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Arbeitsstätten sind so einzurichten, zu benutzen und instand zu halten, dass von ihnen keine Sicherheits- und Gesundheitsgefährdungen für die...

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Arbeitsschutz: So sorgen Sie für optimale Arbeitssicherheit in Ihrem Betrieb

 
Arbeitsschutz

Von Wolfram von Gagern,

Der Arbeits- und Gesundheitsschutz ist je nach Betrieb und Branche aufzubauen. Für alle Betriebe aber gilt die folgende Struktur beim Aufbau eines funktionierenden betrieblichen Arbeitsschutzes.

5 Tipps: So schaffen Sie den optimalen Arbeitsschutz in Ihrem Unternehmen

1. Bauen Sie Arbeitsschutzstrukturen auf

  • Zunächst einmal sollten Sie den Aufbau einer betrieblichen Arbeitsschutzorganisation vorantreiben.
  • Hierzu sind Sie nach § 3 Absatz 2 ArbSchG verpflichtet.

2. Übertragen Sie die Pflichten zum Arbeitsschutz auf Ihre Führungskräfte

  • Sie haben als Arbeitgeber die Möglichkeit zur Pflichtenübertragung auf Ihre Führungskräfte.
  • Diese Delegationsmöglichkeit, die schriftlich erfolgen muss, sollten Sie nutzen, da dies im Arbeitsschutzgesetz vorgesehen ist, § 13 Absatz 2 ArbSchG.

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3. Achten Sie auf ein funktionierendes Controlling beim Arbeits- und Gesundheitsschutz

  • Bei aller Delegation an Ihre Führungskräfte sollten Sie aber eines nicht vergessen: Die letzte Verantwortung liegt immer bei Ihnen als Arbeitgeber.
  • Das heißt: Sie müssen sich überzeugen, dass die von Ihnen gestaltete Organisation auch tatsächlich funktioniert.

4. Etablieren Sie ein betriebliches Arbeitsschutzmanagementsystem (AMS)

  • Ein Arbeitsschutzmanagementsystem erleichtert systematisches Arbeitsschutzhandeln im Betrieb.
  • Es unterstützt Ihren Betrieb beim Aufbau einer betrieblichen Arbeitsschutzorganisation.

5. Führen Sie eine Arbeitsschutzdokumentation

Auch wenn Sie alles getan haben, was die Arbeitsschutzvorschriften von Ihnen fordern:

  • Können Sie das auch schwarz auf weiß belegen, wenn Sie von den Aufsichtsbeamten der Arbeitsschutzämter oder der Berufsgenossenschaften danach gefragt werden?

Deshalb sollten Sie alle Maßnahmen, die im Zusammenhang mit dem Arbeitsschutz stehen, übersichtlich dokumentieren, damit Sie sie im Fall der Fälle auch zur Hand haben.

In nur 3 Schritten zu nachhaltigem Arbeitsschutz

Schritt 1: Arbeitsschutz und potenzielle Gefahrenquellen

Damit es aber erst gar nicht zu einem Arbeitsunfall kommt, überprüfen Sie in Ihrem Betrieb, ob es z. B. die folgenden Unfallquellen gibt:

  • Stolperfallen,
  • rutschige Böden,
  • frei liegende Kabel,
  • fehlende Absturzsicherungen,
  • wacklige Leitern,
  • gesundheitsschädliche Arbeitsstoffe
  • oder defekte Werkzeuge.

Loben Sie Mitarbeiter, die auf solche Mängel aufmerksam machen, und geben Sie ihnen nicht das Gefühl, das sie als „Erbsenzähler“ betrachtet werden.

Außer den „technischen“ Gefahrenquellen gibt es noch weitere gefährdende Faktoren:

  • einseitige Arbeitsbelastungen, -abläufe oder -zeiten,
  • Qualifikationsdefizite
  • oder Fehlverhalten (Alkoholkonsum, Leichtsinnigkeit, Bequemlichkeit).

Praxis-Tipp Arbeitsschutz:

  • Die meisten Berufsgenossenschaften bieten kostenlose, branchenspezifische Checklisten zur Gefährdungsbeurteilung an, die Ihnen die gezielte Suche nach möglichen Gefahrenquellen erleichtern.
  • Sie können auch einen technischen Aufsichtsbeamten anfordern. Dieser untersucht kostenfrei Ihren Betrieb auf Unfallrisiken.

Falls Sie eine Gefahrenquelle identifiziert haben, beseitigen Sie diese sofort oder führen Sie die folgenden Vorsichtsmaßnahmen durch:

  • Beschaffen Sie Schutzkleidung.
  • Lassen Sie Warnschilder anbringen.
  • Machen Sie Ihre Mitarbeiter persönlich auf die Gefahren aufmerksam.

Schritt 2: Arbeitsschutz braucht eine sorgfältige Einweisung

Gemäß § 12 ArbSchG sind Sie verpflichtet, Mitarbeiter einzuweisen, wenn diese eine neue Tätigkeit aufnehmen und/oder wenn neue Arbeitsmittel oder Technologien eingeführt werden. Diese Einweisungen müssen Sie in regelmäßigen Abständen wiederholen.

Achtung: 

  • Das gilt auch für Leiharbeiter, die nur kurzfristig bei Ihnen beschäftigt sind.
  • Setzen Sie dabei nichts als selbstverständlich voraus.
  • Die Behauptung „Das hätte man doch wissen müssen“ nutzt Ihnen im Falle eines Arbeitsunfalls nichts.

Sie tragen als Unternehmer die Verantwortung für die Einweisung der Mitarbeiter.

  • Stellen Sie auch sicher, dass Arbeitnehmer mit schlechten Deutschkenntnissen Ihre Unterweisungen genau verstanden haben.
  • Eventuell kann Ihnen ein Kollege mit entsprechenden Sprachkenntnissen helfen, ein Merkblatt in der jeweiligen Landessprache zu verfassen.

Schritt 3: Ahnden Sie sofort jeden Verstoß gegen Ihre Vorgaben

  • Falls Ihre Mitarbeiter sich nicht an Ihre Arbeitsschutzvorgaben halten, dann ermahnen Sie sie sofort und fordern Sie die Einhaltung.
  • Tun Sie dies nicht halbherzig mit dem Gefühl: „Mehr als drauf hinweisen kann ich schließlich nicht.“
  • Wenn eine Ermahnung nichts bringt, dann folgt je nach Schwere des Verstoßes eine förmliche Abmahnung und bei fortgesetzter Missachtung ist schließlich auch die Kündigung möglich.

Als Sicherheitsfachkraft sind Sie für die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz Ihrer Mitarbeiter verantwortlich. Zu Ihren Aufgaben gehört es, regelmäßig die Sicherheit von Arbeitsmitteln, Wegen und Arbeitsplätzen zu überprüfen. Wir wollen Sie dabei unterstützen: Laden Sie sich jetzt den kostenlosen Leitfaden: "Arbeitssicherheit: Das Checklisten-Komplett-Set" herunter und sichern Sie sich 23 Checklisten, mit denen Sie die Sicherheit in Ihrem Unternehmen systematisch prüfen können!

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Herausgeber: VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG
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