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Arbeitsstätten sind so einzurichten, zu benutzen und instand zu halten, dass von ihnen keine Sicherheits- und Gesundheitsgefährdungen für die...

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ASR A1.7: So wählen Sie die richtigen Türen aus

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Von Martin Weyde,

Frage: Bei uns müssen einige Türen ersetzt werden. Welche Arbeitsschutzvorschriften sind dabei zu beachten?

 

Antwort: Nach § 3 Abs. 1 der ArbStättV dürfen Türen Ihre Kollegen nicht gefährden. Deshalb müssen sie den Vorgaben der ASR A1.7 „Türen und Tore“ und ASR A2.3 „Fluchtwege und Notausgänge“ entsprechen, die die Anforderungen der ArbStättV konkretisieren.
Über die ASR hinaus können auch noch andere Gesetze und Vorschriften bei der Auswahl von Bedeutung sein, etwa aus dem Baurecht, dem Biorecht oder dem Gefahrstoffrecht, nach denen Türen zum Beispiel dem Feuer widerstehen oder besonders dicht schließen müssen. Außerdem gelten für Türen die Bauprodukterichtlinie 89/106/EWG und, wenn sie kraftbetätigt sind, auch die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG.
Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass die Türen

  • für die Verwendung in der Arbeitsstätte geeignet und sicher bedienbar sind,
  • die Mindestbreite von Verkehrswegen nicht einengen,
  • sich nach den Mindestmaßen von Fluchtwegen richten,
  • keine Quetsch- oder Scherstellen mit der Umgebung bilden,
  • so eingebaut werden, dass keine Stolperfallen entstehen,
  • den gesetzlichen Anforderungen und Normen entsprechen
  • und mit Konformitätserklärung und Betriebsanleitung ausgestattet sind.

 

 

Wenn es sich um Glastüren handelt, dann dürfen Ihre Kollegen nicht durch zersplitterndes Glas gefährdet werden. Deshalb sind Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) nach DIN 12150 oder Verbundsicherheitsglas (VSG) nach DIN 12543 vorgeschrieben. ESG löst sich beim Bruch in kleine, stumpfkantige Krümel auf und VSG besteht aus mindestens zwei Scheiben, bei denen eine Kunststofffolie die Splitter hält, wenn das Glas zerbricht. Außerdem müssen Sie Türen, die zu mehr als drei Vierteln durchsichtig sind, in Augenhöhe kennzeichnen.
Türen auf Flucht- und Rettungswegen müssen leicht und ohne Hilfsmittel geöffnet werden können. Von Hand bediente Türen in Notausgängen müssen sich in Fluchtrichtung öffnen. Für andere Türen auf Fluchtwegen müssen Sie hinsichtlich der Gefahrenlage und Personen, die den Weg benutzen, mit einer Gefährdungsbeurteilung die Richtung ermitteln. Denken Sie auch daran, dass die Türen der ASR A1.3 „Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung“ entsprechend gekennzeichnet werden müssen.
Kraftbetätigte Türen müssen leicht von Hand bedient werden können, wenn der Strom ausfällt. Achten Sie bei kraftbetätigten Türen besonders darauf, dass Sie die vollständige technische Dokumentation und die Konformitätserklärung des Herstellers erhalten. Sie müssen Ihre Kollegen im Umgang mit kraftbetätigten Türen unterweisen. Lassen Sie die Türen und Schutzeinrichtungen durch einen Sachverständigen prüfen, bevor Sie sie in Betrieb nehmen.

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