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Gefälschte E-Mail-Adresse: Ihr Unternehmen haftet nicht für Spam

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Datenschutz Spam

Von Wolfram von Gagern,

Unverlangt zugesendete Werbe-E-Mails (Spam) sind wohl eine der unangenehmsten Plagen unserer Informationsgesellschaft. Auch bei den Inhalten gibt es von Zeit zu Zeit bestimmte Trends.

Frage: Ich kümmere mich nebenbei um den Datenschutz in unserem kleinen Buchverlag. Die Kundenbetreuung hat nun an mich eine Beschwerde weitergeleitet, bei der ich nicht recht weiß, wie ich reagieren soll. In seinem Schreiben beschwert sich der Herr, dass er ständig von unserem Unternehmen E-Mails mit Kaufempfehlungen für amerikanische Aktien erhalte. Tatsächlich werden in unserem Verlag auch Fachbücher im Bereich Börsen und Aktienmärkte verlegt. Darüber hinaus versendet unser Unternehmen auch an interessierte Kunden Newsletter, in denen diese Bücher vorgestellt werden. Diese werden immer von der gleichen E-Mail-Adresse an die Kunden versendet. Kaufempfehlungen für irgendwelche Aktien wurden nie ausgesprochen.

Genau von dieser E-Mail-Adresse will der Kunde aber die Kaufempfehlungen für Aktien erhalten haben. Den Ausdruck einer E-Mail hat er seinem Schreiben als Beweis beigefügt. Am Ende seines Schreibens fordert er unseren Verlag auf, die Werbung zu unterlassen. Sollte er wieder E-Mails von uns erhalten, will er die Aufsichtsbehörde einschalten und uns auf Schadensersatz verklagen.

Antwort: Wenn man über den von Ihnen geschilderten Sachverhalt ein Weilchen nachdenkt, dann drängt sich einem unweigerlich das Gefühl auf, dass an dem Ganzen irgendwie etwas nicht stimmen kann. Unverlangt zugesendete Werbe-E-Mails (Spam) sind wohl eine der unangenehmsten Plagen unserer Informationsgesellschaft. Auch bei den Inhalten gibt es von Zeit zu Zeit bestimmte Trends. Im Augenblick ist dies Werbung für so genannte Penny-Stock-Aktien. Hierbei handelt es sich um meist höchst spekulative Aktien auf dem amerikanischen Börsenmarkt, die wertmäßig meist weit unter einem Dollar liegen.

Die Spam-Versender haben wohl selbst Aktien dieser Unternehmen und hoffen, dass einige E-Mail-Empfänger auf die Gewinnversprechen in den E-Mails hereinfallen und die Aktien kaufen. Der Spam-Versender verkauft dann seine Aktien und macht so einen guten Gewinn, bevor die Aktien wieder in den Keller fallen. Weshalb Ihre E-Mail-Adresse als Absender erscheint, ist wohl auch schnell erklärt. Die sichtbare Absenderadresse kann frei gewählt werden. Das bedeutet, dass rein optisch ein Spam-Versender die Identität Ihres Unternehmens angenommen hat. Tatsächlich versendet wurde die Spam-Nachricht von einer ganz anderen Adresse. Dafür kann niemand Ihr Unternehmen haftbar machen.

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