Betrieblicher Datenschutz zwischen zentraler Schutzfunktion und Regelungswahn

In den letzten Jahren hat betrieblicher Datenschutz enorm an Bedeutung und an Aufmerksamkeit hinzugewonnen. Er umfasst zum einen die allgemeinen Unternehmensdaten, so z.B. Bilanzen, technische Produktionsdaten, Projektpläne, Kalkulationen und vieles mehr. Diese Daten zu schützen liegt im originären Interesse jedes Unternehmens. Fallen diese Daten in die falschen Hände, z. B. in die der Konkurrenz, kann dies die Existenz Ihres Unternehmens bedrohen.

Der andere Bereich, um den sich betrieblicher Datenschutz dreht, sind die personenbezogenen Daten. Hier müssen wir zwischen den Kunden- und den Mitarbeiterdaten unterscheiden. Beide Bereiche sind in den letzten Jahren intensiv diskutiert und deren Schutz intensiviert worden.

Betrieblicher Datenschutz umfasst auch Ihre Kundendaten

Verbraucher werden immer sensibler wenn es um ihre Daten, deren Speicherung und Verwendung geht.

Enger werdende Märkte, die eine zielgruppenexakte Kundenansprache erfordern und parallel immer bessere technische Möglichkeiten, kaufrelevante Informationen über potentielle Kunden zu erheben, zu analysieren und auszuwerten, haben die im Unternehmen gespeicherten Kundendaten stark ansteigen lassen.

Kunden werden immer datenschutzsensibler

Vielen Verbrauchern, die im Internet unterwegs sind, ist erst nach und nach bewusst geworden, dass sie mit jedem Klick Spuren hinterlassen, die für Unternehmen von großem Wert sind. Seit der öffentlichen Diskussion darüber, sind viele Verbraucher verunsichert und fordern strengere Regeln in diesem Bereich. Betrieblicher Datenschutz muss sicherstellen, dass diese Daten uneingeschränkt sicher vor fremden Zugriff geschützt sind. Defizite, die bekannt werden, können den Ruf und die Existenz Ihres Unternehmens gefährden.

Kein betrieblicher Datenschutz ohne Arbeitnehmerdatenschutz

Mitarbeiterdaten, die unter den sogenannten Arbeitnehmerdatenschutz fallen, sind besonders schützenswert. Grundsätzlich ist die Erhebung, Speicherung und Nutzung von Mitarbeiterdaten nur dann zulässig, solange sie zur Durchführung des Arbeitsverhältnisses notwendig sind, der Arbeitgeber ein betriebliches Interesse hat oder sie öffentlich zugänglich sind. Aber genau der Punkt – wann sie zur Durchführung des Arbeitsverhältnisses von Bedeutung sind – führt in der Praxis vielfach zu Diskussionen.

Für Zündstoff in den Unternehmen sorgt bspw. häufig der Punkt, ob private Telefon- und Internetnutzung erlaubt ist. Ist dies nicht der Fall und möchten Sie als Arbeitgeber nachprüfen, ob doch private Telefonate geführt worden, müssen Sie Telefoniedaten aufzeichnen und sind sofort mittendrin im Arbeitnehmerdatenschutz.

Doch auch bei Regelungen zur Arbeitszeiterfassung oder gar einer Videoüberwachung muss Ihr betrieblicher Datenschutz sicherstellen, dass der Arbeitnehmerdatenschutz hundertprozentig gewährleistet ist.

Datenschutzbeauftragter als Wächter des betrieblichen Datenschutzes

Achtung! Sobald Sie in Ihrem Unternehmen personenbezogene Daten verarbeiten und mehr als neun Mitarbeiter beschäftigen, müssen Sie einen Datenschutzbeauftragten bestellen.

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