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Arbeitsstätten sind so einzurichten, zu benutzen und instand zu halten, dass von ihnen keine Sicherheits- und Gesundheitsgefährdungen für die...

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Flucht- und Rettungswege: Optische Sicherheitsleitsysteme

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Von Martin Weyde,

Frage: Welche Regeln gelten für optische Sicherheitsleitsysteme auf Flucht- und Rettungswegen?

 

Antwort: Wenn Fluchtwege schlecht erkennbar sind, etwa weil Flure durch einen Brand verrauchen, dann reicht die Sicherheitsbeleuchtung oft nicht aus, um sich aus der Arbeitsstätte zu retten. In solchen Fällen ergänzen bodennahe optische Sicherheitsleitsysteme die oben angebrachte Sicherheitsbeleuchtung.
Ein Sicherheitsleitsystem ist nach ASR A2.3 „Fluchtwege und Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan“ dann erforderlich, wenn eine erhöhte Gefährdung besteht. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn

  • Ihr Betrieb unübersichtlich über mehrere Etagen oder mit verwinkelten Gängen angelegt ist,
  • bei Ihnen ortsunkundige oder körperbehinderte Menschen arbeiten oder sich als Besucher aufhalten,
  • es sich um brand- oder explosionsgefährdete Bereiche oder um Bereiche mit Gefahrstoffen handelt.

Mit optischen Sicherheitsleitsystemen befasst sich die ASR A3.4/3:

  • Die Leitmarkierungen eines optischen Sicherheitsleitsystems werden auf dem Boden oder an der Wand angebracht, um die Fluchtrichtung anzuzeigen und Notausgänge und gefährliche Stellen kenntlich zu machen. Bei an der Wand befestigten Systemen darf die Oberkante nicht höher als 40 cm vom Boden entfernt sein. Diese beiden Varianten sind zulässig - auch kombiniert:
    • langnachleuchtende Systeme, die gespeichertes Licht wiedergeben
    • elektrische Systeme, die durch eine Stromquelle für Sicherheitszwecke leuchten

 

 

 

  • Die Fluchtrichtung wird nach ASR A1.3 mit den Sicherheitszeichen „Richtungsangabe“ (E001/E002) und „Rettungsweg/Notausgang“ (E009/E010) angezeigt. Die Sicherheitszeichen werden durch Leitmarkierungen verbunden.
  • Wenn die Gefahr besteht, dass Fluchtwege verrauchen, die breiter als 3,60 m sind, dann müssen die Leitmarkierungen beidseitig angebracht werden.
  • Es müssen mindestens 3 Leitmarkierungen pro Meter mit mindestens 5 cm Durchmesser oder Kantenlänge in gleichmäßigen Abständen vorhanden sein.
  • Türflügel werden nicht gekennzeichnet, da sie flüchtende Personen in geöffneter Stellung in eine falsche Richtung leiten könnten. Stattdessen wird die Leitmarkierung auf dem Boden angebracht und die Fluchttüren werden umrandet.
  • Auch Türgriffe sowie Anfang und Ende von Treppen, Handläufen und Rampen werden auf Fluchtwegen langnachleuchtend gekennzeichnet.
  • Dynamische Sicherheitsleitsysteme können abhängig von der Gefahrenquelle unterschiedliche Fluchtrichtungen anzeigen, dürfen aber nur eingesetzt werden, wenn sichergestellt ist, dass sie insgesamt auch dann noch funktionieren, wenn Teile des Systems ausfallen.

Langnachleuchtende Markierungen und Kennzeichen haben gewisse Vorteile gegenüber elektrischen: Da sie von der Stromzufuhr unabhängig funktionieren, sind sie besonders kostengünstig und ausfallsicher und können außerdem ohne großen Aufwand nachgerüstet oder ersetzt werden.

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