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Prozessverbesserung

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Von Günter Stein,

Noch immer wird in vielen Betrieben die Prozessqualität gegenüber der Produktqualität vernachlässigt. Warum sich das Umdenken für Sie mehr als rechnet, erfahren Sie hier.

 

Der richtige Weg zu mehr Qualität und weniger Kosten

Sie haben vor einem Jahr eine hohe Summe in die Qualitätsmanagement-Zertifizierung gesteckt. Doch gefertigt wird noch immer wie zuvor. Nach wie vor treten erhebliche Mängel auf, die immer wieder zu Auseinandersetzungen mit Kunden und Lieferanten führen. Deshalb denken Sie mittlerweile resigniert: „Das kann es doch nicht gewesen sein.“ Und das stimmt. Denn Qualität ist nicht nur Produktqualität, sondern auch Prozessqualität.

Nur durch eine hervorragende Prozessqualität kommen Sie daher auch zu qualitativ hochwertigen Produkten und können Ihre Herstellungskosten niedrig halten – ohne bei der Produktqualität Abstriche machen zu müssen. Um im Wettbewerb bestehen zu können, brauchen Sie daher beides: erstklassische Qualität zu einem akzeptablen Preis. Beide Ziele gleichzeitig zu erreichen stellt Sie als Betriebsleiter vor besondere Herausforderungen.

Die 4 Vorteile einer Prozessverbesserung

Vorteil 1 der Prozessverbesserung: Es treten weniger Fehler auf

Wenn Fehler erst gar nicht auftreten, müssen sie auch nicht korrigiert werden. Weniger Fehler während des operativen Betriebs bedeuten weniger Ausschuss, weniger Retouren, weniger Garantieleistungen, weniger Korrekturaufwand sowie eine schnellere Auftragsabwicklung.

Vorteil 2 der Prozessverbesserung: Sie haben geringere Kosten

Obwohl ein Qualitätsprozess Kosten verursacht, werden diese durch den Wegfall der Kosten für Überarbeitungen und Fehlerkorrekturen kompensiert.

Vorteil 3 der Prozessverbesserung: Die Produktivität Ihres Betriebes ist höher

Sie erhöhen die betriebliche Leistung bei geringerem Aufwand. Darüber hinaus verringern Sie den Aufwand an Arbeitskraft, Maschinenzeit und Material.

Vorteil 4 der Prozessverbesserung: Ihre Mitarbeiter sind motivierter

Wenn ständig Fehler auftreten oder beim Testen ans Licht kommen, wirkt sich das dämpfend auf die Motivation Ihrer Mitarbeiter aus. Wenn dagegen alles fehlerfrei läuft, steigt Ihre eigene und die Motivation Ihrer Mitarbeiter.

Prozessverbesserung nicht ohne Qualitätskosten

Qualität kostet Zeit und Geld. Allerdings sollten Sie beides nicht unter dem Aspekt von Zusatzkosten betrachten. Zum einen sind Qualitätsverbesserungen oft mit einfachen Maßnahmen und ohne großen Kostenaufwand zu erreichen. Zum anderen sind gerade Qualitätsmängel sehr kostspielig. Die Qualitätsmaßnahmen zu vernachlässigen ist Sparen am falschen Ende.

In Ihrem betrieblichen Alltag haben Sie wahrscheinlich unter Qualitätskosten bisher oft nur die Kosten verstanden, die entstehen, wenn Sie ein besonders hohes Qualitätsniveau anstreben. Doch eine erweiterte Sichtweise und Begrifflichkeit bringen Ihnen hier Klarheit: Qualitätskosten sind

  • Fehlerfolge-,
  • Prüfungs- und
  • Fehlerverhütungskosten.

Die häufigsten Fehlerfolgekosten in der Prozessverbesserung

Unterscheiden Sie bei den Fehlerfolgekosten zwischen internen und externen Kosten für Fehlerfolgen oder Qualitätsmängel:

Externe Kosten: Dazu gehören vertragliche Gewährleistungen, wie z. B. kostenlos durchzuführende Garantiearbeiten, Instandsetzungsarbeiten oder vereinbarte Konventionalstrafen. Eine schlechte Prozessqualität zeigt sich daran, dass Ihre Mitarbeiter ständig damit beschäftigt sind, das Qualitätsniveau und die Termine einzuhalten.

Praxis-Tipp: Zählen Sie auch Kulanzkosten für Arbeiten, die Sie im Interesse Ihrer guten Kundenbeziehungen ausführen, dazu. Denn Reklamationen führen zu Kundendienst- und Wartungsarbeiten.

Interne Kosten: Hierzu gehören Kosten für Ausschuss, Nacharbeit und Korrekturarbeiten. Dies sind Symptome für schlechte Prozessqualität: Ihre Mitarbeiter verwenden einen großen Teil ihrer Arbeitszeit zur Behebung von Mängeln. Zwangsläufig kommt es dadurch zu Störungen im Produktionsablauf. Darunter leidet auch irgendwann die Motivation Ihrer Mitarbeiter: „Alle machen doch Schrott, warum soll ich mich anstrengen?“ Dies führt zu niedriger Arbeitsproduktivität, hohen Fehlzeiten, Personalfluktuation und damit auch zu hohen Kosten.

Die Höhe der Fehlerfolgekosten ist nach Schätzungen erheblich: Unter Berücksichtigung der Prüfkosten belaufen Sie sich je nach Branche und Produkt auf 4 bis 20 % des Umsatzes. Nichtqualität kostet also auch Geld, und zwar ziemlich viel.

So optimieren Sie die in der Prozessverbesserung entstandenen Prüfkosten

Prüfungskosten sind die Kosten, die für die Durchführung von Prüfungsmaßnahmen entstehen. Zu ihnen zählen die Kosten für die Eingangsprüfung von Waren, Fertigungsprüfungen, Laboruntersuchungen etc.

Wenn Sie im Laufe Ihrer Prozessveränderungen feststellen, dass Sie nahezu fehlerfreie Produkte haben, können Sie Ihre Prüfungskosten senken, etwa indem Sie zu einer Stichprobenauswahl übergehen.

Eventuell können Sie auf Eingangsprüfungen verzichten, wenn Sie feste Lieferbeziehungen mit verlässlichen Lieferanten eingehen – die ihrerseits fehlerfreie hoch qualitative Produkte und Komponenten garantieren.

Verhütungsmaßnahmen senken die Fehlerfolgekosten

Fehlerverhütungskosten sind Kosten für die Verhinderung von Fehlern vor ihrem Auftreten durch präventive Qualitätsmaßnahmen. Hierzu zählen insbesondere die qualitätsbezogene Aus- und Weiterbildung, Qualitätsvergleiche für Arbeits- und Fehlerstudien, für Lieferantenbeurteilungen, für Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung, Qualitätsaudits durch externe und interne Auditoren und für ISO-Zertifizierungen.

So minimieren Sie die Qualitätskosten

Qualitativ hochwertige Produkte führen zu niedrigeren Qualitätskosten. Der Grund: Bei qualitativ hochwertigen Produkten sind die Kosten für interne und externe Ausfälle wesentlich geringer als für minderwertige Produkte. Wie kommen Sie also zu geringeren Qualitätskosten? Kurz gesagt: indem Sie Fehler und damit Fehlerfolgekosten durch geeignete Verhütungsmaßnahmen reduzieren, und zwar so, dass die Qualitätskosten in ihrer Summe minimiert werden.

Als Folge dieser Maßnahmen sinken die Fehlerfolgekosten überproportional, so dass es zu Einsparungen kommt und die Qualitätskosten in ihrer Summe niedriger sind als vorher. In der Praxis werden Sie nun mit einem Problem konfrontiert: Der Umfang Ihrer Maßnahmen ist so zu dimensionieren, dass das Optimum erreicht wird.

Erstellen Sie eine Kosten-Nutzen-Rechnung für präventive Qualitätsmaßnahmen

Stellen Sie die Zahlen zusammen, um in den ausgewählten Prozessen einen Überblick über die Kosten zu bekommen. Machen Sie Schätzungen möglichst gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern, etwa im Rahmen einer Besprechung zum Thema präventive Qualitätsmaßnahmen.

Hinweis: Auch „weiche“ Faktoren sind wichtig. Bereiche wie Image, Zusammenarbeit und Motivation sind natürlich schwierig in Zahlen auszudrücken. Versuchen Sie es trotzdem.

Betrachten Sie präventive Qualitätsmaßnahmen als eine Investition. Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung sind Investitionen. Sie haben also den Nachteil, dass die Investitionskosten zu Anfang anfallen und sich der Nutzen im Sinne von verbesserter Wirtschaftlichkeit und zufriedenen Kunden erst später einstellt. Deshalb sollten Sie für Ihre Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung einen längeren Zeitraum im Auge haben.

 

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