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Arbeitsstätten sind so einzurichten, zu benutzen und instand zu halten, dass von ihnen keine Sicherheits- und Gesundheitsgefährdungen für die...

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ASR V3a.2: Neue Anforderungen für die barrierefreie Gestaltung von Arbeitsstätten

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Urheber: RioPatuca Images | Fotolia

Von Martin Weyde,

Vor zweieinhalb Jahren kam die ASR V3a.2 „Barrierefreie Gestaltung von Arbeitsstätten“ als neue Technische Regel heraus. Im Gegensatz zu anderen ASR existierte zu ihr keine alte Arbeitsstätten-Regel. Zwischen den ASR gibt es aber naturgemäß jede Menge Querbezüge, und so ist im letzten Monat die dritte Änderung der ASR V3a.2 mit ergänzenden Anforderungen erschienen – diesmal zur ASR A1.6 und zur ASR A4.4.

Im Februar 2015 hat die ASR V3a.2 „Barrierefreie Gestaltung von Arbeitsstätten“ neue Anhänge mit ergänzenden Anforderungen erhalten: zur ASR A1.6 „Fenster, Oberlichter, lichtdurchlässige Wände" und zzr ASR A4.4 „Unterkünfte“.

In den Ergänzungen geht es darum, dass auch Kollegen mit Behinderungen die entsprechenden Einrichtungen ungefährdet wahrnehmen, erkennen, erreichen und nutzen können. Lesen Sie nach der Werbung weiter.

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Gemäß Anhang zur ASR A1.6 müssen Fenster etc. so angeordnet und gestaltet sein, dass sie die Kollegen nicht gefährden und dass diese sie problemlos bedienen können:

  • Für sehbehinderte Kollegen müssen die Bedienelemente visuell kontrastieren und für blinde taktil erfassbar sein.
  • Für kleinwüchsige Kollegen, Rollstuhlfahrer und bei eingeschränkter Hand-/Arm-Motorik müssen Sie die Bedienelemente zwischen 0,85 und 1,05 Metern hoch anbringen, und Kollegen im Rollstuhl müssen diese frei anfahren können.
  • Die Elemente handbetätigter Fenster sollen formschlüssig bedienbar sein, damit die Kraft besser übertragen wird. Außerdem müssen sie auch mit geringen Kräften bedient werden können.
  • Anderenfalls müssen Sie zum Beispiel Griffe verlängern oder anstelle handbetätigter kraftbetätigte Fenster einbauen. Auch Fernbedienungen kommen in Frage, um die Bedienung zu erleichtern.

 

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  • Um sehbehinderte oder blinde Kollegen vor Gefährdungen durch kraftbetätigte Fenster etc. zu warnen, müssen Sie die Warnsignale nach dem Zwei-Sinne-Prinzip einsetzen. Die Signale müssen also mindestens zwei der drei Sinne Hören, Sehen und Tasten ansprechen.
  • Auch Kollegen im Rollstuhl sowie kleinwüchsige und sehbehinderte Kollegen müssen Kennzeichen auf lichtdurchlässigen Wänden erkennen können – beispielsweise in Form 8 cm breiter Streifen in 40 bis 70 cm Höhe über dem Fußboden.

Der Anhang zur ASR A4.4 soll gewährleisten, dass auch Kollegen mit Behinderungen Unterkünfte, Küchen, Vorratsräume, sanitäre Einrichtungen und Mittel zur Ersten Hilfe ungehindert und ungefährdet benutzen können:

  • Auch hier müssen Sie Informationen – etwa zum Brandschutz – nach dem Zwei-Sinne-Prinzip vermitteln.
  • Außer im Windfang ist für Kollegen im Rollstuhl eine freie Bewegungsfläche von mindestens 1,50 x 1,50 m vorgesehen. Kollegen mit Gehhilfe oder Rollator benötigen 1,20 x 1,20 m.
  • Möglichkeiten zum Waschen, Trocknen und Bügeln sowie Zubereitungs-, Aufbewahrungs-, Kühl- und Spülgelegenheiten müssen auch blinde und kleinwüchsige Kollegen sowie Kollegen im Rollstuhl erreichen und benutzen können.

Für die ASR V3a.2 sind noch weitere Anhänge mit ergänzenden Anforderungen zu den folgenden ASR vorgesehen:

ASR A1.2 „Raumabmessungen und Bewegungsflächen“
ASR A1.5/1,2 „Fußböden“
ASR A1.8 „Verkehrswege“
ASR A2.2 „Maßnahmen gegen Brände“
ASR A4.1 „Sanitärräume“
ASR A4.2 „Pausen- und Bereitschaftsräume“
ASR A4.3 „Erste-Hilfe-Räume, Mittel und Einrichtungen zur Ersten Hilfe“

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