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Im Zeitalter der Digitalisierung sind auch die technischen Möglichkeiten, die zur Gewinnung und Auswertung des Kundenverhaltens eingesetzt werden...

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RFID: Moderne Technologie für den professionellen Datenschutz

 
Urheber: geralt | Pixabay

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Die sichere Übertragung und Verarbeitung von Daten ist ein Thema, das mit wachsender Technologisierung immer mehr an Bedeutung gewinnt. Wo Daten elektronisch übermittelt werden, ist Sicherheit ein großes Thema. Um die Datenübertragung vor potentiellem Missbrauch zu schützen, ist eine stetige Weiterentwicklung der technologischen Umsetzungsmöglichkeiten erforderlich. In den letzten Jahren setzt sich das Prinzip der kontaktlosen Datenübertragung immer stärker durch. RFID heißt die Technologie, die in vielen Bereichen des beruflichen und privaten Lebens heute eingesetzt wird.

Die Abkürzung RFID steht für Radio Frequenzy Identification und beschreibt eine Identifikation durch die Funkübertragung per elektromagnetischer Wellen. Diese Technologie ist keineswegs neu. Bereits gegen Ende des Zweiten Weltkriegs war das Grundprinzip dieser kontaktlosen Datenerkennung bekannt und wurde in den Sechzigerjahren weiter verfeinert. Den ersten größeren Einsatz fand die Technologie in der automatischen Erkennung von Eisenbahnwaggons und einige Jahre später dann in größerer Verbreitung als elektronischer Schutz vor Warendiebstahl. Heute ist RFID längst ein fester Bestandteil des Alltags geworden und die meisten Menschen kommen nahezu täglich mit der einen oder anderen Einsatzmöglichkeit moderner RFID-Varianten in Kontakt.

Im Alltag kann Ihnen RFID typischerweise in den folgenden Bereichen begegnen:

  • Im bargeldlosen Zahlungsverkehr
  • Bei der elektronischen Zutrittserkennung im Beruf oder zunehmend auch im häuslichen Bereich im Zusammenspiel mit dem Smart Home
  • Bei Tankkarten, Bonuskarten, Payback-Karten und dem Personalausweis
  • Zur Ticketauslesung in öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Im Rahmen der elektronischen Warensicherung im Einzelhandel
  • In elektronischen Erkennungschips bei Tieren im häuslichen Bereich oder auch in der Landwirtschaft oder in Tierparks

So funktioniert die Technologie von RFID

Der Aufbau eines technologischen Erkennungssystems per RFID ist ebenso simpel wie effektiv. Benötigt werden nur ein Transponder, der wie ein Speicher für elektronische Daten arbeitet, und ein spezielles Lesegerät, das die vom Transponder über magnetische oder elektromagnetische Wellen gesendeten Daten erfasst und ausliest. Beide Bestandteile des Systems kommunizieren über integrierte Antennen miteinander, sobald sie sich in einer vorgegebenen Reichweite zueinander befinden.

Auf dem Transponder können Daten verschiedenster Art gespeichert werden, um später ausgelesen zu werden. Ganze Textstellen sind ebenso möglich wie Passwörter, Zahlencodes, Namen, Identifikationsnummern oder eine Kombination aus verschiedenen Bestandteilen, wie zum Beispiel ein Name und eine Dienstnummer im Bereich der elektronischen Zugangskontrolle. Je nachdem, welche Datenmenge und welche Art von Daten auf dem Transponder gespeichert werden sollen, muss das Speichervolumen entsprechend groß sein.

Das Auslesen der gespeicherten Daten erfolgt je nach Einsatzgebiet über spezielle Lesegeräte, die in verschiedenen Geschwindigkeiten die gesendeten Datenmengen auslesen und verarbeiten können. Je nachdem, welches System die RFID-Technologie unterstützt, kommen reine Lesegeräte oder Lesegeräte mit zusätzlicher Schreibfunktion zum Einsatz.

Vielfach sind die Lesegeräte an eine spezielle Software gekoppelt, die die empfangenen Daten für die Nutzung in weiterführenden Aktionen zur Verfügung stellt.

Aktive und passive Transponder

Die Transponder können entweder eine aktive oder eine passive Technologie verwenden. Bei der passiven Technologie sendet der Transponder selbst kein Signal aus und benötigt deshalb auch keine eigene Energiequelle wie zum Beispiel eine Batterie, Ein passiver Transponder wird aktiviert, wenn er in die Reichweite des Lesegerätes kommt und das inhärente Signal ausgelesen wird. Passive Transponder finden vor allem im Bereich der elektronischen Warensicherung Anwendung.

Aktive Transponder senden selbstständig ein Signal aus und sind deshalb auf eine eigene Energiequelle angewiesen. Sie sind deshalb ohne einen Austausch oder ein Wiederaufladen der Energiequelle nicht unbegrenzt einsetzbar, allerdings ist ihre Reichweite aufgrund des selbst ausgesendeten Signals meist deutlich höher als bei passiven Transpondern.

Die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten von RFID-Technologie

Das Prinzip von RFID begegnet Ihnen beinahe täglich, auch wenn Sie es nicht immer sofort bemerken. Die Datenübertragung und –erkennung per Funktechnologie findet heute breiten Einsatz.

1. Warensicherung im Einzelhandel

Eine ganz typische und wenig komplexe Einsatzmöglichkeit ist die elektronische Warensicherung im Einzelhandel. Die einzelnen Waren werden mit kleinen Transpondern versehen. Das Lesegerät befindet sich in der Regel in den Ein- und Ausgangsbereichen in Form eines Warendetektors. Kommt der Transponder in der Ware nun in die Reichweite des Lesegerätes am Ausgang, sendet er ein Signal aus, das vom Lesegerät aufgenommen und interpretiert wird. Als Folge löst der Detektor einen Alarm aus. Beim Bezahlen der Ware an der Kasse wird der Transponder in der Ware von der Kassiererin deaktiviert, indem ein besonders starker Magnet die Technologie im Inneren des Transponders vernichtet. Der Alarm beim Verlassen des Geschäftes bleibt aus.

2. Schutz und Identifikation in der Tierhaltung

Im Bereich der Tierhaltung ist der auf der RFID-Technologie basierende Mikrochip seit 3. Juli 2011 sogar Pflicht, wenn ein Tier ins Ausland verbracht werden soll. Vor diesem Stichtag reichte eine Kennzeichnung über eine spezielle Tätowierung aus. Diese wurde aus Sicherheitsgründen seit 2011 aber für alle Neuregistrierungen verpflichtend durch den Chip auf RFID-Basis ersetzt. Alle wichtigen Informationen zu diesem Thema übermittelt die Bundestierärztekammer e. V.

Dem Tier wird ein Transponder in Form eines Mikrochips implantiert, der einen meist fünfzehnstelligen Identifikationscode enthält. Dieser Code kann mittels eines speziellen Lesegerätes ausgelesen und bei Bedarf an entsprechende Stellen wie Tierheime oder gemeinnützige Vereine übermittelt werden. Tierbesitzer können den Identifikationscode auch zum Beispiel bei Tasso e. V. registrieren lassen, damit entlaufene oder verloren gegangene Tiere schneller ihrem Besitzer zugeordnet werden können.

Auch in der Landwirtschaft werden etwa seit den Achtzigerjahren Tiere mit einem elektronischen Chip versehen, der vom Landwirt oder auch vom betreuenden Tierarzt ausgelesen werden kann. Dies erleichtert die Erkennung von Zugehörigkeiten einzelner Tiere aber auch die Übermittlung wichtiger Informationen wie zum Beispiel Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand des Tiers.

3. Bargeldloses Zahlen, Tankkarten, Payback-Karten, Bonussysteme

Ohne Chipkarten funktioniert im Alltag beinahe nichts mehr. Ob beim Bezahlen, an der Tankstelle, im Kino, beim Arzt oder wenn Sie verschiedenen Servicedienstleistungen wie zum Beispiel die Hilfe des ADAC in Anspruch nehmen. Überall sind Chipkarten der Schlüssel. Vielfach werden die kleinen Begleiter aus Plastik heute per RFID-Technologie ausgelesen.

Wenn Sie Ihre Payback-Karte zur Erfassung über den Scanner halten oder die Kassiererin mit dem Lesegerät über den Tresen hinweg Ihre Tankkarte erfasst, werden die auf Ihrer Chipkarte gespeicherten Daten an das Lesegerät und die daran gekoppelte Software gesendet. So können Sie zum Beispiel Bonuspunkte sammeln, Ihre Mitgliedschaft verifizieren, um Vergünstigungen zu erhalten, Ihr Arzt kann für Ihre Behandlung mit der Krankenkasse kommunizieren und vieles mehr. Auch der neue Personalausweis verfügt inzwischen über einen integrierten Chip, aus dem sich per RFID-Technologie verschiedene Eckdaten auslesen lassen. Über die elektronischen Funktionen des Personalausweises informiert das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat.

4. Elektronische Zutrittserkennung

Vor allem im Bereich der Zutrittserkennung wird RFID-Technologie häufig eingesetzt. Elektronische Schlösser ersetzen vielfach althergebrachte Schließmechanismen, um dem erhöhten Bedarf an Sicherheit vor allem im beruflichen aber auch im privaten Umfeld gerecht zu werden. Dabei kann ein elektronischer Schließzylinder an ein Lesegerät gekoppelt werden, das verschiedene Informationen eines Transponders auslesen kann. Der Zutritt erfolgt über eine speziell programmierte Chipkarte, einen elektronischen Schlüssel oder über Chips, die zum Beispiel in der Arbeitskleidung oder in einem Dienstwagen integriert werden können.

Dadurch können Sie Ihren Mitarbeitern jederzeit schnellen und unkomplizierten Zugang zu Arbeitsbereichen gewähren und dabei gleichzeitig ein Höchstmaß an Sicherheit gewähren. Es ist auch möglich, Zutrittsbeschränkungen für bestimmte Bereiche einzurichten und so einzelnen Personenkreisen nur dort Zugang zu gewähren, wo ihre Spezifikation oder ihre Sicherheitseinstufung es zulässt.

Im heimischen Bereich kann der Zugang zum Haus oder der Garage zum Beispiel direkt über das Smartphone oder über einen im Auto implementierten Chip geregelt werden.

Fazit:

Die Einsatzmöglichkeiten der RFID-Technologie sind vielfältig und aufgrund der heute geringen Produktionskosten von Mikrochips ist die Verwendung von entsprechenden elektronischen Systemen zur Datenerkennung inzwischen nicht mehr mit hohen Kosten verbunden, dafür aber mit einem hohen Maß an Sicherheit und Servicequalität, insbesondere in geschäftlichen Einsatzbereichen.

Quellen & Links:

www.uni-kiel.de/Agraroekonomie/Abteilungen/II/PDFs/Gampl_Mueller_GIL.pdf www.ident24.de/kartensysteme/Kartenlesegeraete/kontaktlos-RFID-Leser/ www.personalausweisportal.de/DE/Buergerinnen-und-Buerger/Der-Personalausweis/Funktionen/funktionen_node.html www.bundestieraerztekammer.de/presse/pressemeldung.php www.tasso.net/Tierregister/Tier-registrieren

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