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Wie Sie Bildschirmarbeitsplätze richtig ausleuchten und gestalten

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Bildschirmarbeit

Von Günter Stein,

Etwa ab einem Alter von 40 Jahren reichen „normale“ Brillen für die Bildschirmarbeit nicht mehr aus. Meist müssen dann sogenannte Altersnahbrillen angefertigt und getragen werden, deren Korrekturwert sich bis etwa zum 60. Lebensjahr kontinuierlich verstärkt.

Tipp: Lassen Sie Ihre Mitarbeiter regelmäßig bei Ihrem Betriebsarzt einen Sehtest machen. So erfahren Ihre Mitarbeiter frühzeitig den Korrekturbedarf und Sie vermeiden Arbeitsausfälle oder -störungen durch die Folgen der Fehlsichtigkeit.

1. Regelmäßige Kontrolle und Sehhilfen für Bildschirmarbeit

Als Unternehmen müssen Sie Ihren Mitarbeitern, die an Bildschirmarbeitsplätzen tätig sind, die augenärztliche Untersuchung anbieten. Das umfasst Büroarbeitsplätze genauso wie die Arbeit an Terminals im Lager oder an der Maschine. Dies schreiben Ihnen die Bildschirmarbeitsverordnung (§ 6 BildschArbV) und die Arbeitsmedizinische Vorsorge-Verordnung (ArbMed- VV, Anhang Teil 4) vor. Sie müssen als Unternehmen auch die Kosten dafür übernehmen. Doch diese Kosten sind sehr viel geringer als mehrtägige oder -wöchige Lohnfortzahlung bei Krankheitsausfall durch die Folgen von Sehstörungen.

Tipp: Die Berufsgenossenschaften empfehlen in ihrer BGI 785 Vorsorgeuntersuchungen:

  • Bis zum 39. Lebensjahr alle 60 Monate
  • Ab dem 40. Lebensjahr alle 36 Monate

Benötigt ein Arbeitnehmer eine spezielle Sehhilfe für die Arbeit am Bildschirmarbeitsplatz, kann sich der Arbeitgeber beispielsweise über eine Betriebsvereinbarung an den Kosten für diese Sehhilfe beteiligen. Seien Sie dabei ruhig etwas großzügiger und zeigen Sie den Mitarbeitern auf diese Weise die Wertschätzung des Unternehmens. Die Kosten der Brillengläser sind von der gesetzlichen Krankenversicherung zu tragen.

2. Bildschirmarbeitsplätze richtig ausleuchten

Eine mangelhafte Beleuchtung an Bildschirmarbeitsplätzen kann die Belastung der Augen zusätzlich erhöhen. Gute Beleuchtung steigert das Wohlbefinden und verbessert damit fast automatisch auch die Arbeitsleistung. Eine zu starke, möglicherweise sogar blendende Beleuchtung führt ebenso zu Problemen wie eine zu schwache Ausleuchtung eines Bildschirmarbeitsplatzes. Sie können aber die Beleuchtungswerte messen, um zu entscheiden, ob Arbeitsplätze ausreichend beleuchtet sind. Nicht selten ist zu beobachten, dass in Büros die notwendige Beleuchtungsstärke (s. u.) eingehalten wird – aber im Lager oder am Bedienstand der Maschine herrscht nur „Schummerlicht“. Tipp: Folgende Beleuchtungswerte sollten eingehalten werden:

  • 300 Lux für Arbeitsplätze in Fensternähe und als Mindestbeleuchtungsstärke im Büroraum
  • 500 Lux für Arbeitsplätze in Büros im Bereich von Bildschirmarbeitsplätzen
  • > 500 Lux für besondere Aufgaben wie CAD
  • 750 Lux in Großraumbüros, um den gesamten Raum ausreichend auszuleuchten

Für die Messung der Beleuchtungsstärke und deren anschließende Interpretation benötigen Sie die nötige Sachkunde. Sachkundige Personen für die Beleuchtung an Arbeitsstätten können Sie auch bei der Erstellung von Beleuchtungskonzepten unterstützen. Im Rahmen von Neu- und Umbaumaßnahmen können Sie erhebliche Kosten einsparen, wenn Sie von vornherein ein sachlich richtiges Beleuchtungskonzept für Arbeitsstätten erstellen lassen. Neben der Helligkeit müssen Sie aber auch auf die Anordnung der Beleuchtung achten. Denn auch Blendeffekte beeinflussen die Bildschirmarbeit negativ. Arbeitsplatzleuchten bei Bildschirmarbeitsplätzen sollten Sie niemals direkt über den Arbeitsplätzen anbringen. Leuchten müssen parallel zum Fenster und neben den Arbeitsplätzen angebracht sein.

Tipp: Ist es aus baulichen Gründen nicht zu vermeiden, dass die Beleuchtung direkt über den Arbeitsplätzen angebracht wird, sollten Sie auf spezielle Leuchten mit indirekter Beleuchtung setzen.

Spezielle Arbeitsplatzleuchten können die ideale Lösung sein

Eine sehr gute Lösung können spezielle Arbeitsplatzleuchten, die mit einer Kombination aus direkter und indirekter Beleuchtung das Arbeitsfeld erhellen sein. Diese Lampen reagieren z. B. auch auf eintreffendes Sonnenlicht. Gute Leuchten stellen dabei die Leuchtstärke selbstständig auf einen vorher programmierten Wert (in der Regel 500 Lux) ein. Blendungen können nicht nur durch die Beleuchtung selbst, sondern auch durch ungeeignete Oberflächen an Arbeitsmöbeln verursacht werden. Achten Sie bei der Auswahl von Möbeln für Arbeitsstätten unbedingt darauf, dass diese mit einer matten, blendfreien Oberfläche ausgestattet sind. Es ist durchaus empfehlenswert, Muster nicht nur in der Musterausstellung des Lieferanten, sondern bei größeren Beschaffungsmaßnahmen auch bei Ihnen vor Ort zu testen. Auch das erspart Ihnen nachträgliche bzw. zusätzliche Kosten.

Fazit: Fehlerhaftes Arbeiten an Bildschirmarbeitsplätzen kann also richtig teuer werden, wenn Mitarbeiter ausfallen und zunächst niemand die Gründe für das Unwohlsein in der fehlerhaften Arbeit am PC sieht. Prävention, richtiges Einrichten des Arbeitsplatzes, augenärztliche Untersuchungen und ggf. richtige Sehhilfen können auf Dauer dazu beitragen, die Arbeitskosten zu senken.

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