Gratis-Download

Die Ausfallzeiten von Maschinen und Anlagen gehören zu den wichtigsten Kenngrößen Ihrer Instandhaltung. Besonders aussagekräftig sind nicht nur die...

Jetzt downloaden

So senken Sie Ihre Einkaufskosten mit der Pull-Methode

0 Beurteilungen
Urheber: Andrey Popov | Fotolia

Von Jens Holtmann,

In Industriebetrieben ist im Allgemeinen das Push-Prinzip mit großen Lagerbeständen an Material und Komponenten die Regel. Das erklärte Ziel dieser Einkaufs- und Produktionsstrategie ist eine möglichst optimale Auslastung von Mensch und Maschine.

Die Anwender des Push-Prinzips, das auch Make-to-Stock (MTS) genannt wird, gehen dabei von der Grundannahme aus, dass 1. alles planbar ist, also verlässliche Prognosen über Bedarfe und Absatzzahlen auch für längere Zeiträume getroffen werden können, und dass 2. Mitarbeiter und Maschinen die größten Kostenfaktoren in einer Unternehmensorganisation darstellen. In dieser Denke ist die optimale Auslastung von Mensch und Maschine gleichbedeutend mit optimalen Produktionsbedingungen.

Dabei kommt der Beschaffung die Aufgabe zu, möglichst große Material- und Warenmengen einzukaufen. Die beiden Grundpfeiler des MTS-Strategieansatzes sind:

  1. großen Bestellungenauszuhandeln und
  2. den Verwaltungsaufwand pro Artikel bzw. Bestellung zu reduzieren.

Die Planungsgläubigkeit des MTS-Prinzipsist heute nicht mehr zeitgemäß

Paradoxerweise haben diesen Missstand zum Großteil Produktions- und Planungssysteme verursacht, die in den 1970er und1980er Jahren als DV-Programme ihren Siegeszug in die Organisationsstrukturen der Unternehmen antraten – zu Zeiten schnell wachsender Märkte mit großen Bedarfen an Material und Vorprodukten. Seinerzeit war das Push-Prinzip auch die richtige Einkaufs- und Produktionsstrategie, sicherte sie doch nicht nur eine optimale Beschäftigung von Mitarbeitern und Maschinen, auch Anfragen,  Reklamationen etc. konnten mit dieser Methode aus den Lagerbeständen befriedigt werden.

Anzeige

Der Aufschaukel-Effekt ist das größte Manko des MTS-Prinzips

Stellt ein Lieferant oder Zwischenhändler beispielsweise fest, dass ein Unternehmen vermehrt einen bestimmten Artikel einkauft, erhöhen beide ihre Reserven für zukünftige Geschäfte. Diese Reserven bieten Verkäufer in der Folge dann als preisgünstige Lagerware an und treten damit eine Kumulationslawine los, die im einkaufenden Unternehmen zu überhöhten Beständen führt – und damit zu einer größeren Kapitalbindung.

Welchen Umfang diese Aufschaukel-Effekte annehmen können, zeigt ein altes Beispiel aus den USA. 1994 saßen US-amerikanische Unternehmen auf Lagermengen von umgerechnet950 Mrd. US$. 14 Jahre zuvor (1970) waren es 5-mal weniger, nämlich nur 200 Mrd. US$.

Erfolgreiche Einkaufsabteilungen wenden heute das Pull-Prinzip an

Denn damit können sie schneller auf Marktschwankungen aller Art reagieren– ob das nun Währungs-, Nachfrage- oder Konjunkturschwankungen sind. Voraussetzung ist allerdings, dass die Pull-Methode, auch Make-to-Order (MTO) genannt, im gesamten betrieblichen Ablauf implementiert wird. Strategisches Ziel sind dabei verkleinerte Losgrößen, die so klar definiert werden müssen, dass sie den Kundenbestellungen genau entsprechen.

Minimale Nachteile werden mit großen Vorteilen aufgewogen

Skeptiker werden Ihnen schnell mit längeren Umrüstzeiten bei verkleinerten Losgrößen kommen und folglich mit höheren Produktionskosten. Punktuell steigen diese Kosten auch, allerdings wird dieses marginale Minus durch eine höhere Marktflexibilität, einen geringeren Nachplanungsaufwand in der Produktionssteuerung, eine größere Anzahl von Produkten (die der Außendienst verkaufen kann) sowie geringere Lager- und Bestellmengen (die der Einkauf nicht beschaffen muss) mehr als aufgewogen.

Mit der MTO-Methode werden nicht B- und C-Teile auf Lager produziert, sondern A-Artikel!

In Industriebetrieben ist es Usus, umsatzträchtige A-Teile nach dem Just-in-Time-Prinzip zu produzieren. B- und C-Artikel werden dagegen auf Lager hergestellt. Nicht berücksichtigt wird dabei, dass A-Artikel in der Regel nur 20 % des Produkt-Portfolios ausmachen, B- und C-Teile aber 80 %!Dieses Missverhältnis dreht das MTO-Prinzip um. A-Teile werden auf Lager produziert, das erhöht sowohl die Verfügbarkeit als auch die Lagerumschlagszahlen und senkt die Durchlaufzeiten sowie die Einkaufs- und Produktionsaufwendungen. Im Gegenzug dazu werden B- und C-Teile nach dem Just-in-Time-Prinzip gefertigt.

Praxis-Tipp: Noch größere Spareffekte erzielen Sie, wenn Sie B-Teile der A- oder C-Kategorie zuordnen. Mit dieser Zweiteilung vereinfachen Sie Einkaufs-, Lager-, Logistik- und Produktionsabläufe.

Von heute auf morgen lässt sich die Push nicht auf die Pull-Methode umstellen

Dagegen stehen nicht nur überkommene Unternehmensstrukturen nach dem Motto „Das haben wir schon immer so gemacht“, sondern auch Unkenntnis, Unsicherheit sowie nicht zuletzt Furcht vor Neuem und Unbekanntem. Mit anderen Worten: Es gehört viel Überzeugungsarbeit dazu, das MTO-Prinzip erst plausibel und dann untermehmensreif zu machen. Hinzu kommt,dass sich dieses Prinzip nicht auf eine Abteilung beschränkt, sondern die Gesamtorganisationeines Unternehmes betrifft.

Arbeitssicherheit aktuell

Sichern Sie sich praxisrelevante Tipps, Anregungen und Hinweise auf aktuelle Urteile und Gesetzesänderungen mit leicht nachvollziehbaren Lösungsansätzen für Ihrer tägliche Arbeit als Sicherheitsbeauftragter oder Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Datenschutz

Anzeige

Produktempfehlungen

Qualität steigern - Kosten senken - QM-Bewusstsein schärfen

Mit einfachen Werkzeugen und Methoden zu nachhaltigem Unternehmenserfolg. Leicht verständlich und sofort umsetzbar.

Die neuesten Praxistipps zur Planung, Überwachung und ständigen Optimierung Ihrer Produktionsprozesse

Das praxisnahe und kompetente Nachschlagewerk für Ihren erfolgreichen Einsatz von Excel

Betriebsabläufe optimieren, Störungen reduzieren, vorausschauend planen

Die neuesten Praxistipps zur Planung, Überwachung und ständigen Optimierung Ihrer Produktionsprozesse