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Kundendatenschutz: Tipp - Die Ein-Mann-GmbH

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Datenschutz

Von Wolfram von Gagern,

Immer wieder hört man von Geschäftsführern von Unternehmen, die im B2B-Umfeld unterwegs sind, den Einwand: „wir speichern ja keine personenbezogenen Daten im Kunden- oder Lieferantenbereich, wir arbeiten eh nur mit Unternehmen zusammen“.

Letzte Woche habe ich ein Seminar zur Datenschutznovelle gehalten, auch da kam genau dieser Einwand – von einem Datenschutzbeauftragten.

Kundendatenschutz: Wann es sich um personenbezogene Daten handelt

Wie begegnet man diesem Einwand: Ganz einfach: es gibt „Spezialfälle von Unternehmen“, die zwar per se irgendeine Form von Selbstständigkeit signalisieren, aber bei denen es sich doch um personenbezogene Daten handelt.

Beispiele:

Die Ein-Mann-GmbH: dem deutschen Gesellschaftsrecht ist es nämlich zulässig, dass auch eine einzelne Person eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung gründet und diese als Geschäftsführer ohne weitere Beschäftigte führt. Für Sie als Datenschutzbeauftragten handelt es sich um eine Art juristische Mogelpackung. Auch wenn außen juristische Person daraufsteht, ist natürliche Person drin. Schließlich sind die Informationen, die Sie im Hinblick auf eine juristische Person erheben, verarbeiten oder nutzen, direkt auf den Geschäftsführer beziehbar, der eine natürliche Person ist.


Die freien Berufe: Ärzte, Journalisten, Autoren, aber auch Rechtsanwälte oder Kaufleute wie beispielsweise der eingetragene Kaufmann (eK). Auch bei diesen nehmen Ihre Mitarbeiter oder Ihre Geschäftsführer möglicherweise an, dass es sich nicht um personenbezogene Daten handelt. Denn oft lässt man sich von einer „Firmenanschrift“ täuschen.

Kundendatenschutz: Niemand wird jeden Geschäftskontakt "abklopfen"

Natürlich könnte man nun die strategische Entscheidung treffen, „wir wollen keine personenbezogene Daten im Kunden- oder Lieferantenbereich haben, also arbeiten wir nur noch mit „echten“ Unternehmen zusammen“. Aber: die Erfahrung zeigt, das klappt nicht, denn: Wer will sich denn die Arbeit machen und jeden Geschäftskontakt „abklopfen“ und: Welches Unternehmen kann und will sich leisten, auf potentielle Kunden verzichten…. Und rutscht beim Abklopfen nur eine Ein-Mann-GmbH durch …

Kundendatenschutz: Auch B2B-Informationen als personenbezogen behandeln

Zusammenfassend: es führt kein Weg dran vorbei, auch B2B-Informationen als personenbezogene Daten zu behandeln. Bauen Sie diese Problematik in Ihre nächste Schulung mit ein, wenn Sie den Begriff der personenbezogenen Daten erläutern. Legen Sie den Teilnehmern den Gesetzestext vor und lassen Sie diese am Text erarbeiten, was § 3 Abs. 1 BDSG unter personenbezogenen Daten versteht. Mit Sicherheit werden Ihre Teilnehmer staunen, wenn entgegen dem Wortlaut auch Daten von juristischen Personen personenbezogen sein können. Auch damit sensibilisieren Sie und fördern Sie den Datenschutz.

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Mit jeder Ausgabe neue Tipps, Anregungen, Hinweise auf aktuelle Urteile und Gesetzesänderungen, aber auch auf so manche vorteilhafte Gestaltungsmöglichkeit, die sich Ihnen als Datenschutzbeauftragten bietet.

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