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Arbeitsstätten sind so einzurichten, zu benutzen und instand zu halten, dass von ihnen keine Sicherheits- und Gesundheitsgefährdungen für die...

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Arbeitsstättenverordnung: Neue Arbeitsstättenregel zur Sicherheitsbeleuchtung

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Arbeitssicherheit

Von Wolfram von Gagern,

Nach der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) müssen sich Beschäftigte im Gefahrenfall schnell in Sicherheit bringen können. Dazu gehört – besonders an Arbeitsplätzen mit erhöhtem Gefährdungspotenzial – auch eine Sicherheitsbeleuchtung.

Auch für Fluchtwege ist diese Beleuchtung vorgeschrieben, wenn bei Ausfall der Allgemeinbeleuchtung das gefahrlose Verlassen der Arbeitsstätte nicht gewährleistet ist. Die neue Technische Regel „Sicherheitsbeleuchtung, optische Sicherheitsleitsysteme für Arbeitsstätten“ (ASR 3.4/3), die am 14.7.2009 im Gemeinsamen Ministerialblatt bekannt gegeben wurde und seither rechtswirksam ist, präzisiert die entsprechenden Vorschriften der ArbStättV und hilft Ihnen, sie in Ihrem Betrieb praktisch umzusetzen.

Arbeitsstättenverordnung: Eine Sicherheitsbeleuchtung ist Pflicht

Eine Sicherheitsbeleuchtung ist für alle Arbeitsstätten Pflicht, in denen durch den Ausfall der Allgemeinbeleuchtung Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten gefährdet sein können. Sie kann z. B. in Bereichen erforderlich sein, in denen

  • sich nicht ausreichend gesicherte heiße Bäder, Schmelzen oder ähnliche Gefahrquellen befinden;
  • in Laboratorien, in denen laufende Versuche erst beendet werden müssen, um Gefährdungen z. B. durch Explosionen zu vermeiden;
  • schnell laufende Maschinen mit ungeschützten großen bewegten Massen in Betrieb sind, die bei Stromausfall nachlaufen können.

Ob in Ihrem Betrieb solche Arbeitsplätze bestehen und Sie demnach eine Sicherheitsbeleuchtung einrichten müssen, sollte aus Ihrer Gefährdungsbeurteilung hervorgehen.

Arbeitsstättenverordnung: Diese Gestaltungsmöglichkeiten gibt es

Für die technische Gestaltung der Sicherheitsbeleuchtung stehen Ihnen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. So gibt es z. B. lang nachleuchtende, elektrisch oder als Kombination wirkende Systeme. Welche für Ihren Betrieb geeignet sind, hängt von den dort bestehenden Gefährdungen und der Art der Räumlichkeiten ab. Von der Sicherheitsbeleuchtung zu unterscheiden, sind optische Sicherheitsleitsysteme. Sie geben mit Hilfe optischer Kennzeichnungen und Richtungsangaben einen sicheren Fluchtweg vor. Auch diese können nachleuchtend, elektrisch oder als Kombination aus beidem funktionieren. Je nach betrieblicher Situation sollten Sie auch an ein „dynamisches“ Sicherheitsleitsystem denken, das seine Richtungsangaben ändern kann, indem es z. B. im Bedarfsfall automatisch auf eine konkrete Brandmeldung mit der Änderung der Fluchtrichtungsanzeige reagiert.

Arbeitsstättenverordnung: Diese Anforderungen müssen Sie einhalten

Die ASR 3.4/3 gibt genaue Kriterien vor, die Ihre Sicherheitsbeleuchtung erfüllen muss. Die wichtigsten sind:

  • In Fluchtwegen muss die Beleuchtungsstärke der Sicherheitsbeleuchtung mindestens 1 Lux (lx) betragen.
  • Nach Ausfall der Allgemeinbeleuchtung muss die Beleuchtungsstärke der Sicherheitsbeleuchtung für Fluchtwege 50 % der Beleuchtungsstärke innerhalb von 5 s und die volle Beleuchtungsstärke innerhalb von 15 s erreichen.
  • In Arbeitsstätten, in denen bei Ausfall der Allgemeinbeleuchtung Unfallgefahren drohen, richtet sich die Beleuchtungsstärke der Sicherheitsbeleuchtung nach Ihrer Gefährdungsbeurteilung. Aber: Weniger als 15 lx sind nicht erlaubt.
  • Die Einschaltverzögerung für die Sicherheitsbeleuchtung für Arbeitsplätze mit besonderer Gefährdung darf höchstens 0,5 s betragen.

Da die Einhaltung dieser Kriterien Spezialkenntnisse sowie besondere Messmittel erfordert, fahren Sie am besten, wenn Sie die Planung und Installation einem Fachbetrieb überlassen.

Arbeitsstättenverordnung: Regelmäßige Prüfungen sind Pflicht

Damit Ihre Sicherheitsbeleuchtung im Ernstfall zuverlässig funktioniert, muss sie an veränderte betriebliche Gegebenheiten angepasst werden (Gefährdungsbeurteilung!). Außerdem muss sie regelmäßig gewartet und geprüft werden – wie oft, ergibt sich nach der ASR 3.4/3 ebenfalls aus der Gefährdungsbeurteilung sowie den Herstellerangaben. Auch damit sollten Sie zweckmäßigerweise einen Fachbetrieb beauftragen.

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