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Arbeitsschutz & Betriebssicherheit

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Arbeitsort Arbeitssicherheit Schutzkleidung

Von Günter Stein,

Als Betriebsleiter und damit als Vorgesetzter sind Sie gegenüber Ihren Mitarbeitern in der Fürsorgepflicht. Dieser Tatbestand wird gleich durch mehrere Gesetze geregelt: § 618 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), § 21 Absatz 1 des 7. Sozialgesetzbuches (SGB VII) und § 3 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG).

Warum Sie sich persönlich um die Vorbeugung von Arbeitsunfällen kümmern müssen

Selbst wenn in den Arbeitsverträgen die Zuständigkeit für den Kauf von Schutzkleidung den Arbeitnehmern übertragen wird, sind Sie letztlich haftbar, wenn ein Mitarbeiter ohne oder mit nicht angepasstem oder defektem Arbeitsschutz einen Unfall erleidet.

Wichtig: Übernehmen Sie die Beschaffung und Verteilung von Produkten für den Arbeitsschutz, dann können Sie auch sicher sein, dass nur geeignete Artikel zum Einsatz kommen.

Die Folgekosten durch fehlenden Arbeitsschutz sind enorm

Die Kosten für Schutzbekleidung sind im Verhältnis zu den finanziellen Folgen eines Arbeitsunfalls oder gesundheitlicher Beschwerden verschwindend gering, selbst wenn kein Verschulden von Seiten des Betriebes vorliegt. Im Einzelnen müssen Sie aber mit diesen Folgen rechnen:

  • Lohnfortzahlung ohne entsprechende produktive Gegenleistung,
  • andere Kollegen müssen die Mehrarbeit eventuell in Überstunden übernehmen ode
  • Sie müssen kurzfristig eine Ersatzkraft anwerben.

Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen verhindern aber nicht nur die beschriebenen Folgen, sie wirken sich auch darüber hinaus positiv aus, weil die Arbeitsfreude und Motivation und damit die Produktivität steigen. Spüren Ihre Mitarbeiter, dass die Sorge um ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden für Sie nicht nur eine rechtliche Verpflichtung ist, erhöht sich auch die Bindung an den Betrieb.

In nur 3 Schritten zu nachhaltigem Arbeitsschutz

Schritt 1: Arbeitsschutz und potenzielle Gefahrenquellen

Damit es aber erst gar nicht zu einem Arbeitsunfall kommt, überprüfen Sie in Ihrem Betrieb, ob es z. B. die folgenden Unfallquellen gibt:

  • Stolperfallen,
  • rutschige Böden,
  • frei liegende Kabel,
  • fehlende Absturzsicherungen,
  • wacklige Leitern,
  • gesundheitsschädliche Arbeitsstoffe oder
  • defekte Werkzeuge.

Loben Sie Mitarbeiter, die auf solche Mängel aufmerksam machen, und geben Sie ihnen nicht das Gefühl, das sie als „Erbsenzähler“ betrachtet werden. Außer den „technischen“ Gefahrenquellen gibt es noch weitere gefährdende Faktoren:

  • einseitige Arbeitsbelastungen, -abläufe oder -zeiten,
  • Qualifikationsdefizite oder
  • Fehlverhalten (Alkoholkonsum, Leichtsinnigkeit, Bequemlichkeit).

Praxis-Tipp Arbeitsschutz: Die meisten Berufsgenossenschaften bieten kostenlose, branchenspezifische Checklisten zur Gefährdungsbeurteilung an, die Ihnen die gezielte Suche nach möglichen Gefahrenquellen erleichtern. Sie können auch einen technischen Aufsichtsbeamten anfordern. Dieser untersucht kostenfrei Ihren Betrieb auf Unfallrisiken.

Falls Sie eine Gefahrenquelle identifiziert haben, beseitigen Sie diese sofort oder führen Sie die folgenden Vorsichtsmaßnahmen durch:

  • Beschaffen Sie Schutzkleidung.
  • Lassen Sie Warnschilder anbringen.
  • Machen Sie Ihre Mitarbeiter persönlich auf die Gefahren aufmerksam.

Schritt 2: Arbeitsschutz braucht eine sorgfältige Einweisung

Gemäß § 12 ArbSchG sind Sie verpflichtet, Mitarbeiter einzuweisen, wenn diese

  • eine neue Tätigkeit aufnehmen und/oder
  • wenn neue Arbeitsmittel oder Technologien eingeführt werden.

Diese Einweisungen müssen Sie in regelmäßigen Abständen wiederholen. Achtung! Das gilt auch für Leiharbeiter, die nur kurzfristig bei Ihnen beschäftigt sind. Setzen Sie dabei nichts als selbstverständlich voraus. Die Behauptung „Das hätte man doch wissen müssen“ nutzt Ihnen im Falle eines Arbeitsunfalls nichts.

Sie tragen als Unternehmer die Verantwortung für die Einweisung der Mitarbeiter. Stellen Sie auch sicher, dass Arbeitnehmer mit schlechten Deutschkenntnissen Ihre Unterweisungen genau verstanden haben. Eventuell kann Ihnen ein Kollege mit entsprechenden Sprachkenntnissen helfen, ein Merkblatt in der jeweiligen Landessprache zu verfassen.

Schritt 3: Ahnden Sie sofort jeden Verstoß gegen Ihre Vorgaben

Falls Ihre Mitarbeiter sich nicht an Ihre Arbeitsschutzvorgaben halten, dann ermahnen Sie sie sofort und fordern Sie die Einhaltung. Tun Sie dies nicht halbherzig mit dem Gefühl: „Mehr als drauf hinweisen kann ich schließlich nicht.“ Wenn eine Ermahnung nichts bringt, dann folgt je nach Schwere des Verstoßes eine förmliche Abmahnung und bei fortgesetzter Missachtung ist schließlich auch die Kündigung möglich.

Arbeitssicherheit aktuell

Sichern Sie sich praxisrelevante Tipps, Anregungen und Hinweise auf aktuelle Urteile und Gesetzesänderungen mit leicht nachvollziehbaren Lösungsansätzen für Ihrer tägliche Arbeit als Sicherheitsbeauftragter oder Fachkraft für Arbeitssicherheit.

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