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Wie Sie der Manipulation von Maschinenschutzeinrichtungen entgegenwirken

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Betriebsleitung Maschinenschutz

Von Günter Stein,

Wenn Mitarbeiter Schutzvorrichtungen an Maschinen umgehen oder ausschalten, gehen Sie als verantwortlicher Betriebsleiter ein doppeltes Risiko ein: Es können Menschen oder Anlagen zu Schaden kommen und Bußgelder drohen.2. Organisatorische Schutzmaßnahmen

Laut einer Studie der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung sind bei rund 37 % aller Maschinen die Schutzeinrichtungen ständig oder vorübergehend manipuliert. Experten schätzen, dass die Dunkelziffer sogar noch viel höher liegt. Besonders alarmierend: In etwa einem Drittel aller Betriebe werden manipulierte Maschinen und Schutzeinrichtungen geduldet.

Wichtig: Diese Situation ist für Sie nicht unproblematisch. Denn durch Ihre Stellung als Betriebsleiter haben Sie (anders als normalerweise Sicherheitsfachkräfte und Betriebsärzte) eine fest umrissene Rechtsverpflichtung zur Unfallverhütung, die Ihnen durch Ihre Position vom Unternehmer übertragen wurde.

Dulden Sie also manipulierte Schutzeinrichtungen und geschieht ein Unfall, können Sie wegen fahrlässiger Körperverletzung durch Unterlassen belangt werden. Es sollte also in Ihrem eigenen Interesse sein, Manipulationen an Maschinen und anderen Einrichtungen Ihres Betriebs so gut wie unmöglich zu machen und keinesfalls zu dulden.

Diese Schutzeinrichtungen werden am häufigsten manipuliert

Die Erfahrung zeigt: Nicht alle Schutzeinrichtungen werden gleich häufig manipuliert. Ein besonderes Problem stellen

  • trennende Schutzeinrichtungen wie Verdeckungen und Verkleidungen dar,
  • oftmals in Kombination mit elektromechanischen oder seltener berührungslos wirkenden Positionsschaltern.

Berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen wie Laserscanner oder Lichtgitter werden verhältnismäßig selten manipuliert. Besonders anfällig für Manipulationen sind Bearbeitungszentren, Pressen sowie CNCFräs- und Drehmaschinen.

Gründe für Manipulation von Maschinenschutzeinrichtungen

Um Manipulationen an Schutzeinrichtungen und Schaltern zukünftig zu verhindern, sollten Sie als Betriebsleiter verstehen, welche Beweggründe Ihre Mitarbeiter haben. Selten nämlich steht der Wunsch im Vordergrund, den Betrieb zu sabotieren. Fast immer spielen andere Faktoren eine Rolle. Häufig ist durch Schutzeinrichtungen die Sicht auf das Werkstück eingeschränkt, manchmal verhindern Schutzeinrichtungen auch einen kontinuierlichen Arbeitsablauf. Durch die Manipulationen kann aus Sicht des Mitarbeiters vor allem Zeit gespart werden. Außerdem spielt die Bequemlichkeit mancher Mitarbeiter eine Rolle.

Legen Sie die Sicherheitsmaßnahmen nach dem „TOP-Prinzip“ fest

Auf der Suche nach Lösungen sollten Sie deshalb immer die Beweggründe Ihrer Mitarbeiter im Blick haben, Schutzeinrichtungen zu manipulieren. Bei der Reihenfolge der zu ergreifenden Maßnahmen sollten Sie sich an dem sogenannten TOP-Prinzip orientieren.

1. Technische Schutzmaßnahmen

  • Um Manipulationen entgegenzuwirken, können Sie die festen trennenden Schutzeinrichtungen z. B. zum Teil durch berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen ersetzen (z. B. Lichtgitter statt Schutzgitter). Nicht in allen Fällen lässt sich das allerdings realisieren. Schützt eine Abdeckung z.B. auch vor herausschleudernden Teilen, können Sie sie nicht dadurch ersetzen.
  • Möglich sind auch Kamerasysteme, die menschliche Gliedmaßen von Maschinenbauteilen oder Werkstücken unterscheiden können. In der Regel sind solche Systeme nicht einfach zu manipulieren. Sie haben außerdem den Vorteil, dass sie erst wirksam werden, wenn eine Gefahrensituation gegeben ist.
  • Bei elektromechanischen Positionsschaltern gibt es bereits einige technische Ansätze, um sie manipulationssicherer zu machen. Achten Sie deshalb zukünftig darauf, dass Sie nur solche Schalter auswählen.
  • Eine weitere Alternative könnte sein, Positionsschalter mit individuell codiertem Betätiger zu verwenden. Dort passt der Betätiger nur auf genau einen Schalter.

2. Organisatorische Schutzmaßnahmen

Sorgen Sie dafür, dass der Manipulationsaufwand für Ihre Mitarbeiter so hoch wie möglich ist. Das erreichen Sie z. B. durch verdeckte Montage, Befestigung des getrennten Betätigers durch Einwegschrauben oder nicht schraubbare Verbindungen wie Nietverbindungen. Der Nachteil dabei: Auch der Instandhaltungsaufwand erhöht sich dadurch. Den können Sie möglicherweise dadurch umgehen, dass Sie Sicherheitsverschraubungen verwenden, für die nur die Instandhaltung ein Werkzeug besitzt.

3. Personelle Schutzmaßnahmen

Schulen Sie Ihre Mitarbeiter. Dabei sollten Sie vor allem die negativen Folgen einer Manipulation, auch die rechtlicher Art, in den Mittelpunkt stellen.

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