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Arbeitsstätten sind so einzurichten, zu benutzen und instand zu halten, dass von ihnen keine Sicherheits- und Gesundheitsgefährdungen für die...

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Arbeitsstättenverordnung: SBS - Wenn die Krankheit aus der Wand kommt

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Arbeitssicherheit Sick Building Syndrom

Von Wolfram von Gagern,

Viele kennen das: Im Büro wird ein neuer Teppichboden verlegt oder die Wände bekommen einen frischen Anstrich. Was das Auge erfreut, kann aber für die Nase eine Qual sein: Denn oft liegt noch wochenlang ein beißender Geruch in der Luft.

Nicht selten werden aus der Geruchsbelästigung sogar handfeste Krankheiten: Umweltmediziner sprechen dann vom „Sick-Building-Syndrom“ (SBS – „Krankes-Gebäude-Syndrom“).

Achten Sie auf diese Signale des Sick Building Syndrom

Wenn sich neben der Geruchsbelästigung diese Beschwerden auffällig häufen, sollten Sie aufmerksam werden:

  • Kopfschmerzen – darunter leidet jeder 2. Betroffene,
  • Augen- und Schleimhautirritationen – bei 40 % festzustellen,
  • Geruchs- und Geschmacksstörungen,
  • Antriebslosigkeit und Müdigkeit.

Der Verdacht auf SBS besteht, wenn mindestens 20 % der Beschäftigten solche Symptome entwickeln, die beim Verlassen des Gebäudes rasch abebben. Als Sicherheitsfachkraft sollten Sie dem nachgehen – das ist Teil der Gefährdungsbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz, bei der Sie Ihren Arbeitgeber unterstützen müssen.

Lassen Sie bei Verdacht auf SBS Umweltmessungen durchführen

SBS kann viele Ursachen haben, die meist kombiniert auftreten: von Schadstoffen über das Raumklima bis hin zur individuellen Empfindlichkeit. Sogar psychologische Faktoren, z. B. ein schlechtes Betriebsklima, gehören dazu. Deshalb müssen Sie zunächst feststellen, ob es tatsächlich eine zu hohe Schadstoffbelastung gibt, etwa durch Ausdünstungen von Farben, Keimen aus Klimaanlagen usw. Ziehen Sie deshalb bei der Ursachenerforschung umweltmedizinische Beratungsstellen und -labors hinzu.

Einfache Sofortmaßnahmen gegen SBS

Wenn Schadstoffe festgestellt werden, sorgen Sie mit folgenden Maßnahmen für Besserung:

  • Häufiges Lüften
  • Richtige Luftfeuchtigkeit einhalten: 50 bis 65 % in Büroräumen, bei Klimaanlagen 70 %. Dafür einfache Wasserverdunster oder elektrische Luftbefeuchter verwenden

    Tipp: Überprüfen Sie die Luftfeuchtigkeit mit so genannten Hygrometern (ab 5,- € im Handel).

  • Häufiges Staubsaugen und -wischen: Studien haben einen Zusammenhang zwischen der Staubbelastung und SBS nachgewiesen
  • Grünpflanzen aufstellen, die Luftschadstoffe filtern: Gute biologische „Filteranlagen“ sind der Drachenbaum, die Efeutute und die Schefflera
  • Akut Betroffene vorübergehend in einen unbelasteten Raum versetzen Schließen Sie personenbezogene Ursachen aus

Wenn Sie aufgrund der Umweltmessungen eine Verursachung durch objektive Faktoren ausschließen können, sollten Sie veranlassen, dass die Betroffenen betriebsärztlich untersucht werden. Dabei sollte auch die ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes berücksichtigt werden. Denn manche Beschwerden entstehen z. B. durch eine falsche Sitzhaltung oder ungünstige Beleuchtung. Auch die Arbeitsplatzzufriedenheit sollte dabei angesprochen werden: Unzufriedene Mitarbeiter sind SBS-anfälliger als zufriedene.

So beugen Sie dem „Sick-Building-Syndrom“ rechtzeitig vor

Empfehlen Sie Ihrer Geschäftsleitung folgende Maßnahmen, wenn Neubauten oder Renovierungen geplant sind, um dem „Sick-Building-Syndrom“ vorzubeugen:

  • Die Beschäftigten frühzeitig an der Konzeption des Baus beteiligen. Wer sich im Büro behaglich fühlt, bleibt gesünder!
  • Keine Zwangsklimatisierung, -belüftung oder -beleuchtung. Die Mitarbeiter sollten je nach Bedarf selbstständig heizen oder lüften können.
  • Schadstofffreie oder -arme Baustoffe bevorzugen (Positivliste unter www.positivlisten.info).
  • Vor dem Einzug ggfs. eine „Ausdünstzeit“ einplanen.

 

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