sichere Verwendung der Werkzeuge? b) Die Benutzung der persönlichen Schutzausrüstung? c) Die ordnungsgemäße Aufbewahrung von Werkzeugen? d) Ihre richtige Instandhaltung und Pflege? e) Das Verhalten beim Entdecken von fehlerhaften Werkzeugen?
  17. Achten die Vorgesetzten darauf, dass die Sicherheitsregeln zum Arbeiten mit Handwerkzeugen eingehalten werden, und setzen sie ihre Befolgung konsequent durch?
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