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Arbeitsstätten sind so einzurichten, zu benutzen und instand zu halten, dass von ihnen keine Sicherheits- und Gesundheitsgefährdungen für die...

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Feuerlöscher: So viele brauchen Sie wirklich

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Von Wolfram von Gagern,

Nach der Arbeitsstättenverordnung muss jede Arbeitsstätte mit einer ausreichenden Anzahl von Feuerlöschern ausgerüstet sein. Wie viele das sind, richtet sich nach der Nutzung, der Brandgefährdung und der Anzahl der Personen, die sich dort aufhalten. Hier lesen Sie, wie Sie für Ihren Betrieb die erforderliche Anzahl in 4 Schritten selbst berechnen können.

So schützen Sie nicht nur Sachwerte und die Gesundheit Ihrer Kollegen, sondern stehen auch gut da, wenn Sie nach einem Brand einmal „Fragen beantworten“ müssen – z. B. gegenüber Ihrer Versicherung.

Die Berechnungsmethode ist in der BGR (Berufsgenossenschaftliche Regel) 133 „Ausrüstung von Arbeitsstätten mit Feuerlöschern“ beschrieben. Dort finden Sie neben weiteren Einzelheiten auch die für die Berechnung notwendigen Tabellen, auf die im Folgenden zurückgegriffen wird.

1. Ermitteln Sie die Brandklasse

Es gibt 5 Brandklassen für die jeweils zu löschenden Stoffe. Sie werden durch diese Symbole gekennzeichnet, die auch auf den entsprechenden Feuerlöschern zu finden sind. Stellen Sie zunächst fest, welche dieser Stoffe in Ihrem Betrieb vorkommen. Je nach Art Ihres Betriebs können mehrere Brandklassen gleichzeitig zutreffen, z. B. bei einer Druckerei die Klassen A und B.

Brandklasse der Stoffe:

  • A feste Stoffe, die normalerweise unter Flammenbildung verbrennen: z. B. Holz
  • B flüssige oder flüssig werdende Stoffen: Benzin, Lacke, Teer usw.
  • C Gase: Methan, Propan usw.
  • D Metalle: Magnesium, Aluminium usw.
  • E Öle und Fette in Küchen, z. B. Frittierfette

2. Ermitteln Sie die Brandgefährdung

Hierbei müssen Sie – nach Tabelle 3 der BGR 133 – 3 Stufen unterscheiden:

• Eine geringe Gefährdung besteht, wenn nur wenig brennbare Materialien vorhanden sind und im Fall eines Brandes mit geringer Brandausbreitung zu rechnen ist. Beispiele sind etwa im gewerblichen Bereich eine Ziegelei, im Verwaltungs- und Dienstleistungsbereich Arztpraxen oder Bürobereiche ohne Aktenlagerung.

• Eine mittlere Gefährdung liegt bei Stoffen mit hoher Entzündbarkeit vor, wenn jedoch eine schnelle Brandausbreitung unwahrscheinlich ist. Beispiele: Baustellen ohne Feuerarbeiten, Hotels, Büros mit Aktenlagerung.

• Hoch ist die Gefährdung, wenn leicht entzündbare Materialien vorhanden sind und sich ein Brand schnell ausbreiten kann. Dies ist etwa in Altpapierlagern, Kinos oder Diskotheken der Fall.

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3. Stellen Sie die erforderlichen Löschmitteleinheiten Fest

Für die Anzahl der benötigten Feuerlöscher ist nun nicht etwa ihr Inhalt bzw. ihr Fassungsvermögen, sondern die so genannte „Löschmitteleinheit“ maßgeblich, d. h. ihr Löschvermögen. Anhand der Brandgefährdung und der Grundfläche Ihrer Betriebsräume können Sie jetzt die Anzahl der erforderlichen Löschmitteleinheiten (LE) in der Tabelle 4 der TGR 133 ablesen. Wenn Sie die genaue Größe (Grundfläche) der Betriebsräume nicht kennen, schauen Sie z. B. im Mietvertrag nach oder sehen Sie sich den Grundriss an.

4. Legen Sie die Anzahl der Feuerlöscher fest

Wie Sie dies tun, zeigt folgendes Beispiel:Angenommen, Sie haben für Ihren Betrieb (400 m²) die Brandklassen A und B ermittelt. Die Brandgefährdung liegt im mittleren Bereich. Dann kommen Sie nach der bereits erwähnten Tabelle 4 auf 36 LE. Dies entspricht nach der Tabelle unten 3 Feuerlöschern mit dem Löschvermögen 43 A 183 B (3 x 12 LE = 36 LE).

LE Feuerlöscher nach DIN EN 3  
  A B
1 5 A 21 B
2 8 A 34 B
3   55 B
4 13 A 70 B
5   89 B
6 21 A 113 B
9 27 A 144 B
10 34 A  
12 43 A 183 B
15 55 A 233 B

Welches Löschvermögen ein Feuerlöscher besitzt, ist als Zahlen-Buchstaben- Kombination auf seinem Typenschild aufgedruckt.

Wichtig: Unabhängig von der errechneten Anzahl der Feuerlöscher muss in jedem Geschoss mindestens 1 Feuerlöscher vorhanden sein!Prüfungen und Unterweisung nicht vergessenFeuerlöscher müssen regelmäßig – mindestens alle 2 Jahre durch einen Sachkundigen (Brandschutzfachbetrieb) geprüft werden. Eine Prüfung ist ebenso nach jeder Benutzung fällig. Denken Sie auch daran, Ihre Kollegen im Umgang mit den Löschgeräten zu unterweisen – im Erstfall muss jeder Handgriff sitzen.

TIPP: Veranstalten Sie einmal eine Brandschutzübung zusammen mit Ihrer örtlichen Feuerwehr – sie hat nicht nut das nötige Know-how, sondern auch spezielle Trainingsfeuerlöscher und Übungsanlagen. Viele Feuerwehren bieten solche Übungen für die Betriebe kostenlos an.

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